Asunción: Immer mehr paraguayische Familien greifen auf das traditionelle Anschreiben oder Kleinkredite zurück, um Grundnahrungsmittel zu kaufen. Davor warnt die Asociación de Almaceneros y Minoristas del Paraguay (Verband der Krämer und Einzelhändler).
Der Verband betont, dass die Löhne nicht mehr ausreichen, um die monatlichen Ausgaben zu decken. Viele Menschen stehen bereits zwischen dem 15. und 20. des Monats ohne Bargeld in den kleinen Nachbarschaftsläden und bitten darum, ihre Einkäufe im traditionellen Schuldenbuch anschreiben zu lassen.
Der Vertreter des Sektors, Luis Ibarra, erklärte, dass sich diese Situation seit einigen Jahren immer weiter verschärft. Einer der wichtigsten Indikatoren hierfür sei der sinkende Konsum von Grundnahrungsmitteln und die steigende Zahl von Kunden, die Lebensmittel auf Kredit erwerben müssen. Dieses Phänomen spiegele den drastischen Verlust an Kaufkraft vieler Familien wider.
Ibarra wies darauf hin, dass die Haushalte den Warenkorb nicht mehr so füllen wie früher und sich nur noch auf das absolut Notwendigste konzentrieren. Zu den Produkten mit den größten Umsatzeinbußen zählt er Rindfleisch – bedingt durch die gestiegenen Preise – sowie Milchprodukte, Eier, Obst und Gemüse. Er fügte hinzu, dass manche Produkte wie Reis zwar im Preis gesunken seien, dieser Rückgang jedoch nicht zu einer Erholung des Konsums geführt habe.
Vom Gelegenheitskredit zum Überlebensmodell
Nach Angaben des Verbandes ist das Anschreiben von einer gelegentlichen Praxis zu einer dauerhaften Überlebensstrategie für viele Familien geworden. Laut Ibarra verdeutlicht der Anstieg der Einkäufe “auf Rechnung“ die tiefen wirtschaftlichen Probleme, mit denen die Verbraucher zu kämpfen haben.
Der Verbandschef betonte zudem, dass sich die positiven makroökonomischen Kennzahlen des Landes nicht in der alltäglichen Realität der kleinen Geschäfte widerspiegeln. In diesem Zusammenhang fasst der Verband die Lage mit dem treffenden Satz zusammen: “Von der Makroökonomie zur Ladentheke des Hungers“ – eine Anspielung auf die tiefe Kluft zwischen offiziellen Statistiken und der tatsächlichen Kaufkraft der Bevölkerung.
Ibarra warnte davor, dass viele Menschen mittlerweile Kreditkarten oder das Anschreiben nutzen, um überhaupt Essen auf den Tisch zu bekommen. Sich für Grundbedürfnisse zu verschulden, sei ein besorgniserregendes Signal, da es jegliche Sparfähigkeit zunichte mache und die finanzielle Planung der Familien massiv erschwere.
Abschließend fügte der Vertreter hinzu, dass typische Konsumhöhepunkte wie Ostern, Weihnachten oder die Fußball-Weltmeisterschaft nur noch für kurze, vorübergehende Umsatzspitzen sorgen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten treffen unterdessen auch die kleinen Läden und deren Lieferanten, die verschiedene Strategien anwenden müssen, um überhaupt im Geschäft zu bleiben und die Rentabilität zu sichern.
Wochenblatt / Extra
















Heinz1965
Das ist normal im Fiat Geld System mit prozentualen Abgaben und Steuern. Wenn die Löhne sich verdoppeln verdreifachen sich die Preise , um diese Löhne zu zahlen. Das ist in jedem Land gleich. Wer die Geldmenge erhöht , der verringert die Kaufkraft aber 90 Prozent der Personen sind zu dumm , das zu begreifen . Das Geldsystem ist ein Betrug und die, die oben sind wissen und nutzen das .
max
Tagelöhner zahlen keine Abgaben und Steuern, genauso wenig wie der jeweils beschäftigende Chef. Das Hauptproblem ist, Paraguayer können nicht mit Geld, da diese auch nicht rechnen. Heute ist Geld da, heute wird gefeiert. Was kümmern mich die 5oder 10 Kredite die ich noch zu bezahlen habe. Von Dispensas angefangen bis über eine Bank oder ein Kredithai. Die zögern nicht um Ihr Geld einzufordern.
Das mit der Lohn Erhöhung stimmt natürlich, jeder hat Angestellte, die bezahlt werden müssen. Abgaben und Steuern zahlen trotzdem die wenigsten.
Ein jeder will möglichst Gewinn machen, wenn er ein Geschäft betreibt und nicht zu 0 oder gar minus betreiben. Dann kann man einen Laden dicht machen.
Es gibt leider viele Unternehmer, die es mit dem „Gewinn machen“ übertreiben und Geld in einem Monat verdienen wollen, was eigentlich für ein halbes Jahr prognostiziert wurde.