Dienstbeflissene Ande, teure Elektriker und ein deutsches Stromschlagopfer

Colonia Independencia: Wenn man weit weg von einer Ande Zweigstelle wohnt und zudem noch ein hoher Wartungsaufwand an der Stromleitung vorhanden ist, findet man nur seltenst nützliches Personal, wo es gebraucht wird. Der einzige Ausweg der vielen auf dem Land lebenden Menschen bleibt, ist auch nur mit Beigeschmack zu ertragen, denn es geht dabei ans Portemonnaie. Viele paraguayische Hobbyelektriker haben darin ihre Berufung gefunden und nehmen ohne einen roten Kopf zu bekommen 100.000 Guaranies und mehr für den Tausch einer einfachen Sicherung. Wenn dies jedoch regelmäßig passiert ist man darauf angewiesen andere Auswege zu suchen.

Solch einen Weg beschritt auch der deutsche Auswanderer Wolfgang Schemel, der mit seiner Familie in Cristo Rey lebte. Er versuchte gestern Morgen gegen 08.00 Uhr die Sicherung der Leitung zu wechseln und wurde dabei von einem Stromschlag getötet. Die Schuldfrage, die dabei im Raum steht, bleibt ungelöst trotz eingeschalteter Staatsanwaltschaft und alle anderen, die vom gleichen Stromausfällen geplagt werden, wissen auch nicht weiter.

(Wochenblatt)

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9 Kommentare zu “Dienstbeflissene Ande, teure Elektriker und ein deutsches Stromschlagopfer

  1. Leute ich kann euch nur raten macht es so wie ich, holt euch über Amazon Sicherungen aus Deutschland. Die sind billiger und halten ewig, sicherer sind die dinger auch.

  2. Das dieses Schicksal einem deutschen Elektriker passiert ist, wird für mich immer ein Rätsel bleiben.
    Mein Beileid den Angehörigen.

  3. erst einmal mein Beileid!
    und du Robert, es steht nirgends das der Mann Elektriker war!

    und nun zur Ande !
    die Bemühungen Cartes Industrie ins Land zu holen, sind beispielhaft!
    aber es muss auch einem Mann seines Formats klar sein, das so etwas leider zum scheitern verdammt ist!
    sei es nun der Strom! ich glaube man muß lange suchen, bis man was unfähigeres findet wie die Ande!!!!
    und bei Wasser sieht die sache nicht besser aus!

    es kann doch nicht sein,das z.b ganze Viertel von Piri,oder Caacupe jeden Tag über mehrere Stunden kein Wasser bekommen!und das beim kleinsten Regen der Strom weg ist!

    da gehört endlich der weg frei gemacht, das sich die Private Wirtschaft etablieren kann und es endlich alternativen zur Ande gibt! ich bin mir sicher das innerhalb von 5 Jahren die Ande vom Markt verschwunden wäre und das wär auch gut so!

  4. Dazu braucht man nichtmal weit draussen zu wohnen. Der zuständige ANDE „Fachelektriker“ Javier M., kommt auch in seiner unmittelbaren Nachbarschaft nur, wenn die Extra-Bezahlung von 100.000 Gs für eine selbstgebastelte Sicherung entrichtet wird. Daß sowas nicht schon früher passiert ist grenzt an ein Wunder. Bei uns war es im letzten Jahr ein Pferd was sich der umgefallenen Hochspannungsleitung genähert hatte. Übrig dafür haben die ANDE Spezies lediglich ein dummes Grinsen!!!

    Es wird Zeit diese Jungs genauso zu behandeln wie zur Zeit manche Senatoren in den Restaurants und Shopping Malls von Asunción.
    Hoffentlich zieht die Sache mal größere Kreise.

  5. Das kann passieren, wenn der Kaugummi-Verkäufer vom Bus nebenbei auch Maler, Maurer und Elektriker ist. Wie viele male wollten solche Gestalten schon am meinem Haus werken!

    Nach dem Anstrich der Wände ist auch noch die halbe Decke gestrichen, natürlich mit einer Farbe, die schon beim Anschauen abfällt (1% Farbpigment, 1% Kalk, 98% Wasser).

    Nach der Fertigstellung der neuen Maurer fällt diese schon beim Hinschauen auseinander (12 Teile Sand zu 1 Teil Zement). Der Zement wird natürlich aller aufgebraucht sein bzw. ist, als Sie den Rücken kehrten, abtransportiert worden.

    Nach Fertigstellung der Elektroinstallation werden Sie bemerken, dass das billigste Kabel verwendet wurde, am besten 1mm2 für die Klimaanlage. Zimmer y wird halt an die Sicherung von Zimmer x genommen. Ob Strom auf der Minus- oder Plusleitung anliegen sollte, davon kann ein Kaugummi-verkaufender Elektriker trotz 3-stündiger täglicher schulischer Ausbildung nichts wissen, in der sicherlich die Formel u=r*i ausgiebig behandelt wurde. Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Paraguayer r berechnen kann (r=u/i), er muss ja schon bei 3+4 den Taschenrechner zur Hilfe nehmen. Und alle Elektrogeräte haben in Paraguay 220 Watt…!!!

    Naja, es sind nicht alle so – es gibt durchaus auch fähige Leute. Aber Vorsicht wenn der Wachmann oder Kaugummiverkäufer auch Maler, Maurer oder Elektriker ist!

  6. „Er versuchte gestern Morgen gegen 08.00 Uhr die Sicherung der Leitung zu wechseln…“

    Ist damit die Sicherunge an der Hochspannung gemeint? Dieses Glasfasergehäuse mit dem Sicherungsdraht drin am Übergabepunkt über dem Hochspannungstransformator?

    Wer daran selbst herumfummelt sollte sich darüber klar sein das der Mench auch ein Halbleiter ist!

    Mein Beileid der Familie, die, die übrigbleiben haben es immer am schwersten.

  7. es sind nicht alle Ande-Mitarbeiter gleich, da gibt es durchaus auch sehr gute Techniker. Die können allerdings nichts dafür, wenn da mal 480Volt durchgeknallt werden. Die Probleme haben wohl auch andere Gründe

  8. Oh Mann mir reichts, der dritte Tag hintereinander stundenlang kein Strom, Heute von 12:00 bis 19:45. Dabei bin ich extra in die Naehe von Hauptstadt und Flughafen gezogen um halbwegs in der Zivilisation zu sein und nicht am Arsch der Welt. Wie soll man so arbeiten ? Hat Jemand Erfahrung mit alternativen Stromquellen ?

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