Ein Schuss der nach hinten los ging

Asunción: Was mit einer Verbalattacke von Cartes gegen die Petropar Präsidentin Patricia Samudio begann, da sich den Posten dank einer großen Wahlkampfspende sicherte, endet nun in Anklagen gegen die Vorgänger.

Das Tankstellnetz der Petropar bestand zu 99% aus Pächtern, die hochrangige Funktionäre der Colorado Partei bzw. des Cartes Flügels waren. Demnach bekamen diese Kreditlinien für den Verkauf von Kraftstoff wie es in der freien Wirtschaft unmöglich wäre. Diese zahlten teilweise mit ungedeckten Schecks und hinterließen Löcher von mehr als 2 Millionen Euro bei einem Pächter mit zwei Tankstellen in Ñemby und Villa Elisa. Andere akkumulierten Schulden in Höhe von 500.000 Euro und mehr an. Auch ihre Tankstellen bleiben derzeit wegen Überschuldung geschlossen. Dieses laxe Dafürhalten im Tausch für politische Unterstützung, das schlussendlich nicht in Wählerstimmen für Santiago Peña umgemünzt werden konnten, wird umgehend von der Staatsanwaltschaft geahndet. Bisher jedoch konnte beweisen werden, dass die Petropar unter Eddie Jara keineswegs so makellos war, wie die Cartes-Medien erklärten.

Auch wenn Samudio Petropar-Gelder von der Banco Nacional de Fomento abgezogen hat, um diese auf privaten Banken zu platzieren, profitierten alle darunter, auch die Banco Basa. Derzeit sind die Petropar Tankstellen nicht mehr die günstigsten im Land, die teilen sich ihr Dasein mit anderen Mitanbietern, so wie es der freie und nicht regulierte Markt benötigt.

Einerseits entstand ein Schaden von 30 Milliarden Guaranies, anderseits kam man binnen der vergangenen 5 Jahre aus einem 15 Millionen US-Dollar Loch auf ein 70 Millionen US-Dollar Guthaben. Der Grund dafür waren jedoch nicht die gute Führung der Petropar, sondern die Pflicht aller Mineralölkonzerne einen großen Prozentsatz der Krafststoffe von der Petropar zu kaufen. Außerdem zahlte die Jara-Führung keinen einzigen Cent der 300 Millionen US-Dollar Schulden die der Konzern noch aus Lugo Zeiten bei der venezolanischen PDVSA hat.

Wochenblatt / Abc Color

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1 Kommentar zu “Ein Schuss der nach hinten los ging

  1. Da kriegt man das blanke Kotzen. Das Tankstellennetz als Spielwiese einiger unfähiger Politiker und Möchtegern-Unternehmer. Und Milliarden Steuergelder verbraten. Konsequenz: Hoffentlich satte Bestrafungen.

    Im Übrigen hört man nichts mehr von Cartes und seiner Messer-Geschichte. Wollte man den nicht mit Polizeigewalt vor die Geldwäsche-Kommission schicken?