Asunción: Gerade als viele dachten, die Covid-19-Pandemie sei nur noch eine ferne Erinnerung, schrillten diese Woche erneut die Alarmglocken. Grund ist die potenzielle tödliche Gefahr des Hantavirus, das auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik bestätigt wurde.
Die Besorgnis wächst, da die Inkubationszeit eine unbemerkte Ansteckung ermöglicht, die sich erst manifestiert, wenn es bereits zu spät ist. Die Todesfälle bestätigen dies, doch die Panik stieg weiter an, als bekannt wurde, dass viele Passagiere Kontakt zu Inselbewohnern hatten und einige Erkrankte sogar trotz Symptomen in Flugzeuge stiegen, um nach Hause zurückzukehren.
Angesichts der Schwere der Situation erläuterte das Gesundheitsministerium wichtige Aspekte der Krankheit:
-Definition: Das Hantavirus ist eine zoonotische Viruserkrankung mit hoher Sterblichkeitsrate.
-Übertragung: Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Wildnager auf den Menschen, zumeist durch das Einatmen kontaminierter Aerosole.
-Überwachungsstatus: Die Krankheit tritt sporadisch in definierten Endemiegebieten auf; eine epidemiologische Überwachung ermöglicht die rechtzeitige Erkennung von Fällen.
Fälle in Paraguay
Die Behörden stellten klar, dass in Paraguay die Region Occidental (Chaco) als Gebiet mit nachgewiesener Viruszirkulation unter Nagetieren gilt. Dennoch wurden auch isolierte Fälle in Concepción und Itapúa registriert. Die Mehrheit der Fälle betrifft junge erwachsene Männer aufgrund von Risikoaktivitäten in ländlichen Gebieten.
Statistiken des Ministeriums:
-Zwischen 2020 und 2025 wurden im Land 110 Hantavirus-Fälle gemeldet, wovon 73 % aus dem Departement Boquerón stammten.
-85 % der Fälle entfallen auf Männer; die am stärksten betroffene Altersgruppe ist die der 20- bis 39-Jährigen (62 %).
-Die kumulierte Sterblichkeitsrate liegt bei 14 %.
-Verteilung der Fälle: Boquerón (80), Presidente Hayes (20), Alto Paraguay (8) sowie Einzelfälle in Concepción und Itapúa.
Im Jahr 2026 wurden bisher 3 Fälle bestätigt, allesamt Männer: zwei aus Boquerón (20–39 Jahre) und einer aus Presidente Hayes (15–19 Jahre).
Nagetiere: Die Gefahr
Das Virus infiziert chronisch verschiedene Nagetierarten. In Paraguay ist das Hauptreservoir die Spezies Calomys laucha.
-Ausscheidung: Nagetiere scheiden das Virus über Blut, Sekrete und Exkremente (Urin und Kot) aus.
-Infektionswege: Übertragung durch Einatmen von Aerosolen, Wunden in der Haut, Schleimhäute oder Nagetierbisse.
-Risikofaktoren: Aktivitäten wie Bauwesen, Landwirtschaft, Viehzucht, Abenteuertourismus, Camping, Angeln und Jagen in bewohnten Gebieten der Nagetiere.
-Mensch-zu-Mensch: Eine direkte Übertragung wurde bisher nur für das Andes-Virus dokumentiert, welches in Paraguay nicht vorkommt.
Inkubationszeit, Symptome und Behandlung
-Inkubation: Variiert zwischen 4 Tagen und 6 Wochen (Durchschnitt: 15 bis 20 Tage).
-Symptome: Plötzliches Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (Myalgie), Schwäche oder Müdigkeit sowie in einigen Fällen Erbrechen und Durchfall. Die Verläufe reichen von mild bis hin zu schweren, tödlichen Bildern.
-Behandlung: Es gibt keine spezifische Therapie und keinen verfügbaren Impfstoff. Die Behandlung ist rein unterstützend und erfolgt in der Regel auf Intensivstationen (UCI), um Komplikationen zu vermeiden.
Wochenblatt / La Nación















