Die Mutter aller Städte

Asunción feierte kürzlich seinen 478. Geburtstag. Wie kam es zur Gründung der Stadt? Möglicherweise ist die Gegend bereits seit Jahrtausenden bevölkert, doch erste schriftliche Belege finden sich aus dem Jahr 1537, als eine spanische Expedition unter Leitung von Juan de Salazar de Espinosa ein Fort mit dem Namen „Nuestra Señora de la Asunción“ erbauten, den Namen trägt die Stadt bis heute. Die Bucht von Asunción bildete einen natürlichen Hafen und außer Dörfern und Ackerflächen der Carios-Guaraní fand sich damals keine Infrastruktur vor.

Salazar stach 1535 vom spanischen Hafen Sanlúcar de Barrameda (Cádiz) in See, er war Mitglied der Expedition von Pedro de Mendoza, den er zunächst in die Region des Rio de Plata (Argentinien) begleitete, wo im Januar 1536 die Ansiedlung mit dem Namen Buenos Aires gegründet wurde.

Von dort wurde Salazar entsandt um Juan de Ayolas zu suchen, der mit der Erforschung des Oberlaufs des Rio Paraná und des Rio Paraguay beauftragt war. Der Name der Stadt Nuestra Señora de la Asunción ist auf die Grundsteinlegung des Forts zurückzuführen, dem 15. August 1537, an dem der katholische Feiertag Maria Himmelfahrt begangen wurde. Auf den Suche nach Ayolas gelang Salazar nach San Pedro und in den Chaco, nur um dort zu erfahren, dass sein Kollege von Eingeborenen umgebracht wurde.

Asunción war durch seine strategische Lage Ausgangspunkt zahlreicher Kolonialisationstouren. Von hier aus starteten die Gründer nach Santa Cruz (Bolivien), Santa Fé, (Argentinien), nicht zuletzt wurde Buenos Aires (BA) mit logistischer Unterstützung aus Asunción neu gegründet, nachdem es für eine Weile, nach der Stadtgründung von BA 1541, verlassen war. Diese Basis für die Gründung neuer Ansiedlungen in den Kolonien brachte Asunción den Namen „Mutter aller Städte“ ein.

Am 16. September 1541 wurde das damalige Parlament (El Cabildo) eingeweiht. 1543 zerstörte ein Feuer das Fort von Asunción, mehrere Kirchen und rund 200 Häuser. Die Stadt wurde neu aufgebaut und von 1730 bis 1735 tobte die erste größere Revolte gegen die spanische Obrigkeit unter Führung des panamesischen Auswanderers José de Antequera y Castro.

Weniger als hundert Jahre später, am 14. Mai 1811, besetzte eine Gruppe von Offizieren neuralgische Punkte der Stadt und am 15. Mai erklärte man die Unabhängigkeit gegenüber dem spanischen Gouverneur, Bernardo de Velasco. Man forderte die Übergabe aller Waffen, des Geldes und aller offiziellen Schriftstücke. Nach anfänglichem Zögern ließ sich Velasco überzeugen und gab den Forderungen nach, ohne dass ein Tropfen Blut vergossen wurde.

José Gaspar Rodríguez de Francia, einer der ersten Staatsoberhäupter der Republik, ließ das damalige Asunción dem Erdboden gleichmachen und schachbrettartig neu errichten, damit wollte er jegliche Konspiration gegen seine Person leichter erkennen können.

Im Verlauf des Triple-Allianz-Krieges (1864-1870) wurden große Teile von Asunción abermals zerstört. Von 1869 bis 1876 bevölkerten tausende von brasilianischen Soldaten die Stadt, erst danach setzte ein erneuter Wiederaufbau ein. Anfang des 20. Jahrhunderts blühte die Stadt unter dem Zustrom europäischen Migranten auf.

Von 1932 bis 1935 glich die Stadt einem Lazarett, als tausende verwundete Soldaten aus dem Chaco-Krieg mit Bolivien hier behandelt wurden. Am 2. und 3. Februar erlebte die Stadt einen Putsch, der die Militärregierung unter Alfredo Stroessner ablöste. 1999 trat der Präsident Raúl Cubas Grau nach einem bis heute ungeklärten Attentat auf den Vizepräsidenten Luis María Argaña zurück.

Am 1. August 2004 kam es zu einem tragischen Großbrand des Einkaufszentrums Ykua Bolaños, bei dem 400 Menschen ums Leben kamen. Anfang des Jahres 2015 wurde die Mutter aller Städte von „intelligenten Ampelnheimgesucht.

Quelle: Última Hora

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3 Kommentare zu “Die Mutter aller Städte

  1. Wann kam der erste Deutsche nach Paraguay ? Die wenigsten wissen, dass der Landsknecht Ulrich Schmidl aus Straubing/Bayern in habsburgischen Diensten bei der Gruendung von Asuncion 1537 schon dabei war. Spaeter kam er nach Deutschland zurueck und diktierte seine Erlebnisse an einen Schreibkundigen die auch heute noch gelesen werden.

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