Dollar-Sturz ohne Folgen im Supermarkt: Minister wittert Profitgier der Importeure

Asunción: Der Vizeminister für Handel und Dienstleistungen, Alberto Sborovsky, wurde dazu befragt, warum sich der fallende Dollarkurs nicht in den Supermarktpreisen widerspiegelt. Obwohl er früher selbst Vertreter des Supermarktsektors war, vermied er eine direkte Antwort. Er räumte jedoch ein, dass die Situation für ihn “nicht schlüssig“ sei, und deutete eine mögliche “Ausnutzung“ durch den Importsektor an.

Inmitten des Dollarkurses-Sturzes – der laut jüngsten Daten bereits 20 % überschreitet – stellt sich für die Verbraucher eine entscheidende Frage: Warum spiegelt sich dieser Rückgang nicht in den Preisen für Grundnahrungsmittel wider?

Vizeminister Sborovsky gab darauf nur vage Antworten ohne konkrete Erklärungen. Er gab jedoch zu, dass das Phänomen selbst innerhalb der Regierung Zweifel aufwirft. „Ich sage es ganz ehrlich, ich habe keine Antworten auf diese Frage… es ergibt für mich auch keinen Sinn, dass man die Preise nicht senken kann“, gestand er.

Regierung ohne Handhabe für Preissenkungen

Sborovsky wies darauf hin, dass der Staat die Marktteilnehmer nicht zur Preissenkung zwingen könne. „Die Regierung kann nicht hingehen und sagen: ‚Der Dollar ist gefallen, senkt jetzt sofort die Preise‘“, erklärte er. Er schob die Verantwortung dem Privatsektor zu und betonte, dass Importeure und Supermärkte darauf antworten müssten.

Der Vizeminister erwähnte, dass es selbst innerhalb des Handelssektors Kritik an den Anpassungskriterien gibt: „Beschwert wird sich darüber, dass bei einem steigenden Dollar die Preise sofort angepasst werden, bei einem fallenden Kurs jedoch nicht.“ Er forderte zudem “ein bisschen mehr Transparenz“ bei der Preisgestaltung.

“Ausnutzung“ des Kursabfalls

Obwohl er direkte Beschuldigungen vermied, deutete Sborovsky eine Verantwortung der Importeure an. Er erklärte, dass zwar Anpassungen in Brasilien und Argentinien stattfänden, diese aber oft geringer ausfielen als der Rückgang des Dollars bei uns. „Es bleibt eine Lücke, und ich glaube auch, dass dies eine Ausnutzung der Gelegenheit ist, um die Margen zu erhöhen“, erklärte er.

Er betonte, dass die Bürger sehen, dass der Dollar bereits um 22 % gefallen ist, dies bei den Preisen aber nicht wahrnehmbar sei.

Gewinner und Verlierer

Sborovsky erklärte, dass der niedrige Dollar in einigen Bereichen klare Vorteile bringe. „Es ist unbestreitbar, dass die Kaufkraft bei Produkten steigt, die an den Dollar gekoppelt sind“, sagte er und nannte Autokredite oder Haushaltsgeräte als Beispiele. Gleichzeitig räumte er ein, dass das Szenario Exporteure negativ treffe: „Dem Verbraucher hilft es, dem Exporteur schadet es. Das lässt sich nicht leugnen.“

Wochenblatt / ABC Color / Beitragsbild Archiv

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