Ein ehrlicher Finder

Ciudad del Este: Ein bescheidener Hot Dog Verkäufer hätte sicherlich bei der Summe schwach werden können, aber sein Gewissen überzeugte durch Ehrlichkeit. 23 Millionen Guaranies fand Dario Acosta auf der Straße.

Acosta ist verheiratet und hat einen Sohn mit vier Jahren. Am Dienstag machte er Besorgungen in Ciudad del Este. „An der Straße Pa’i Pérez blieb ich mit dem Auto stehen. Ich bemerkte eine Tasche mit dem Geld auf dem Bürgersteig. Viele Leute waren unterwegs und ich fragte einige Passanten wem das Geld gehört. Ein Mann kam auf mich zu und erklärte, die Tasche gehöre ihm. Wir redeten ein paar Minuten und er bedankte sich. Eigentlich versprach er mir einen Finderlohn zu geben, aber das geschah nicht“, sagte Acosta.

Sieben Jahre arbeitete Acosta auf dem Mercado 4 in Asunción, nun verkauft er Hot Dogs und Hamburger in Alto Paraná.

Der Fall nahm aber doch noch eine glückliche Wendung. Die Medien berichteten über die Sache und daraufhin meldete sich ein Radiodirektor aus Minga Guazú. Acosta macht zwei Stunden, von Montag bis Samstag, nun natürlich Werbung für seinen Imbissstand und moderiert aber auch andere Themen in der Zeit.

„Ich zitterte als ich das viele Geld in der Tasche sah und dachte daran einige Rechnungen zu bezahlen. Jedoch Solidarität und Ehrlichkeit sind von unschätzbarem Wert. Ich schlafe weiterhin ruhig, denn jemand etwas stehlen macht unruhig. Das Problem werde ich nicht haben“, betonte Acosta.

Quelle: Ultima Hora

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3 Kommentare zu “Ein ehrlicher Finder

  1. Gut daß es immer wieder erfreuliche Beispiele guter und vorbildlicher Mitmenschen in Paraguay gibt. So behält jeder für sich die Hoffnung, daß nicht wirklich alles schlecht und unehrlich ist. Bitte öfters mal solche Berichte.

  2. Ja, wirklich toll. Wenn man bedenkt, dass der Mann unter dem Strich vermutlich 10 Euro pro Tag verdient, da sind fast 4000 Euro schon viel Heu.
    Wer noch Nachrichten aus Europa liest kann sich gut vorstellen, was passiert wäre, wenn eine herrenlose Tasche in einer europäischen Großstadt herumliegt. Da kann man nur froh sein, dass Yankee Frieden und Demokratie noch nicht nach Südamerika gebracht hat.

    1. Die Antwort ist klar: Das Gebiet um die herrenlose Tasche würde weiträumig abgeriegelt und ein Sprengstoff-Spürtrupp würde aktiv. So schlimm ist es ja nun doch noch nicht in Paraguay. Hier kann man in herrenlosen Taschen u.U. fündig werden.

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