Massenschlachtung an der Fernstraße: 1.000 Menschen stürzen sich auf verunglückte Rinder

Caapucú: Szenen wie aus einem schlechten Film: Nach dem Umkippen eines Viehtransporters bei Kilometer 149 verwandelte sich die wichtigste Fernstraße des Südens am gestrigen Sonntagmorgen in einen improvisierten Schlachthof. Während die Polizei machtlos zusah, zerlegten hunderte Anwohner die Tiere direkt auf der Fahrbahn.

Der Unfall ereignete sich gegen 09:40 Uhr in einer gefährlichen Kurve nahe der Yaguary-Brücke. Der Anhänger eines Sattelzugs der Firma Toro Pampa S.A., beladen mit 42 Rindern, riss ab und stürzte um. Doch was als technischer Unfall begann, eskalierte binnen Minuten zu einem bizarren Massenereignis.

Schlachtfest am Straßenrand

Kaum war der Staub verflogen, strömten Schätzungen zufolge über 1.000 Menschen zum Unfallort. Bewaffnet mit Messern und Werkzeugen begannen sie, die im Wrack eingeklemmten und teils schwer verletzten Tiere noch vor Ort zu töten und zu zerlegen.

Bilder in den sozialen Netzwerken zeigen schockierende Aufnahmen: Blutüberströmter Asphalt, Menschen, die Fleischstücke wegschleppen, und ein Bürgermeister, Gustavo Penayo, der das Geschehen filmt, anstatt einzugreifen. Laut Penayo habe der Fahrer die verletzten Tiere (insgesamt 24 Rinder) zur Schlachtung freigegeben – eine Entscheidung, die aus einer Notsituation heraus geboren wurde, aber in einem hygienischen Desaster endete.

Polizei kapituliert vor der Masse

Die Beamten der 3. Polizeistation von Caapucú waren zwar vor Ort, mussten jedoch eingestehen, dass sie gegen die schiere Menschenmenge absolut machtlos waren. Ein Absperren der Unfallstelle war unmöglich. Die Menge ignorierte jegliche Sicherheitsvorkehrungen, um sich ihren Anteil an der Beute zu sichern.

Ein Gesundheitsrisiko auf zwei Beinen

Kritiker und Gesundheitsexperten zeigen sich fassungslos. Die Schlachtung mitten auf der Straße, ohne jegliche Kühlung, unter freier Sonne und im Staub der Autobahn, ist ein massives Gesundheitsrisiko.

„Das Fleisch ist unter diesen Bedingungen potenziell kontaminiert“, warnen Beobachter.

Zudem wurde der Verkehr auf der PY01 massiv gefährdet, da Schaulustige und “Metzger“ die Fahrbahn blockierten.

Während die unverletzten Tiere schließlich abtransportiert werden konnten, bleibt ein fader Beigeschmack: Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die soziale Situation in der Region, aber auch auf die mangelnde Durchsetzung von Recht und Ordnung bei solchen Massenereignissen.

Wochenblatt / ABC Color

CC
CC
Werbung

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare themenbezogen sind. Die Verantwortung für den Inhalt liegt allein bei den Verfassern, die sachlich und klar formulieren sollten. Kommentare müssen in korrekter und verständlicher deutscher Sprache verfasst werden. Beleidigungen, Schimpfwörter, rassistische Äußerungen sowie Drohungen oder Einschüchterungen werden nicht toleriert und entfernt. Auch unterschwellige Beleidigungen oder übertrieben rohe und geistlose Beiträge sind unzulässig. Externe Links sind unerwüscht und werden gelöscht. Beachten Sie, dass die Kommentarfunktion keine garantierte oder dauerhafte Dienstleistung ist. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung oder Speicherung von Kommentaren. Die Entscheidung über die Löschung oder Sperrung von Beiträgen oder Nutzern die dagegen verstoßen obliegt dem Betreiber.

Kommentar hinzufügen