Coronel Oviedo: Don Virgilio Dávalos ist im Alter von 111 Jahren verstorben. Er war einer der letzten drei noch lebenden Veteranen des Chaco-Krieges in Paraguay. Der Veteran lebte im Viertel Las Mercedes dieser Stadt und war seit letztem Dienstag wegen Atemwegsbeschwerden in einer Privatklinik stationär behandelt worden.
Don Virgilio war am Dienstagnachmittag nach Komplikationen mit der Atmung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er blieb fünf Tage in stationärer Behandlung, doch sein Zustand verschlechterte sich zusehends, bis an diesem Samstag um 12:00 Uhr sein Tod im Kreise seiner engsten Angehörigen bestätigt wurde.
Die Totenwache wird in seinem Haus abgehalten, ganz nach seinem zu Lebzeiten geäußerten Wunsch. Laut seinen Angehörigen bat Don Virgilio darum, dass sein Abschied in seinem Zuhause und an keinem anderen Ort stattfindet.
Die Beisetzung ist für heute um 09:00 Uhr auf dem Friedhof von Coronel Oviedo geplant. Dort bat er darum, an der Seite seiner Ehefrau zu ruhen, womit er den speziell für Kriegsveteranen reservierten Bereich des örtlichen Friedhofs ablehnte.
Mit seinem Tod verbleiben dem Land nur noch zwei Überlebende des Chaco-Konflikts: Canuto González Britos (110) und Juan Bautista Cantero Silva (111) – direkte Protagonisten eines der bedeutendsten Kapitel der nationalen Geschichte. Der Chaco-Krieg (1932–1935) prägte eine ganze Generation von Paraguayern, die das Territorium unter extremen Bedingungen verteidigten und deren Zeugnisse mit der Zeit immer leiser werden.
Mit seinem Ableben verliert Coronel Oviedo ein wahres „lebendes Relikt“ und Paraguay verabschiedet sich von einem Symbol des Widerstands und des historischen Gedächtnisses.
Wochenblatt / Abc Color















