Eine einfache Rechnung

Paso Yobái: Die Verdopplung der Einwohneranzahl in nur wenigen Jahren lässt erahnen, dass sich die Arbeit in der Stadt in Guairá lohnt. Wo einer Geld verdienen kann, können es auch andere.

Auf eine Goldader zu stoßen ist der Traum eines jeden Schürfers. Tatsächlich gibt es welche in und um Paso Yobái. Seit das Goldfieber ausgebrochen ist haben sich insgesamt 80 Goldmühlen angesiedelt. Die meisten gehören Politikern oder werden von ihnen finanziert.

Der Goldpreis pro Gramm beträgt derzeit rund 130.000 Guaranies. Eine jede Goldmühle fördert durchschnittlich 25 Gramm des Edelmetalls pro Tag, was 3.250.000 Guaranies täglich bedeuten. Zusammen jedoch sind das pro Tag 260 Millionen Guaranies oder 1,56 Milliarden Guaranies pro sechs Tage Woche. Pro Monat wird demnach mehr als 1 Million Euro in Gold zu Tage gefördert.

Abgezogen davon müssen allerdings die Zahlungen, die das Dasein in der Illegalität bedürfen. Da nur das kanadische Unternehmen Lampa S.A. mit Erlaubnis arbeitet müssen die Funktionäre der Stadtverwaltung sowie die Polizisten des Öfteren fürs Wegsehen bezahlt werden. Richtlinien in Bezug auf Umweltschutz werden je nach Großzügigkeit des freiwilligen Spenders ohne Quittung frei ausgelegt.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “Eine einfache Rechnung

  1. Wie sagte doch Horacio Cartes: „Paraguay ist Gold und wer es anfasst kann es mitnehmen“
    In dem Artikel steht dann auch noch das: „Der Präsident des Landes hob bei einem Frühstück mit Investoren die Reichtümer des Landes hervor und verwies darauf, dass die Generierung von Reichtum fundamental ist im Kampf gegen die Armut.“ und dann: „„In diesem Sinn will ich nicht die Generatoren des Reichtums demontieren, denn diese sind fundamental im Kampf gegen die Armut. Nur mit Unternehmern, die sich hier ansiedeln, können wir das gesteckte Ziel schaffen. Das ist das Modell an welches ich glaube und in der ganzen Welt wiederzufinden ist…“
    Der Glaube versetzt bekanntlich Berge oder macht einfach nur blind. Ein korruptes System bringt nun einmal korrupte Leute hervor und Cartes ist einer der Chefs vom ganzen, da brauch er nicht einmal Präsident zu sein.

  2. Kann nur hoffen das dieser Spuk Goldrausch bald vorüber ist und die Schäden an der Natur nicht ganz so gravierend.Das arbeiten mit Quecksilber ist ein Umweltverbrechen erster Ordnung.

  3. Die einzigste Goldader um Paso Yobai wäre eine ordentliche Kneipe zu eröffnen. Alle anderen suchen und schuften eher vergeblich und am Ende wird man die Fündigen noch wegen ihres Goldes einen Kopf kürzer machen. Das kennen wir doch schon alles aus der Geschichte. Doch die Menschheit lernt niemals dazu.