Wissenschaft im Sinkflug: Paraguay investiert fast nichts – und stürzt in weltweiten Rankings ab

Asunción: Die universitäre Bildung in Paraguay steht vor einem kritischen Panorama. Das Land verzeichnet gerade einmal 142 Forscher pro Million Einwohner. Diese Zahl ist im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt von 1.521 verschwindend gering. Zudem erreichen die Investitionen in Forschung und Entwicklung lediglich 0,14 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Laut dem Scimago-Ranking 2024 belegt die Universidad Nacional de Asunción (UNA) weltweit den Platz 6.952. Im lateinamerikanischen Raum kommt die Institution auf Position 280. Das Nature Index-Ranking (2023–2024) wiederum positioniert die UNA auf Platz 6.307 weltweit. In derselben Messung sticht die Universidad Nacional de Concepción hervor, die im Land den Bereich der klinischen Wissenschaften anführt.

Die akademische Krise wirkt sich auch auf die Abschlussquote der Studenten aus. An der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der UNA (FIUNA) beenden nur 19,05 % der Studierenden ihr Studium in einer angemessenen Zeit. Viele junge Menschen benötigen bis zu 11 Jahre, um ihr Diplom zu erlangen.

Dieses Szenario institutioneller Schwäche fällt mit Rückschlägen bei der internationalen Qualität zusammen. Das Regionale Akkreditierungssystem für Universitätsstudiengänge (Arcu-Sur) — der offizielle Mechanismus des MERCOSUR — validiert Exzellenzstandards in der Region. Im Mai 2026 bestätigte die Resolution Nr. 142 der ANEAES eine negative Nachricht: Der Studiengang Bauingenieurwesen der FIUNA verfügt nicht mehr über diese regionale Akkreditierung. Diese Ablehnung spiegelt die strukturellen Probleme wider, die den Fortschritt der paraguayischen Technologie bremsen.

Wochenblatt / Hoy / Beitragsbild Archiv

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2 Kommentare zu “Wissenschaft im Sinkflug: Paraguay investiert fast nichts – und stürzt in weltweiten Rankings ab

  1. Und das soll jetzt schockieren? Wenn man weiß, daß die Diplomanten von ihren Profs. stark zur Kasse gebeten werden, um überhaupt eine Chance zum Abschluß ihres Studiums zu haben, wundert man sich über nichts mehr.
    Man fragt sich überhaupt, wie die Profs und Studenten internationale wissenschaftliche Arbeiten, die überwiehgend in englischer Sprache verfasst sind, nutzen, wenn der überwiegende Teil von ihnen kein Englisch versteht. Das ist leider nicht nur bei der UNA, sondern auch bei der UNC der Fall.
    Die Unis sollten besser Kurse zum Thema Korruption anbieten, darin ist Paraguay noch einsame Spitze, neben dem Wertloswesten, der stark aufholt.

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  2. Land Of Confusion

    11 Jahre bis zum Diplom beim Bauingenurwesen. Kein Wunder, viele, ja sogut wie alle, arbeiten noch Vollzeit (!) neben dem Studium. Und wie die dann abends um 18 Uhr bei der Rush Hour nach San Lorenzo kommen, um sich noch 3 Stunden von einem Dozenten, der ebenfalls aus einem langen Arbeitstag kommt, durchaus komplexe Materie anhören können, ist mir ein Rätsel und wirft Fragen nach der Qualität so eines Studiums auf.

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