Durchschnittliche Dauer der Schulzeit in Paraguay bei knapp über 8 Jahren

Asunción: Etwas mehr als 115.000 Jugendliche können aus finanziellen Gründen nicht an einer weiterführenden Schulausbildung teilnehmen.

Gegenüber den 14 notwendigen Jahren, um eine effektive Schulausbildung in Paraguay abzuschließen, besucht der Durschnitt die Bildungseinrichtungen nur 8,2 Jahre, laut gegebenen Informationen des Erziehungsministeriums (MEC). Kurz darüber nachgedacht ergibt das folgenden Resultat: Die Mehrheit erreicht gerademal die 7. oder 8. Klasse.

Wenn man davon ausgeht, dass von einer Gesamtmenge von rund 450.000 Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren, 35% keine weiterführende Ausbildung erfährt, sind das 115.830 junge Menschen, die gar keine Bildungsstätte aufsuchen.

Von denen, die keine weitere Ausbildung erfahren (115.830 Jugendlichen), teilt sich erneut eine Gruppe von 56%, also 65.103 junge Menschen, die wegen fehlenden finanziellen Mitteln eine Ausbildung für eine eventuelle Zukunft verwehrt bleibt.

Arbeit unter Jugendlichen

Es ist allgemein bekannt und akzeptiert, dass Jugendliche im frühen Alter die Notwendigkeit erfahren für ihr Studium oder für die Familie arbeiten zu gehen. In der Mehrzahl der Fälle wird Arbeiten und Schule parallel erledigt, bis die Zeit für die Schule fehlt, die Anforderungen zu hoch werden, das Geld leichter verdient werden kann usw. Damit zieht die Ausbildung den Kürzeren, setzt der Report fort.

Es wird davon ausgegangen, dass etwa 40% von der besagten Altersgruppe (15 – 17 Jahre) also etwa 177.915 Jugendliche sich in einem Arbeitsprozess befinden. Die Mehrheit arbeitet für wirklich wenig Geld und träumt nur von einem Mindestgehalt, was 1.502.000 Guaranies pro Monat beträgt.

Wenn man also die Investitionen betrachtet, die das Bildungsministerium im Laufe der letzten 15 Jahre getätigt hat, d.h. ab 1995, sieht man, dass nur 4,12% dieser Summe, in Infrastruktur und Ausstattung floss.

Es sind solche Gründe, weswegen der Staat den Kostenvoranschlag erhöhen sollte. Der Durschnitt der Ausbildungsdauer sollte dringendst angehoben werden, sowie mehr Angebote für weiterführende Bildungsrichtungen bereitgestellt werden.

Wenn nicht bei der Bildung investiert wird, kann man auch an anderen Ergebnissen nicht meckern. In der Bildung liegt der Keim des Ganzen, hier beginnt jeder Wechsel.

(Wochenblatt / La Nación)

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2 Kommentare zu “Durchschnittliche Dauer der Schulzeit in Paraguay bei knapp über 8 Jahren

  1. Entscheidend sind doch die realen Unterrichtsstunden der wichtigen Grundfächer pro Jahr ( z.B. 1200 Stunden im Jahr) und die die Zeit die vertrödelt wird – mit auf der Straße trommeln oder Stunden die ausfallen weil es regnet oder die Lehrer streiken etc. –
    Ich habe in Gesprächen festgestellt das sogar den sogenannten Lehrern das Basiswissen für die Durchführung eines Grundschulunterrichtes fehlt ! ! ! –
    Das ganze Bildungs – und Ausbildungssystem müßte unter professioneller Anleitung reformiert werden. Es kann doch nicht sein das nur die Zeit die ein Schüler irgendwo absitzt ausreicht um im Leben vernünftig bestehen zu können. Das was heutzutage aus der Schule entlassen wird kann doch nicht mehr als an Kreuzungen Scheiben zu putzen – Für einen richtigen Beruf reicht das niemals. Danach kommt das Thema der fehlenden Berufsausbildung. u.s.w. je länger ich schreibe desto wütender werde ich darüber, wie eine Regierung seine Jugend so vergammeln läßt !
    Das kann nur einen Grund haben : indem der Banker zum Bildungsminister sagt : „Halt du sie dumm, ich halt sie arm“
    Doch diese Einstellung ist 100 Jahre veraltet und gehört nicht in ein System was gerne demokratisch wäre !

  2. Ganz ihrer Meinung, zu 100 %. Ich würde mich sofort an Bemühungen beteiligen, leider wird man hier auch als Fachperson nicht sehr willkommen geheissen, sodass wir unseren Sohn via Homeschooling ausbilden mussten, er studiert nun in Europa. Ja, uns so komme ich zu einem weiteren Problem dieses Landes: Welche Perspektiven bieten es Menschen, die Bildungsanstrengungen auf sich nehmen. Wie erging es den PY-Med.-StudentInnen aus Kuba? Ein Leben im Kontrafaktischen ist sehr aufwendig und schwierig, das wissen wir alle hier.

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