Die Müll-Mafia

Asunción: Die Müll-Mafia, vor allem in der Deponie Cateura, bei der eine Firma und deren Hintermänner Milliarden an Guaranies einnehmen, treibt seit Jahren ihr Unwesen. Vier Stadtviertel in Asunción leiden an dem ineffizienten und korrupten System.

Die Firma Empo SA hat die Deponie seit 13 Jahre unter sich und verdient damit ein kleines Vermögen.

„Die Arbeiter haben Verletzungen von dem Müllsammeln: Schnitte, Stichwunden, Infektionen, die diese Wunden verursachen, Haut- und Atemwegsinfektionen, sie leiden. Vor allem, weil sie lange Zeit ungesund arbeiten“, sagte Miguel Ayala, Direktor des familiären Gesundheitsverbandes San Blas, über die Sammler und andere Bewohner des Cateura-Gebietes. Rund 5.000 Menschen sind von der Deponie abhängig. „Bei Kindern kommt es zu einem parasitären Befall, wegen der schmutzigen Erde und durch eine Ansteckung über fäkal-oralen Kontakt“, sagte er weiter.

Die gesundheitlichen Folgen sind nicht die einzigen für alle umliegenden Viertel von Cateura (Jukyty, Santa Librada, San Cayetano und Republicano).

Dies wurde durch Irene Kulman, Lehrerin an der San Miguel Schule Fe und Alegria, bestätigt. Sie sagte, dass die Gründe für das Fehlen von vielen der rund 400 Schüler in der Regel Dengue-Fieber sei, oder weil sie bereits auf der Müllkippe arbeiten würden.

Ein Team von Reportern konnte die Deponie besichtigen und exklusive Bilder erhalten. Zum Zeitpunkt der Abfalllieferung gibt es einen “Krieg auf dem Feld“, bevor der Lastwagen die Ladung abkippt. Die Arbeiter stehen unter den Fahrzeugen und mehr als einer wurde bei solch einer Aktion bereits verletzt. Der Fall des Mädchens Liz Méndez, 10 Jahre alt, ist das repräsentativste Beispiel, als sie 2014 von einem Bulldozer mitten im Müll erdrückt wurde.

Die Mafia von Cateura wurde konsolidiert, seit die Firma Empo SA die einzige Konzession besitzt. Obwohl die im Vertrag vorgesehene Regulierung der Deponie mit sicherheitsrelevanten Inhalten und Bestimmungen nie stattgefunden hat, wurde keine Behörde aktiviert. Viele Müllsammler, die am meisten leiden, wagen es nicht zu sprechen, aus Angst, ihre Jobs zu verlieren und werden Komplizen der Müll-Mafia.

„Es ist nicht so, dass wir Cateura nicht aufgeben wollen. Seit 2010 wollen wir das, aber es gab Hindernisse (…) Wir sind hier an Weisungen gebunden“, sagte Oscar Óscar López, technischer Direktor der Empo SA. Er erklärte, dass das gerichtliche Problem mit der Gemeinde Villa Hayes es unmöglich mache, in diese Stadt zu ziehen. Der Vertrag mit der Stadtverwaltung von Asunción sehe vor, dass der Umzug von der Aufhebung aller rechtlichen Schritte abhänge.

Wochenblatt / ABC Color

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3 Kommentare zu “Die Müll-Mafia

  1. Ja, das ist so in Paraguay. Selbst fiele Putzfrauen müssten sich Besen, Eimer und Handschuhe selber kaufen, die sie sich aus 900.000 Guaranies monatlichem Gehalt sicherlich leisten können.
    Wenn nicht, dann halt ohne Handschuhe, Eimer ohne Henkel und Besen mit abgebrochenem Stiel.
    Ein Glück hat jedoch wer bei Prosegur einen Job bekommt, bei dieser Firma wird Besen, Eimer, Uniform samt Handschuhen den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt.
    .
    Nein, jetzt mal im Ernst. Bin ja nicht für europäische Verhältnisse, wo bereits hinter jeder Ecke ein verhinderter HarzIV-Empfänger vom Ordnungamt lauert bis einer seine Kippe wegwirft.
    Aber hier in Paraguay haben sie einfach nicht begriffen wie man aus Abfall Strom erzeugen und damit heizen könnte. Im Winter meine ich.

    1. Ups, hab noch schnell Grundschule nachgeholt und dabei festgestellt, dass man „fiele Putzfrauen“ mit dem Buchstaben „v“ schreibt. Aber sonst, 1A-Hauchdeutsch in Satzstellung und Grammatik oder?

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