Asunción: Die Stabilität von Enrique Riera an der Spitze des Innenministeriums scheint an einem kritischen Punkt angelangt zu sein. Während die Stimmen über seine Absetzung lauter werden, drängen interne Sektoren der Nationalpolizei darauf, den aktuellen Kommandanten Carlos Benítez als seinen Nachfolger zu positionieren.
Inmitten dieses Machtkampfes geriet das paraguayische Interpol-Büro ins Visier. Es gibt schwere Vorwürfe, die Behörde werde als “unreguliertes Abrechnungs-Lehen“ missbraucht. Quellen aus dem Umfeld des Präsidenten und Dienstleister berichten von einem System, in dem Unteroffiziere nach eigenem Ermessen entscheiden, ob sie polizeiliche Führungszeugnisse für Ausländer beschleunigen oder zurückhalten – völlig an den offiziellen Registern vorbei.
Das System der “Schatten-Kasse“
Schätzungen zufolge werden von den täglich etwa 500 Anträgen bei der Interpol nur 20 % formell über die Nationalbank (BNF) abgewickelt. Durch das Fehlen legaler Rechnungen und die Verwendung einfacher Quittungen wurde offenbar ein paralleles Einnahmesystem geschaffen. Quellen aus dem Polizeikommando vermuten, dass auf diese Weise bis zu 30 Millionen Guaranies pro Tag illegal eingenommen werden.
Die Vorwürfe deuten auf ein Netzwerk informeller Vermittler hin, das mutmaßlich von untergeordnetem Personal unter dem Schutz der Kabinettsleitung betrieben wird. Dies hat bereits zu dringenden Forderungen nach einer umfassenden Finanzprüfung geführt.
Während das Umfeld von Kommissar Julio Maldonado diese Anschuldigungen in der Vergangenheit stets als “Lügen“ von Gegnern der Transparenz abgetan hat, nähren das Unbehagen in der Bevölkerung und die anhaltenden Anzeigen das Klima des Kontrollverlusts. Diese Verwaltungskrise bei Interpol dient den Befürwortern eines Wechsels nun als Hauptargument, um Riera abzulösen und das Ministerium wieder unter rein polizeiliche Führung zu stellen.
Wochenblatt / LPO Paraguay / Beitragsbild Archiv















