Die Odyssee, um einen Sarg in den Chaco zu bringen

Puerto Casado: Ein Indigener musste mehrere Stunden unter einem Baum am Ufer des Paraguay-Flusses warten, um den Sarg seiner Mutter von der Stadt Tres Cerros im Departement Concepción nach Bahía Negra im Chaco zu transportieren.

Die ältere Frau starb am Mittwochabend im Regionalkrankenhaus von Concepción. In den frühen Morgenstunden dieses Donnerstag warteten Cristino Miranda und sein Begleiter auf ein Transportmittel in die Stadt Tres Cerros, damit sie in die indigene Gemeinde Yshir in Puerto Diana gebracht werden konnten, bei Bahía Negra, im Departement Alto Paraguay.

Nach den Daten, die verarbeitet wurden, baten die Indigenen die Stadtverwaltung Bahía Negra um einen Krankenwagen, um den Sarg zu holen. Die Kommune übernahm die Kosten für Treibstoff und stellte eine finanzielle Unterstützung für die Angehörigen zur Verfügung.

Die Indigene saßen viele Stunden am Ufer des Paraguay-Flusses und erst gegen Mittag traf der Krankenwagen ein, um sie in ihre Gemeinde zu bringen und eine christliche Grabstätte zu errichten.

Schließlich mussten die Indianer mit dem Sarg und einem Boot nach Puerto Casado fahren und von dort aus die Reise in ihre Stadt antreten. Aufgrund des schlechten Straßenzustands, der in einigen Gebieten des Chacos zu Niederschlägen führt, ist die Fahrt jedoch ziemlich lang für das endgültige Ziel.

Die Bewohner beklagten die schmerzhafte Situation, die die Indigenen durchmachen mussten. Marciano Barbosa von der Gemeinde Puerto Diana bedauerte, dass die Behörden die Ureinwohner “wie Tiere“ behandeln.

„Hier haben wir unseren Gouverneur, wir haben den Bürgermeister von Bahía Negra, sie müssen Verantwortung übernehmen, weil sie morgen auch die Stimmen der Menschen unserer indigenen Gemeinde brauchen, wenn die Wahlen anstehen“, sagte er.

Wochenblatt / Ultima Hora

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2 Kommentare zu “Die Odyssee, um einen Sarg in den Chaco zu bringen

  1. Naja, warten zu muessen ist nicht schoen und ob ein Krankenwagen das geeignete Transportmittelfuer einen Sarg ist sei dahin gestellt. In Paraguay ist das letzte Auto zumindest im ländlichen bereich eher ein Camionetta eines Nachbarn.

  2. Ich vermute mal, dass die wenigen Krankenwagen ’52, die im Paraguay unterwegs sind besser als Krankenwagen eingesetzt werden. Jeder andere muss das privat organisieren und bezahlen. Hierzulande haben die Indianer zwar wenig berufliche Aufstiegschancen, werden aber oft unterstützt, mit Nahrung zum Beispiel.

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