Dreister geht’s kaum

Villa Elisa: Geschmuggelter Diesel ist an diversen Orten des Landes erhältlich. Zuletzt war die Hochburg die Provinz Ñeembucú. Allerdings verlagerte sich dies ein wenig nach Norden. Nur 100 Meter vor der Einfahrt der Petropar Raffinerie können sie unverblümt illegal gemolkenen Dieselkraftsoff am Straßenrand erwerben. Die Herkunft ist allen klar, es stammt von Petropar Barkassen, die am Ufer ankern und nachts um 3.000 – 5.000 Liter Diesel erleichtert werden. Der Preis für das illegale Vergnügen beträgt 4.500 Guaranies pro Liter.

Weitere Verkaufspunkte im Land sind Nanawa (Puerto Elsa), Chaco’i, nahe der Remanso Brücke, in Viñas Cué (Zeballos), an einigen Punkten der Ruta 3, in Caaguazú und in Encarnación.

Das Dekret 10.911/2000 bestimmt wer welchen Kraftstoff importiert und verteilt. Diese Norm sagt explizit aus, dass kein Straßenverkauf stattfinden darf und verweist auf Tankstellen die eine Vertriebserlaubnis besitzen. Der Anwalt Luis Velázquez, vom Erdölderivatsektor des Ministeriums für Industrie und Handel, erklärt, dass die Polizei und die Staatsanwaltschaft für die Einhaltung des Gesetzes zuständig sind.

„Es kann nicht sein, dass diese nichts davon wissen“, so Velázquez. Er kann auch erst eingreifen, wenn eine Anzeige gemacht wird. Seine Art der Hilfe beschränkt sich auf die Weiterleitung an die Staatsanwaltschaft. Die Beschlagnahmung von Schmuggelgut ist danach deren Aufgabe.

Er erklärte Orte zu kennen wo mehr als 20.000 Liter Schmuggelkraftstoff gelagert sind, doch ohne Durchsuchungsbefehl sind ihm die Hände gebunden.

In Encarnación zum Beispiel können sie an jeder Straßenecke Benzin aus Argentinien kaufen, in Flaschen und viel günstiger. Die Polizei unternimmt nichts. Die Staatsanwaltschaft scheint geschmiert zu sein, denn auch sie unternehmen den lieben langen Tag nichts.

In den Zonen wo illegaler Sprit verkauft wird muss Bestechung eine Rolle spielen. Vom Landesteg der Küstenwache in Humaitá, Ñeembucú, wurden 2.260 Liter Kraftstoff von der Staatsanwältin für Umweltdelikte, Claudia Alonso beschlagnahmt. Der Verantwortliche für diesen Bereich war Unteroffizier Alcides Orué Vera. Dieser wurde am letzten Dienstag entlassen. Das melken eines Frachters fand am vorherigen Montag statt.

(Wochenblatt / Última Hora / Foto:UH)

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2 Kommentare zu “Dreister geht’s kaum

  1. Bestimmte Geschäfte sind in den Händen von bestimmten Personen und da werden wohl alles Gesetze der Welt nicht dagegen ankommen.

  2. Weiss nicht, ob ich wissen willl, mit wieviel “Zusatzstoffen” dieser Treibstoff noch gestreckt wird. Die Reparatur des Motors dürfte danach ein zigfaches mehr kosten, als gespart wurde.
    Lo barato sale caro…..

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