Asunción: Der mündliche Prozess gegen Hernán Rivas hat begonnen, und bereits mit der ersten Aussage liegt der gesamte Film vor uns: Ein Horrorfilm, ein Mafiafilm, ein Science-Fiction-Streifen – alles in einem.
Der ehemalige Dekan der Universität Sudamericana, Óscar Rodríguez Kennedy (der Vater von “Nenecho“), gab vor Gericht zu, dass er Rivas’ Diplom sowie dessen Studienbescheinigung unterzeichnet hat, obwohl er ihn nie an der Universität gesehen hatte; er habe erst im Jahr 2020 von dessen Existenz erfahren.
Und damit Sie sehen, wie diese Zirkusvorstellung weitergeht: Das Diplom hat er im Auto unterschrieben, so ganz nebenbei, mit der Warnblinkanlage an, an der roten Ampel, ohne überhaupt auszusteigen. So funktioniert die Anwaltsfabrik in Paraguay: Ein Titel, vom Fahrersitz aus unterschrieben für jemanden, der nie einen Hörsaal betreten hat, an den sich kein Kommilitone erinnert, den kein Professor je kennengelernt hat. Und mit genau diesem Wisch schaffte es Rivas bis an die Spitze des Richter-Disziplinarrats. Er erlangte genug Macht, um darüber zu entscheiden, wer in diesem Land Richter oder Staatsanwalt wird.
Fäulnis über Fäulnis im Saustall der Giganten des Peñismus. Wir waren es, die diesen Fall öffentlich bei der Staatsanwaltschaft angezeigt haben – und die Belohnung dafür war unser Rauswurf aus dem Senat, mit einer fingierten Anklage, die auf allen Wegen abgewiesen wurde, außer von den sechs Unterwürfigen des Obersten Gerichtshofs, die vor der Strippenzieher-Gartenlaube auf den Knien liegen.
So steht es um unser Paraguay, liebe Zuhörer; in diesem angeblichen Giganten, den Santiago Peña so lautstark besingt – der Gigant mit Investment-Grade-Rating, aber inklusive Rechtsunsicherheit und einem Richter-Richter mit einem gefälschten Titel, unterschrieben im Auto an der Ampel.
Wochenblatt / Megacadena Kattya González















