Asunción: Cyberbetrüger zweigten neun Milliarden Guaranies durch technische Schwachstellen ab. Ein Experte warnt vor der rasanten Zunahme von “digitalen Mulis“ in Paraguay.
Der Experte für Cybersicherheit, Miguel Gaspar, analysierte die Operation “Ícaro“, bei der ein Ring von Cyberbetrügern unter der Leitung eines 18-Jährigen zerschlagen wurde. Gaspar stellte klar, dass die Kriminellen keine Banksysteme gehackt haben. „Diese jungen Leute, diese Cyberkriminellen, haben nie Banksysteme angegriffen, das entspricht nicht der Wahrheit. Es gab ein Unternehmen, dessen Zahlungs-Gateway eine Sicherheitslücke aufwies, die ausgenutzt wurde“, erklärte er.
Er betonte, dass das Ausnutzen dieser Schwachstelle kaum ohne interne Komplizen möglich gewesen wäre. „Die Erfahrung sagt mir, dass so ein Zugriff nie allein erfolgt. Es muss jemanden im Inneren geben – einen Maulwurf, eine Ratte, einen Komplizen“, so Gaspar. Er erläuterte, dass durch diese Sicherheitslücke etwa neun Milliarden Guaranies entwendet wurden. Die Täter verschleierten die Bewegungen, indem sie viele kleine Beträge überwiesen, um keinen Verdacht zu erregen.
Die Rolle der “digitalen Mulis“
Besonders warnte Gaspar vor der Rolle der sogenannten digitalen Mulis innerhalb des Schemas. „Unser Land füllt sich mit digitalen Mulis – Personen, die absichtlich oder manchmal unfreiwillig zu passiven Opfern werden, indem sie Geld aus Betrugsfällen empfangen oder weiterleiten“, gab er an. Viele der involvierten Konten gehörten Personen, die ihre elektronischen Geldbörsen (Billeteras) aus Unwissenheit verliehen hatten.
Der Spezialist drängte auf mehr digitale Bildung. „Wir hörten von einem Vater, der sagte: Meine Tochter steckt in Schwierigkeiten, sie hat ihr Konto verliehen, weil ein Klassenkamerad sie darum gebeten hat. Das ist ein Mangel an Aufklärung. Man darf seine digitale Geldbörse niemals verleihen“, berichtete er.
Die Strategie der Kriminellen sei es gewesen, lieber einen Teil der Beute zu verlieren, um das Geld “zu waschen“. „Sie haben lieber die Hälfte des Geldes durch Transaktionsgebühren oder Mittelsmänner verloren, um den Rest sauber zu waschen, anstatt das Risiko einzugehen, alles zu verlieren,“ so Gaspar abschließend.
Wochenblatt / Radio Monumental















