Das Übergewicht wird zum Problem in der Region

Asunción: In der Region sind immer mehr Bürger übergewichtig oder fettleibig, vor allem auch in Paraguay. Das führt zu einer geringen Lebensqualität und einem Identitätsverlust.

Die Folgen der globalen Epidemie von Fettleibigkeit sind mannigfaltig. Zusätzlich zu den Gesundheitsproblemen, die mit Übergewicht einhergehen, wird die Lebenserwartung verringert.

Dr. Rubén Salcedo (Beitragsbild), ist an der “Clínica Diquecito“ (Córdoba – Argentinien) beschäftigt und warnte auf einem Vortrag in Asunción davor, in welchem Ausmaß zusätzlichen Kilos die Zukunft der Betroffenen beeinträchtigen können.

„Durch Übergewicht verschlechtert sich die Gesundheit der Bevölkerung immer mehr. Es führt zu einem Verlust an Identität und Lebensqualität. Es wird geschätzt, dass eine fettleibige Person etwa 10 Jahre weniger lebt als jemand mit normalem Gewicht“, erklärte Salcedo.

Er fügte hinzu, dass Fachleute in den Vereinigten Staaten voraussagen, dass die Lebenserwartung von Kindern geringer sein könne als die ihrer Eltern, auch wenn Fortschritte bei der Bekämpfung verschiedener Krankheiten gemacht wurden.

Der Arzt verdeutlichte, was in der Region geschieht und sagte, dass das brasilianische Gesundheitsministerium jedes Jahr zwei Millionen Kilo zu ihren Statistiken hinzufüge, wenn eine neue Erhebung bei der Bevölkerung durchgeführt werde. In Argentinien und Paraguay leiden fast 60% der Bevölkerung an Übergewicht und Fettleibigkeit.

Salcedo erinnerte daran, dass die zusätzlichen Kilos nicht von alleine kommen. Sie haben kollaterale Auswirkungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, mehr Herzinfarkte und andere Gesundheitsprobleme.

Dr. Rubén Salcedo nahm als Dozent am Seminar für eine gesunde Ernährung im Rahmen einer Kampagne der Superseis-Kette teil, um das Bewusstsein in dem Sektor zu schärfen.

Technologische Fortschritte spielen auch in dieser Situation eine Rolle, die die Fachleute und die Regierungen selbst beunruhigt.

„In gewisser Weise ist der Fortschritt gegen uns, weil wir uns immer weniger bewegen. Die medizinische Forschung zeigt, dass der durchschnittliche Mensch aufgehört hat, 110 Kilometer zu gehen, wenn er das Festnetztelefon nicht mehr nutzt“, erklärte Salcedo.

Dafür spricht, dass die modernen Mobiltelefone, die vor weniger als einem Jahrzehnt auf den Markt gekommen sind, die Möglichkeit bieten, verschiedene APPs zu nutzen, die eine körperliche Aktivität verhindern, weil viele Dinge über das Smartphone erledigt werden können.

„Es wurden Kampagnen durchgeführt, um auf die gesundheitlichen Gefahren von Tabak aufmerksam zu machen. Das Gleiche muss mit Fettleibigkeit in allen Bereichen geschehen. Denn wenn nicht, wird es schwierig werden, die Geißel der Moderne zu bekämpfen“, betonte der Mediziner.

Wochenblatt / Ultima Hora

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6 Kommentare zu “Das Übergewicht wird zum Problem in der Region

  1. Wenn ich die Schleichwerbung dieser Supermarktkette auf dem Foto sehe, erinnert es mich daran, dass ich mit meinem Smartphone gleich noch etwas zu futtern übers Facebook bestellen sollte.

  2. „Die Paraguayer verfressen ihr ganzes Geld“…. so hörte ich es schon bald von Mennoniten, kaum daß ich in Paraguay vor 15 Jahren ankam. Damals wollte ich es nicht recht glauben, heute weiß ich aber, daß es so ist. Diese ganze Völlerei ist ja nicht nur ungesund, sondern führt dazu, daß die Menschen zu nichts kommen. Auf der einen Seite hohe Ausgaben für die Befriedigung der Freßsucht und auf der anderen Seite hohe Ausgaben für Alkohol. Was sollte da noch bei einem Durchschnittsverdiener übrig bleiben, zumal zwischenzeitlich auch noch die Konsumsucht auf Pump dazu gekommen ist? Es wird Zeit für eine breit angelegte Aufklärungskampagne der Bevölkerung. Aber daran glaube ich nicht.

    1. Es ist ja kein Geheimnis, daß der Mensch gerne Reserven für die Notzeiten bildet. Je nach Entwicklung des jeweiligen Menschen sieht diese Reservenbildung jedoch ganz unterschiedlich aus.

      Die relativ wenig entwickelten Menschen (Naturvölker, 3. Welt) haben ja oft keine Möglichkeit Nahrungsmittel verläßlich zu lagern. Auch das Geldwesen ist den Menschen noch nicht so vertraut. Daher ist ein einfachste Art etwas zu sparen immer es zu essen und in Körperfett zu lagern.

      Hat ein Volk diesen Entwicklungsschritt erfolgreich hinter sich gelassen, dann kommt der wertvolle Schmuck (Goldschmuck, siehe zB Indien oder die Afros in den USA mit den dicken Goldketten) direkt am Körper als erste Sparform, die man nicht essen kann.

      Erst DANN kommen zB Rinderherden, Vorratskammern, Speicher und dergleichen mehr. In Europa war dies zB im Mittelalter zu beobachten.

      Hat ein Volk auch diese Entwicklung hinter sich, dann beginnt das „Sparen“ wie wir es aus dem heutigen Europa kennen. Es hat nichts mehr mit Essen/Nahrung an sich zu tun. Man legt einfach Geld auf die Seite und hat damit die Gewissheit, dieses Geld auch jederzeit gegen Nahrung tauschen zu können.

      Eine ganz moderne Form davon ist das Sparbuch (wo man sogar das Geld aus der Hand gibt) bis hin zu Kryptowährungen, die nur mehr in digitaler Form existieren.

      In Afrika – und wohl auch Paraguay – ist die Erstgenannte Sparform die übliche und eine der Gründe, warum man hier so gute Zinsen bekommt. Paraguayer sparen eben anders.

  3. Ist diese kalorienbasierte Form der Lebensverkürzung nicht ein wertvoller Beitrag zur Reduzierung der Überbevölkerung?

  4. Ich kennen einen Paraguayer, normalgewichtig, der eine junge Paraguayerin als Partnerin hat. Sie war schlank, sah nicht gut aus, hatte aber eine gute Figur.
    Er stand aber auf Mollige. Also hat sie sich 50 Kg angefressen. Früher war sie häßlich mit einer guten Figur. Jetzt ist sie nur noch häßlich. Aber ihm gefällts.

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