Eine Ära geht zu Ende

Caacupé: Lange hat er daraufhin gearbeitet, nun ist es vollbracht. Rene und Miriam gehen in den Ruhestand und werden sicherlich bei dem einen oder anderen eine Lücke mit der Schließung des Restaurants hinterlassen. Aber die Legende soll bewahrt bleiben, wenn auch in anderer Form.

Es hat nicht viel gefehlt, dann hätte Rene 10 Jahre in dem Restaurant “Club 4. Octobre“ verbracht, im April wäre es soweit gewesen. Er und seine Lebensgefährtin Miriam in der Küche schafften es, das Lokal zu einer deutschsprechenden Enklave empor zu wirtschaften. Eigentlich erstaunlich, denn überall im Land müssen Restaurantbesitzer die einheimischen Gäste anzusprechen um überleben zu können. Paraguayer fanden sich aber in dem Lokal nur wenige ein.

In den letzten Jahren war das Anwesen schon länger zum Verkauf angeboten worden, aber der richtige Interessent war nicht dabei. Nun aber zeichnete sich eine Lösung auf, denn auch gesundheitlich musste Rene zurücktreten. Deshalb wurden schon die Öffnungszeiten reduziert.

Jeden Tag gab es neue Tagesgerichte, die Klassiker waren aber immer dabei, wie Wiener Schnitzel und Cordon Bleu. Die Portionen waren so üppig, dass viele Besucher ihre Reste mitnehmen mussten. Auch die Preise in Höhe von 35.000 Guaranies für jedes Gericht trugen dazu bei, dass immer Gäste kamen.

Nun kehrt dort erst einmal Ruhe ein. Seit gestern ist das Lokal geschlossen. Rene hat sich mit seiner Familie eine neue Bleibe, auch in Caacupé, gesucht. Das Anwesen hat einen deutschen Mieter gefunden, der etwa in vier Wochen wieder eröffnen will. Dazu müssen noch einige Umbauten erfolgen, auch den Namen des Restaurants soll es nicht mehr geben, der “Club 4. Octobre“ ist Geschichte.

Wochenblatt

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2 Kommentare zu “Eine Ära geht zu Ende

  1. Ja, wirklich schade, daß diese fast 10-jährige Epoche zu Ende geht. Wenn es so ist, wie im Artikel beschrieben, dann muß aber schon während der Zeit von René ein Eigentümerwechsel des Lokals stattgefunden haben. Denn René selbst hat mir mir schon vor Jahren erzählt, er habe das Lokal gemietet von besagtem Fußballverein „4 de Octubre“. Er habe sich sogar bei der Übernahme vor fast 10 Jahren angeboten, dem Verein bzw. der Fußballabteilung zu helfen, da er selbst über sehr viel Erfahrung gerade im Fußball habe, als Spieler, als Trainer, und in der Vereinsleitung. Freilich akzeptierte man dies zunächst, und selbstredend sollten natürlich auch sämtliche Vorstands-Aufsichtsratssitzungen des Vereins und auch Versammlungen in diesem Vereinslokal stattfinden. Stattdessen soll dann der Verein all diese Zusammenkünfte in einem anderen Lokal abgehalten haben, denn der neue Vereinswirt René wollte die Versammlungsteilnehmer nicht zechfrei akzeptieren, und das war auch der Grund, warum dann im folgenden die einst einheimischen Gäste dieses Lokal mieden. Nun, das ist auch nicht möglich, daß ein Vereinswirt, der seine Pacht bezahlt, Leuten des Vereins ihren Verzehr zu schenken hat, das gibt es auf der ganzen Welt nicht. René hat sich in lobenswerter Weise trotzdem ganz gut über Wasser gehalten, wenn er auch (aufgrund des Boykotts der einheimischen Gäste) fast ganz auf deutschsprachige (DACH) Gäste angewiesen war. Seine sehr gute Küche und auch die angenehmen Preise haben dazu ganz entscheidend beigetragen. Erfahrungsgemäß ist es in deutschen bzw. deutschsprachigen Lokalen in Paraguay so, daß allein von den DACH-Gästen keiner leben kann, die überwiegende Anzahl der Gäste sind nunmal Paraguayer. Ganz offensichtlich muß dann also das Eigentum dieses Lokals in den letzten Jahren auf eine andere Person, möglicherweise auf René selbst, übergegangen sein, wenn schon bei der Neueröffnung in ca. 4 Wochen auch der Name „4 de Octubre“ verschwinden soll.

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