Asunción: Der Minister der Nationalen Notfallbehörde gab Einzelheiten zu den laufenden Vorbereitungen bekannt, um die Auswirkungen des Klimaphänomens El Niño in Paraguay abzumildern. Dieses wird in den kommenden Monaten mit erhöhten Niederschlägen einhergehen und Überschwemmungen verursachen, von denen Tausende Familien betroffen sein könnten.
Tausende Familien von Überschwemmungen durch einen Anstieg des Rio Paraguay bedroht
Die Wetterprognosen gehen von erheblichen Auswirkungen des Klimaphänomens El Niño auf Paraguay und den übrigen südamerikanischen Raum aus, die sich ab Ende August in deutlich gesteigerten Regenfällen zeigen werden.
Am vergangenen Mittwoch traf sich der Nationale Notfallrat – dem rund zwanzig staatliche Einrichtungen angehören, unter anderem die Nationale Notfallbehörde (SEN) – mit Präsident Santiago Peña, um Maßnahmen zur Abmilderung der Folgen in Paraguay zu erarbeiten.
In einem Gespräch mit einem Radiosender nannte der Leiter der SEN, Minister Arsenio Zárate, bereits begonnene sowie unmittelbar geplante Maßnahmen, um die Folgen der erwarteten Regenmengen bestmöglich vorauszusehen und abzuwenden.
Vorbeugung und Reinigung von Gewässern
Minister Zárate erläuterte, dass El Niño in Paraguay meist mit heftigen Regenfällen einhergeht – diese allein können bereits an kritischen Stellen großer Städte wie Asunción oder Ortschaften im Departement Central (unter anderem Limpio, Mariano Roque Alonso, Luque, Capiatá, Nueva Italia und Guarambaré) Überschwemmungen verursachen.
Zudem führen die Niederschläge zu einem Anstieg der Bäche und anderen Gewässer, die in den Paraguay-Fluss münden; dadurch kann auch der Fluss selbst anschwellen und Küstengebiete überfluten.
„Es ist unerlässlich, unverzüglich mit der Reinigung von Gewässern wie Bächen zu beginnen, die oft durch Müll von Anwohnern verlegt sind“, betonte der Minister.
Nächsten Dienstag wird die SEN ein Treffen mit den Bürgermeistern des Departements Central abhalten, „um die lokalen Behörden für vorbeugende Maßnahmen zu sensibilisieren“. In den darauffolgenden Tagen folgen weitere Treffen, beginnend mit den Bürgermeistern der Departements Concepción und Alto Paraguay.
„Vorbeugung ist besser als die Reaktion nach einem Notfall – die Kosten sind deutlich geringer“, unterstrich er.
Notunterkünfte für Betroffene in Asunción
Zugleich werde daran gearbeitet, geeignete Flächen in Asunción für den Bau temporärer Unterkünfte für Menschen auszuwählen, die durch Überschwemmungen infolge eines möglichen Hochwassers des Paraguay-Flusses geschädigt werden.
Geprüft werden unter anderem das ehemalige Gelände der paraguayischen Telekommunikationsgesellschaft Copaco in Zeballos Cue sowie verschiedene Fußballplätze, die die Regierung bereits bei früheren Hochwasserkrisen für die Einrichtung von Notunterkünften angemietet hatte.
Laut Minister Zárate wären bei einem Anstieg des Rio Paraguay auf 5 Meter in Asunción rund 2.000 Wohnungen von Überschwemmungen betroffen.
Im ungünstigsten Fall – bei einem Pegel von 7,5 Metern, wie er zuletzt bei dem großen Hochwasser 2019 erreicht wurde – könnten es fast 14.000 Wohnungen und Familien sein.
Wochenblatt / Abc Color















