Ein bewegtes Leben ging zu Ende

Kolonie Sudetia: Mittlerweile werden die ersten Einwanderer nach Paraguay immer weniger. Das hat natürliche Ursachen. Umso wichtiger ist es die Geschichte der Pioniere zu bewahren. Sie haben Erstaunliches geleistet und so das Leben der Nachkommen geebnet.

Irmgard Humplmaier, geborene Stein, ist am 2. Mai 1931 in Klein Tesswitz bei Znaim im Sudetenland geboren. Als sie zwei Jahre alt war, sind ihre Eltern mit ihr und ihrem jüngeren Bruder Hans in das unbekannte Land Paraguay ausgewandert.

Hier in Paraguay wurden dann noch vier weitere Brüder geboren: Günther, Gerhard, Franz und Siegfried. Die letzten drei, sowie ihre Eltern sind ihr bereits im Tode vorausgegangen.

Ihre Kindheit war von vielen Entbehrungen geprägt, denn als älteste Schwester von vier Brüdern musste sie sehr früh überall mithelfen. Es gab aber auch glückliche Momente wenn sie erzählte, dass kein Baum zu hoch war um hinaufzuklettern oder auf den Tapiren von Herrn Naville zu reiten.

Sehr früh hat Irmgard angefangen außer Haus zu arbeiten. In Independencia kam sie zuerst zu Familie Escher, dann zu Frau Will und später zu Frau Zanoni, bei der sie auch das Schneidern gelernt hat. Dieses ist später ihrer eigenen Familie zugute gekommen, denn durch das Nähen für andere Leute konnte sie etwas Geld für den Lebensunterhalt verdienen.

In Independencia hat sie auch ihren zukünftigen Mann, Stefan Humplmaier, kennengelernt und sie haben am 21. November 1953 geheiratet. Ein Jahr später, im September kam Tochter Inge zur Welt. Später, im April 1955 sind sie nach Sudetia gezogen. Der Anfang war sehr hart, aber gemeinsam haben sich Irmgard und Stefan ein Heim geschaffen. Tagsüber war die Arbeit draußen angesagt und abends nähen, flicken usw. bei sehr dürftigen Licht.

1957 wurde Tochter Hanni geboren, 1962 Erna und 1968 Elsa. Alle vier Töchter haben ihr Leben gemeistert und ihre eigenen Familien gegründet.

Irmgard war stets sehr aktiv im sozialen Bereich der Kolonie Sudetia, sei es bei der Kirche, Schule oder Sportverein, nie hat sie Arbeit gescheut.

Vor genau 20 Jahren, 1997, durften Irmgard und Stefan eine gemeinsame Deutschlandreise machen. Auch durften sie die goldene, sowie auch die diamanten Hochzeit im Kreise ihrer Familie feiern.

Im Dezember 2016 verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Nach schwerem Leiden starb sie am 19. Februar 2017 im Alter von 85 Jahren und 9 Monaten.

Sie hinterlässt ihren Ehemann Stefan, ihre vier Töchter mit der ganzen Großfamilie: Schwiegersöhne, Enkel mit Familien und Urenkel.

Die Chronik wurde dankenswerterweise von den Angehörigen zur Verfügung gestellt.

Wochenblatt

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

6 Kommentare zu “Ein bewegtes Leben ging zu Ende

  1. Ja die ersten Einwanderer haben wirklich etwas geleistet. Da es damals kein Wochenblatt gab und sie wohl keine Zeit dafür hatten intelligente Leserkommentare abzugeben sind mindestens die Deutschen früherer Generationen in Paraguay sehr geschätzt. Diese Einwanderer kamen arm ins Land und waren nicht verwöhnt und hatten auch nicht die Angewohnheit an Paraguay und an deren Bewohner meist nur Negatives zu finden und dies dann mit dem Ton der Überlegenheit aller Welt kund zu tun. Diese Eigenschaften halfen ihnen dann zum Erfolg und zu geachteten Mitgliedern der Gesellschaft zu werden.

  2. Danke Ramon!

    Eben habe ich die andere Kommentare bei sen neuesten Nachrichten durchgelesen und das Wort Ignoranz kam ziemlich oft vor…

    Meine Vermutung ist: die die diesen Kommentare schreiben haben sich mit dem Gegebenheiten in Paraguay nicht auseinander gesetzt.

    Die haben auch in kein anderen Land der dritten Welt gelebt, sonst wussten sie dass in solchen Laender ganz anders läuft wie zuhause.

    Somit sind sie entäuscht und geben Sie hier beim Wochenblatt bei jedem Artikkel – die leider mehrheitlich Negativ sind /soll bitte kein Vorwurf sein liebes Wochenblatt, es sind auch ganz tollen Sachen dabei/ ihren Saft dazu.

    Das nervt einen, früher gabs tolle Kommentare wobei man enorm viel neues mitbekommen hat. Nun sind diese Kommentare verschwunden, uns somit lesen wir bei jeden zweiten Artikkel wie ignorant und Kulturlos die liebe Paraguayer sind.

    1. ja Ronny, die Zeiten ändern sich halt. Früher gabs auch so geschätzte Musiker wie die „Los Paraguayos“. Und heute plärrt einem überall Kindergarten-Musik entgegen.

  3. Retto: es ist mir klar. Aber glaube nicht dass die Zeiten sich nur in Paraguay verändern. Es ist leider überall zu verzeichnen.

    1. Ronny, für uns leider. Für die junge Generation, die in der heutigen Zeit aufwächst, ist dies alles völlig normal. Wir ticken laut denen nicht richtig.. War bei uns früher auch nicht anders, gell? 🙂

  4. Habe diese Frau noch letztes Jahr gesehen,es war eine gutmütige nette ältere Dame der man mit Respekt begegnet und deren Charm einen das Herz wärmte. Das ist mir so wichtig mit Menschen Kontakt zu haben die aus den Herzen sprechen deren Dasein einen für einen Augenblick vergessen lässt in was für einer Zeit wir leider jetzt angekommen sind. Das Handys ,Computer Fernsehen unser Leben leichter machen ist richtig aber die Frage mag erlaubt sein Auch liebevoller und zufrieden? Haben wir keine Zeit mehr uns zu einander zu setzen zu Reden spielen oder nur einfach zu zu hören? Leider nicht mehr!! Es geht alles so schnell ohne wirklich Freude zu empfinden. Leider!!! Der Familie möchte ich sagen ,es ist eine warmherzige Frau gegangen und hinterlässt eine Lücke aber und so denke ich in der Erinnerung vieler Menschen ist ihr Leben ein Segen für viele gewesen die ihre Warmherzigkeit erleben durften, Dafür sage ich Danke!!!

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.