Fatale Gegebenheiten

Asunción: In Paraguay zeichnet sich ein deutlicher Missstand ab. Egal ob Unternehmen oder Menschen, die Wert auf gute wirtschaftliche und kulturelle Verbindungen legen, lassen sich nur noch in der Nähe von Asunción nieder.

Ignacio Ibarra, spanischer Geschäftsmann, betrachtet die übermäßige Zentralisierung mit gemischten Gefühlen. Sie passiert nicht nur auf politischen Ebenen sondern auch in wirtschaftlichen und kulturellen Bereichen.

„Die gegenwärtige Realität muss man analysieren. Es gibt praktisch keine Dezentralisierung. Der Fokus ist auf Asunción ausgerichtet. Sogar das Gesundheitssystem ist nicht dezentralisiert“, sagte Ibarra.

Viele Unternehmen aus der Maquila Sparte sind im Gebiet der paraguayischen Hauptstadt vertreten. Früher zogen es die Interessenten vor, ihre Fabriken in Alto Paraná zu errichten. Der Trend ist aber vorbei.

„Ich glaube, alle wollen in die Nähe der Macht, wegen dem extremen Zentralismus, der in Paraguay vorherrscht. Die Leute wollen den Mächtigen, den Ministerien, den Ministern und den Gerichten nahe sein. Eine größere Dezentralisierung sollte zweifellos in Paraguay erfolgen. Das bringt dem Land mehr Impulse in allen Bereichen“, betonte Ibarra.

Wochenblatt / ADN Paraguayo

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4 Kommentare zu “Fatale Gegebenheiten

  1. Der Mann hat völlig recht. Doch die Zentralisierung ist politisch gewollt. Es geht nur um Macht und Machterhalt. So kann man alles besser unter Kontrolle halten und die Amigos pflegen.

  2. Durch die Zentralisierung springen auch die Grundstueckspreise in Asuncion und Umgebung wie verrueckt in die Hoehe.
    Es sind wirklich ueberhaupt keine Bemuehungen zu sehen, ein bisschen zu dezentralisieren, was zur Folge hat dass die Lebensqualitaet zwischen Landesinneren und Hauptstadt immer weiter auseinander driftet (allerdings nicht in Dingen wie Verkehr und Luftverschmutzung).
    Ich finde Coronel Oviedo als Standort deutlich interssanter, weil zentral gelegen und zwischen den wichtigsten Staedten des Landes. Man muss es ja nicht zur neuen Hauptstadt erklaeren, aber wenn man schrittweise Behoerden auslagert, die auch viel im Landesinneren zu tun haben (z.b. SEAM oder Senacsa), dann waeren die Wege nicht so arg weit.
    Bei uns im MOPC haben wir ja den Bau der Wasserleitung im Chaco. Fast jede Woche faehrt eine Camioneta dort hin von Asuncion aus um nach dem Rechten zu sehen. Das ist einfach Wahnsinn und belastend fuer alle Beteiligten.
    Das grosse Problem bei diesen grossen Projekten ist allerdings dass die Mitarbeiter (Consultores) nur befristet angestellt sind. Nur selten sind es Beamte (machen eh nur verwaltungstechnische Sachen).
    Also ohne langfristigen Vertrag geht da keiner hin zum Wohnen. Ausserdem nimmt das Bildungsniveau extrem ab im Landesinneren. Wer Ingenieur ist, der wohnt entweder in Asuncion, CDE (Itaipu) und Encarnancion (Yacyreta), weil dort die Auftraege und Projekte sind.

    1. Absolut richtig. Doch so lange in PY die Zentralisierung auf ASU gilt, kann und wird sich daran nichts ändern. Genau das ist doch das Problem. Übrigens ähnlich in Frankreich. Doch im Gegensatz zu Paraguay sind dort die Menschen aufgeschlossen, wißbegierig, bildungshungrig und größtenteils fleißig und wollen tatsächlich voran kommen. Daher wirkt sich die Zentralisierung auf Paris nicht so negativ aus wie in Paraguay.

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