Eine Geschichte wurde “begraben“

San Pedro de Ycuamandyyú: Alt gegen neu oder die Moderne kontra die Vergangenheit reiben sich immer. Nun aber tendieren Einwohner aus der Stadt eher zur Geschichte und beklagen verschiedene “Verbesserungen“ am Stadtplatz.

Die Künstlerin und Wandmalerin Diana Sekatcheff hatte auf der der Plaza Alejo Garcia in der eingangs erwähnten Stadt ein historisches Gemälde geschaffen, das lange Bestand hatte. Die Departementverwaltung von San Pedro, federführend für das Projekt ist der Colorado Politiker Vicente Rodriguez, plant den Platz für 840 Millionen Guaranies zu modernisieren. Dabei sollen neue Platten verlegt werden, Toiletten, Tische und Mülleimer sind ebenfalls vorgesehen.

Das historische Gemälde wurde 2006 unter dem damaligen Bürgermeister Pastor Vera Bejarano initiiert. Es ist eine Erinnerung an Alejo Garcia und andere portugiesische Seefahrer, die während der Kolonialzeit in die Stadt kamen und dann auch hier begraben wurden.

Nun ist dieses historische Kunstwerk aber Geschichte, denn es wurde im Zuge der Renovierungen im Park einfach abgerissen. Das löste einen Proteststurm der Einwohner in sozialen Netzwerken aus. Viele meinten, es wäre doch möglich gewesen, diese Wandmalerei zu integrieren.

Gustavo Rodriguez (ANR), der Bürgermeister, wurde daraufhin zu dem Thema angesprochen. Er musste erklären, warum das Kunstwerk mehr als 10 Jahre lang Bestand hatte und nun plötzlich verschwand. Rodriguez betonte, das Projekt sei von seinem Vater, dem Gouverneur Vicente Rodriguez, geplant worden. Der Platz sei sehr verwahrlost und schmutzig gewesen, die “Regierung“ wäre verantwortlich für das Vorhaben.

Die Geschichte von San Pedro de Ycuamandyyú wurde “begraben“, eine Restaurierung ist nicht vorgesehen.

Quelle: ABC Color

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