Ein sinnloses Verbrechen

Asunión: Vor genau 25 Jahren fand man den leblosen Körper der damals 22-jährigen Lourdes Pino González. Ihr Tod und die Begleitumstände bewegten das Land.

Von Zeit zu Zeit werden die Tore von Tacumbú geöffnet um begnadigte Häftlinge freizulassen. Am 7. Januar 2009 wurde Carlos Paiva Gómez begünstigt, der 15 Jahre und 6 Monate eher da begann seine Strafe abzusitzen. Er bereitet sich auf den Tag vor, mit geschnittenem Haar, sauberer Rasur, einem hellblauem Hemd und einer schwarzen Hose gekleidet wartete er auf den Moment.

Carlos lachte nicht. Das zeigte wie süßsauer der Moment für ihn gewesen sein musste. Hinter Gittern wurde er von anderen Häftlingen respektiert, hatte einen Job als Koch. Außerhalb der Mauern stand er ohne Unterstützung der Ehefrau da, die sich mittlerweile einen neuen Mann suchte.

“Wir bitten die Bevölkerung uns diesen Platz zu geben um wieder zu leben, wie wir es früher taten. Wenn wir Fehler gemacht haben sollten, bitten wir um Vergebung“, sagte er kurz nachdem er entlassen wurde.

Mitte 1993 war es als Lourdes Pino González als administrative Angestellte für die Firma Whaldreen arbeitete. Als sie verschwand waren die Zeitungen voll mit ihrem Bild.

Die Geschichte ihres Verschwindens begann am 26. Juli 1993, kurz nach 08:00 Uhr morgens, als Lourdes und Carlos vom Firmenbüro aus in Richtung Zentrum fuhren, um 17 Millionen Guaranies in bar und 65 Millionen Guaranies in Schecks auf die Bank zu bringen.

Auf dem Weg dahin bemerkte die hübsche und anständige Frau nichts Ungewöhnliches bei ihrem Fahrer, der sie mit Musik bei Laune halten zu schien. Er spaßte und machte ihr wie immer indirekte Komplimente. Paiva simulierte ein Problem mit den Bremsen zu haben und hielt an der Straßenecke Tacuary und Novena an. Er stieg aus und machte die Motorhaube auf. Damit war die Sicht nahe dem Cerro Porteño Stadion in den Innenraum sehr eingeschränkt, um seinen Plan zu vollenden. Er nahm sich ein Kabel und erdrosselte von hinten seine Arbeitskollegin bis ihr die Luft ausging. Um sicher zu gehen, das sie tot war, zog er sie auf den Rücksitz überprüfte es. Danach fuhr er ins Regio’s Motel in Itá Enramada, wo er den Leichnam unter dem Bett versteckte. Danach floh er Geld.

Um 04:00 Uhr morgens am 29. Juli vor genau 25 Jahren klingelte das Telefon bei der Polizei und jemand meldete den Fund eines weiblichen Leichnams. Es handelte sich um eine 1,60 m große Frau mit brauen Hosen und schwarzem Pullover, hieß es. Es dauert nicht lange, bis bestätigt werden konnte, dass es sich um Lourdes Pino handelte. Kurz darauf nahm die Polizei ihren Arbeitskollegen fest, der das Verbrechen gestand.

Später wurde Carlos Paiva Gómez zu 25 Jahren Haft verurteilt und kam im Januar 2009 wegen der präsidentiellen Begnadigung vorzeitig raus. Doch er fand nicht ins Leben zurück. Ihn plagte die Einsamkeit. Vielleicht erinnerte er sich an den Morgen, an dem er für 26.300 Guaranies 35 Minuten in einem Motel verweilte und eine Cola trank, um kein Aufsehen zu erregen. Am 28. Mai 2010, also 16 Monate nach seiner Entlassung nahm er sich das Leben. Das kuriose daran war, er tat es mit einem Kabel.

Wochenblatt / Última Hora

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4 Kommentare zu “Ein sinnloses Verbrechen

  1. Im Knast hatte er Regeln. Deswegen ist er nach 15 Jahren draußen nicht mehr klar gekommen. Aber gut so. Wer ein Menschenleben auslöscht, auch um 82 Mio. Guarani — vor 20 Jahren ein echtes Vermögen — zu erlangen, hat es nicht besser verdient. Keine Sau hat sich mehr für ihn interessiert, weswegen er schlussendlich auch noch die eigene Hand brauchte …

  2. Hätte ich auch so gemacht. Mit einem Kabel. Sonst hätte er ja nichts dazugelernt. Wie sich damals sein Opfer gefühlt haben muss.

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