Die Situation im Norden

Abraham Fehr, ein Landwirt aus der Kolonie Manitoba in San Pedro, wurde am 8. August von Mitgliedern der EPP entführt. Die Übergabe der geforderten Lösegeldsumme von 20.000 USD scheiterte, später erhöhten die Terroristen die Summe auf 500.000 USD. Die Familie von Fehr, die aufgrund der geringen Preise am Agrarmarkt hohe Bankschulden hat, erklärte sich zahlungsunfähig, zudem fror die Staatsanwaltschaft alle Konten der Familie ein, um eine Verhandlungshoheit der Behörden zu sichern.

Am 13. August verlangte der Vater von Abraham Fehr mit dem Präsidenten zu sprechen, als der sich zu Besuch in Tacuatí, in San Pedro, befand, Cartes verweigerte dies mit den Worten: „Dies ist weder Zeit noch Ort über die Entführung zu sprechen.“ Gestern gab der Präsident bekannt, dass bereits am Freitagnachmittag im Amtssitz von Cartes Mburuvicha Róga ein Treffen zu Stande kam, über dessen Inhalte machte er aber keine Angaben.

Am Sonntag sprengte die EPP im Zentrum der Kolonie Manitoba einen Starkstrommasten, der die Stromversorgung von etwa 750.000 Personen sicherstellt, die Reparaturarbeiten dauerten längere Zeit an, mittlerweile wurde am Montag, gegen 13:00 Uhr, fast alle betroffenen Gebiete wieder an das Stromnetz der ANDE angeschlossen. Die Anti-Terroristen-Einheit (FTC) erklärte sich außer Stande alle 600 Masten, die im Abstand von jeweils einem Kilometer stehen, zu überwachen, dazu fehle ausreichend Personal.

Der Einsatzchef der FTC, Jonás Ramírez, erklärte, die Terroristen operierten in kleinen unabhängigen Gruppen, verstärkt durch Personen, die nach außen ein normales Leben führen und punktuell terroristische Handlungen unterstützten, sie hätten den Vorteil des Überraschungsmoments. Über die Aktionen der FTC seien die Terroristen zudem stets gut informiert, da Informationen durchsickern. Nach dieser Aussage zitierten Abgeordnete Ramírez nach Asunción, damit er die Namen derer, die für die EPP spionieren, im Parlament nenne. Am Montagabend wurde Ramírez seines Amtes enthoben.

Etwa 60 Militärs der FTC sind seit Januar mit dem Bau von 100 Sozialwohnungen der Senavitat in Santa Rosa del Aguaray beschäftigt. Die Firma, welche die Ausschreibung unter der Regierung Franco gewann, kassierte 2 Milliarden Guaranies vorab und meldete daraufhin Konkurs an. Die Soldaten erhielten bis vor drei Wochen Sonderzulagen von 2 Millionen Guaranies pro Monat vom Kraftwerk Itaipú, diese wurden nun gestrichen und die Soldaten streiken.

Vergangen Woche berichtete Telefuturo über ein Treffen von Unternehmern der Kolonie Manitoba, die über einen Rückzug aus der Zone berieten, das als Folge der Unsicherheit und der aktuell ungünstigen Produktionsbedingungen. Die Kolonisten verschiedener Nationalitäten sind sich uneins bei der Frage „Bleiben oder Gehen?“, ebenso wollen einige das Lösegeld für den deutschstämmigen Abraham Fehr zusammenlegen, während andere dies nicht für den richtigen Weg halten.

Innenminister Francisco de Vargas bestritt die Information von Telefuturo, alle Anwohner seien bereit, gegen die EPP zu kämpfen, erklärte er. Der Polizist Edelio Morínigo befindet sich seit 428 Tagen in Gefangenschaft der EPP, über acht Monate gibt es keine Neuigkeiten über sein Befinden.

Quelle: Última Hora

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