Erinnerungen an einen Holocaust

Humaitá: Vor 150 Jahren, nach einem heroischen und verzweifelten Kampf, ergab sich Oberst Paulino Alén, Kommandant der Festung Humaitá, mit etwa 1.300 Mann den Alliierten. Der Triple-Allianz-Krieg gilt als entsetzlicher Holocaust in der Geschichte von Südamerika.

Die Festung war einer der Höhepunkte des paraguayischen Widerstandes während des Krieges gegen den Dreibund. Im Jahr 1774 wurde südlich von Villa del Pilar eine Hafenstadt gegründet, die ungefähr ein Jahrhundert später eine herausragende Rolle spielen sollte: Humaitá.

An diesem Ort, Jahre später, wurde eine Gesundheitsschule betrieben und eine gewaltige Artilleriefestung errichtet, die als Schlüssel für den Zugang nach Paraguay über den gleichnamigen Fluss dienen sollte und strategisch gelegen war. Die Bedeutung, die Präsident López Ynsfrán der Stätte einräumte, war so groß, dass er eine monumentale Kirche bauen ließ, die seinem Schutzheiligen San Carlos de Borromeo gewidmet war und am 1. Januar 1861 großzügig eingeweiht wurde. Die Ruine der von Granattreffern zerstörten Kirche wurde zum Denkmal der Defensa de la Patria (Verteidigung der Heimat).

Im September 1930, unter der Leitung des Generaldirektors Arturo Bray, unternahmen die Kadetten der Militärschule einen Ausflug, um die Schlachtfelder in Ñeembucú zu besuchen. Für ihren Transport arrangierte die Regierung zwei Marineschiffe, um sie nach Pilar zu bringen, wo die Behörden ein Bankett arrangierten.

Im Jahr 1966 wurde anlässlich der Schlacht von Curupayty auch eine militärische Abordnung zu diesen Stätten entsandt.

Morgen ist der 150. Jahrestag von der Schlacht in Humaitá. Aufgrund dessen findet ein feierliches Gedenken an dieses Ereignis statt. In der Nacht von heute auf morgen werden die Reste von der Festung mit Hunderten von Scheinwerfern beleuchtet. Am Dienstag, den 25. Juli, sind wichtige Ereignisse geplant. Es gibt eine Militärparade, Konzerte und andere Veranstaltungen, an der auch die Vizepräsidentin der Republik, Alicia Pucheta, teilnehmen wird.

Der Triple-Allianz-Krieg hinterließ furchtbare Spuren in Paraguay und geht als entsetzlicher Holocaust in die Geschichte von Südamrika ein. Nach mehr als fünf Jahren Krieg ist Paraguay vernichtet, die Hälfte seines Territoriums fällt an die Nachbarländer. Von einer etwa 1,2 Millionen zählenden Bevölkerung sind nur noch 220.000 am Leben, darunter 29.000 Männer.

Wochenblatt / ABC Color

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