Die Südamerikaspiele 2022 sind trotz Pandemie am Leben

Zu den größten Sportereignissen des südamerikanischen Kontinents zählen die sogenannten “Juegos Suramericanos”, auf deutsch “Südamerikaspiele. Das Ereignis findet grundsätzlich alle vier Jahre statt – für das Jahr 2022 ist Asuncion als Austragungsort vorgesehen um den Athleten verschiedenster Sportarten die Möglichkeit zu geben, ihr Talent unter Beweis zu stellen.

Lange Zeit sah es so aus, als würden die Planungen des Events nicht durch den Ausbruch der weltweiten Corona-Pandemie beeinflusst werden. Auch im Juni, als sich Lateinamerika zum Epizentrum der Ausbreitung entwickelte, lag die Gesamtanzahl der Fälle in Paraguay nur bei knapp über 1.000. Die Zahl der Todesfälle konnte an einer Hand abgezählt werden. Dadurch entschloss sich die Regierung, wieder einigermaßen zur Normalität zurückzukehren. Die Lockerungen bewirkten allerdings, dass sich Anzahl an Infektionen mittlerweile auf knapp 30.000 Fälle beläuft.

Camilo Pérez López-Moreira, Präsident des olympischen Komitees in Paraguay, musste eingestehen, dass jene Entwicklungen den Vorbereitungen der Südamerikaspiele einen heftigen Dämpfer versetzten. “Es handelt sich um eine schwierige Situation mit außergewöhnlichen Umständen. Nichtsdestotrotz sind wir davon überzeugt, dass die Regierung die Spiele als wichtige Quelle für Jobs und vor allem auch der Förderung körperlicher und mentaler Fitness nach der Pandemie ansieht”.

Trotz der Herausforderungen und aktuellen Infektionszahlen, müssen die Schwimmkappen, Tennisschläger oder Fußballschuhe der Athleten nicht im Schrank verstauben – an dem vereinbarten Austragungszeitraum vom 26. März bis zum 9. April 2022 hat sich bis dato nichts geändert. Erwartet werden dabei etwa 4.500 Athleten aus 15 Regionen der ODESUR-Organisation. Ausgetragen werden hier Wettbewerbe in über 30 Sportarten, zu denen neben bekannten Sportarten auch Exoten wie Fechten dazugehören.

Um den Event in dieser Größenordnung auch stattfinden lassen zu können, ist man darauf vorbereitet, sehr strenge Kontrollen in Zusammenhang mit den Wettbewerben durchzuführen. “Wir sind um unser bestes bemüht, in keinster Weise die gesundheitsfördernden Aspekte in Zusammenhang mit der Pandemie negativ zu beeinflussen”, wird López-Moreira zitiert. Angesichts dieser Tatsache ist der Veranstalter allerdings auch darauf vorbereitet, einen Ersatztermin im selben Jahr zu finden – eine gänzliche Absage stünde jedoch nicht im Raum. “Bis jetzt sei diesbezüglich noch nichts offiziell bestätigt”, heißt es von seiner Seite weiter. Einen möglichen Ausweichtermin würde López-Moreira allerdings für die Monate September und Oktober für realistisch halten. Hier würde man aber darauf bedacht sein, den Wettbewerb noch vor der Fußballweltmeisterschaft in Katar abzuhalten. 

Um die “Juegos Suramericanos” plangemäß durchführen zu können, sieht der Chef des olympischen Komitees nicht nur die Corona-Pandemie als besondere Herausforderung. “Das Budget reicht nicht aus, um noch mehr Leute ins Boot zu holen. Wir haben uns vorgenommen, in allen Bereichen so geringe Ausgaben wie möglich zu machen”, heißt es weiter. Grund dafür sei die Regierung, die viele Gelder im Angesicht der Situation in den Gesundheitssektor umleitet. “Obwohl dies eine Zeit vieler Veränderungen ist und wir stets wie viele andere Organisationen besorgt sind, werden wir allerdings weiter arbeiten und den Herausforderungen zuversichtlich entgegensehen”.