Ein “Nationalstolz“ vor dem Einsturz

Ciudad del Este: Es ist noch nicht lange her, als die Brücke bei Kilometer 5,5 auf der Fernstraße 7 eingeweiht wurde. Der Ex-Präsident Horacio Cartes bezeichnete das Bauwerk als “Nationalstolz“, das nun einzustürzen droht.

Das Viadukt wurde zusammen mit dem bei Kilometer 4 für Kosten von mehr als 49.000 Millionen Guaranies gebaut, finanziert von Itaipu Binacional. 2016 weihte es der damaligen Präsidenten Horacio Cartes ein und präsentierte die Brücke als “Nationalstolz“. Für den Bau war die Firma Tecnoedil Constructora S.A verantwortlich.

Letzten Sonntag, während der sintflutartigen Regenfälle, war die Unterführung an der Brücke komplett unter Wasser. Sogar die Stützmauern und Böschungshänge waren betroffen. Aufgrund dessen kam es zu einem Erdrutsch, der die Tragkonstruktion teilweise frei legte. Mehr als 15.000 Fahrzeuge überqueren das Viadukt täglich.

Eine ähnliche Ansammlung von Wasser gab es im vergangenen Dezember, die bereits Schäden an den Fundamenten verursachte und ausgebessert werden mussten.

Ingenieur Carlos Machuca von Tecnoedil erklärte, dass ein Jahr nachdem die Firma ihre Arbeit fertiggestellt habe, einige Personen außerhalb des Unternehmens Rohre verlegt hätten, um einen Bach abzuleiten, der sich auf einem privaten Grundstück im Bereich des Viadukts befinde. Derzeit sind sie verstopft und dienen als Staudamm für das Wasser des Baches, der in Verbindung mit Regen die Überschwemmung des Geländes verursacht.

Der Fachmann sagte, er wisse nicht, ob es sich um eine kommunale oder private Arbeit handle, aber dass sie völlig illegal sei, weil für diese Art von Baumaßnahme müsse eine Genehmigung des Ministeriums für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (vorher Seam) vorhanden sein.

Machuca fügte hinzu, dass, wenn die Fehler der Kanalisation nicht korrigiert werden, sich das erheblich auf das Viadukt und deren Konstruktion auswirke.

Nach der Überschwemmung und den Schäden an den Fundamenten der Brücke erstellte Tecnoedil ein neues Gutachten und schickte dies nach Itaipu. „Wir hoffen, dass man darauf reagiert“, sagte Ingenieur Machuca.

Ingenieur Oscar Sitjar Canela von Tecnoedil hatte im Februar dieses Jahr ebenfalls ein Gutachten vorgelegt, weil Itaipú einen Bericht anforderte. Darin spricht man von “großen Ruinen in der kurzen Zeit und nicht korrigierenden Abhilfemaßnahmen“, weist aber darauf hin, dass die Struktur des Viadukt “ keine Risiken beinhalte“.

Wochenblatt / ABC Color

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4 Kommentare zu “Ein “Nationalstolz“ vor dem Einsturz

  1. Ja, Ingenieure sind hier leider nicht das Geringste wert, da sie offensichtlich ihre Ausbildung kaufen, und nichtmal in der Lage sind, natürliche Umwelteinflüsse mit zu berücksichtigen, geschweige denn, Kräfte zu berechnen, welche auf Bauwerke einwirken. Dann kommt noch hinzu, dass die bezahlten Materialien nicht alle verwendet, sondern anderweitig verkauft werden. Ich erlebte dies direkt vor meiner Haustür beim Bau einer neuen Wasserversorgung für Villaricca, ich glaube, da läuft bis heute kein Wasser durch? Ein Schildbürgerstreich wie aus dem Lehrbuch!

  2. Mir kommt es so vor, als ob niemand auf der Welt noch wirklich Statik berechnen kann, nicht nur hier, ok hier kommt noch die Überheblichkeit und Größenwahn hinzu, aber aus aller Welt, kann man fast jeden Tag hören oder Lesen, Hochhaus eingestürzt, Autobahn auf ca 90m eingestürzt, Brücke fällt auf mehrere Meter in sich zusammen usw. Gut in Paraguay ist es extrem, hier halten Bauwerke nicht mal ein Jahr in der Regel aber bei 3 Stunden Grundschule, wo überwiegend auch nur Fussball geleert wird, was will man erwarten.

  3. Ich habe vergessen zu erwähnen, das es am Zement liegt, denn der war entweder nicht vorhanden oder in geringem Maß um Geld zu sparen bzw. es für sich zu gebrauchen.

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