Ein Anwalt ist in Paraguay vonnöten

Asunción: Das Recht in Paraguay scheint immer auf wackeligen Beinen zu stehen, deshalb sind vor allem Anwälte gefragt. Sie sprießen aus dem Boden, während Ingenieure Mangelware sind.

Seit mehreren Jahren ist das Realität. Der Studienkoordinator für das Stipendienprogramm “Don Carlos Antonio López“ erklärte, es gebe 100 Ingenieure auf 1.000 Anwälte. Paraguay verfügt über 600 Rechtsberater auf 100.000 Einwohnern, das ist überdurchschnittlich im Gegensatz zu anderen Ländern in der Region. Das Arbeitsministerium führte im vergangenen Jahr eine Studie durch. 27% der Anwälte sind in öffentlichen Ämtern präsent, die restlichen 73% entscheiden sich für die Selbstständigkeit.

Federico Mora ist Koordinator des Antonio López Programms. Er bestätigte, dass keine Einschränkungen bestehen würden hinsichtlich der Fachrichtung. „Von 100 Paraguayer, die im Ausland studieren, sind 80 im Bereich der Sozialwissenschaften, 20 im technischen Bereich“, erklärte Mora.

Die traditionellen Wurzeln der paraguayischen Familien liegen meistens im Anwaltswesen, somit schlägt auch der Angehörige diesen Weg als Student ein. Das López Programm richtet sich aber vor allem auf technische Berufe. Hier wurde viel getan. „Vor ein paar Jahren schon erkannten wir das Defizit der Ingenieure im Land. Wir versuchen nun diese Bereiche kurz- und mittelfristig abzudecken um der Nachfrage in Paraguay gerecht zu werden“, erklärte Mora.

Bisher konnten im Rahmen des Programms, das unter dem Namen Becal auch bekannt ist, 844 Stipendiaten in 28 Ländern profitieren und so ihr Studium dort weiter führen.

Quelle: Hoy

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4 Kommentare zu “Ein Anwalt ist in Paraguay vonnöten

  1. In den USA gibt es fünfmal soviele Anwälte als Ingenieure, in Japan ist es genau umgekehrt. In den Jura-Hochburgen Freiburg und Würzburg fahren sehr viele Anwälte Taxi oder leben vom staatlichen Minimum. Anwälte sind Alleskönner. Man findet sie an der Spitze vieler Regierungen. Obma war Anwalt, Putin ist Jurist und viele andere Staatschefs auch. Anwälte sitzen auch in Deutschland an den Schaltstellen der Regierung, abe auch in der Wirstchaft. Man muß gut reden können und selbstbewußt auftreten. So brauchen wir bald auch keine Ärzte und Zahnärzte mehr, nur noch Anwälte. Das jedenfalls meinen sie. (Meine paraguayische Lebensgefährtin ist auch eine, haha)

    1. Sorry, Ndugu, aber paraguayische Anwälte sind keine Anwälte! Diese sind NICHTSTUER, nach reinstem Glauben.
      Die wollen mindestens 10-15% vom Streitwert und tun tun sie NICHTS.
      Die Anwälte in Paraguay haben nur eines im Sinn, genau so wie die das sog. Justizsystem: MONEY FOR NOTHING!

      Nochmal sorry, aber so ist die Realität!

      Und mal ehrlich: Ein paraguayischer Ingenieur kann einem Azubi in Deutschland im 3. Lehrjahr nicht das Wasser reichen. So sieht es aus! Nicht anders!

      Hier in meinem geliebten Paraguay, ja, ich lebe sehr gerne hier, geht es nur um Vorteilnahme, sprich Plata, und dies möglichst ohne etwas dafür zu tun.

  2. Der Beruf des Anwaltes ist ausgesprochen attraktiv in Paraguay. Es winken viel Geld (ob legal oder illegal, ganz egal), die Anrede als „Doctor“ (obwohl sicher so gut wie keiner einen Doktortitel hat) und wenn man mal ein Vergehen begangen hat, hat man ja auch noch seine Amigos von der Facultad bei der Fiscalia oder im Justizministerium, die einem aus der Sache rausreiten. Das Tragen eines Anzuges bzw. eines Hosenanzuges bei Frauen bei tropischen Temperaturen schafft darüber hinaus noch mehr Respekt bei den (einfachen) Leuten.

    Durch die vielen Gesetzesbrüche in Paraguay, obwohl viele gar nicht ans Licht kommen, gibt es ja auch ausreichend „Arbeit“. Dann bieten ja viele Kanzleien „Estudios juridicos“ an, wobei ich immer noch nicht weiss, weswegen das gut sein soll.

    Im Gegensatz kommt der Ingenieur mit Quatschen oft nicht weiter, er muss dann tatsaechlich arbeiten, und da schon im Studium mit reichlich Formeln gebüffelt werden muss, schreckt das sicher auch sehr viele ab.

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