Für dumm verkauft

Asunción: Nachdem der Bericht des staatlichen Kontrollamtes feststellte, dass die Fußgängerbrücke übermäßig teuer war und den Staat zu viel gekostet hat, ordnete Minister Arnaldo Wiens eine interne Untersuchung an. Was die ergeben hat möchten Sie gar nicht wissen.

Das staatliche Kontrollamt kam Mitte Februar zu der Überzeugung, dass der Bau 1,5 Millionen US-Dollar überteuert war und die Behörde die staatliche Verträge überprüft (DNCP), merkte, dass die Ausschreibung ausschließlich zu Gunsten von Engineering ging.

Dies sorgte für Empörung innerhalb der Behörde. Anstatt sich von Engineering zu entledigen, bittet die Firma nun zusammen mit dem MOPC die DNCP, ihren Bericht zu überdenken und zu überarbeiten, damit das Resultat sich ändert und kein Schaden mehr für die Staatskasse entstanden ist. Wie das bei Bezeichnungen von „schweren Unregelmäßigkeiten bei der Ausschreibung und Umsetzung“ gehen soll, werden wir sicherlich bald sehen, wenn behauptet wird, dass alles mit rechten Dingen zuging und eine Brücke so viel kosten muss.

Schade ist nur, dass die Regierenden tatsächlich denken, dass alle im Land unterbemittelt sind solche groben Unregelmäßigkeiten bezüglich des Preises und der Ausschreibung die immer Engineering gewinnen, nicht mitbekommt. Doch Dank Horacio Cartes und seiner Fraktion wird sich daran nichts ändern.

Die Fußgängerbrücke kostete stolze 2 Millionen US-Dollar. Weil der Direktor des Ministerium für öffentliche Bauten, Jose Kronawetter, der Presse bestätigte, dass der Bruder der First Lady des Landes, Jorge López Moreira bei den Sitzungen zur Umsetzung der Brücke anwesend war, wurde er kalt gestellt. Nun scheint man zu verstehen, wieso Engineering S.A. immer die Ausschreibungen gewinnt. Anscheinend fällt dabei eine Kommission für die Präsidentenfamilie ab.

Minister Arnoldo Wiens ordnete eine Intervention der Abteilung seines Ministeriums an, um besagten Herr Kronawetter kalt zu stellen. Weil dieser der Presse das Detail mit Jorge López Moreira steckte, fiel er in Ungnade und kommt nun in den Freezer. Der Skandal wird damit gedeckelt und alles ist wieder in Ordnung. Auf zur nächsten Ausschreibung. Und diese gab es tatsächlich schon. Obwohl gegen Engineering ermittelt wird, wurde erst diese Woche eine neue Baustelle eines Krankenhauses an sie übergeben.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “Für dumm verkauft

  1. Provisionen für die Politiker werden öffentlich und unverblümt bezahlt.
    In den meisten Ländern nennt man das Korruption und es ist – eigentlich – illegal.
    In Deutschland nennt es sich Lobbyismus und ist völlig legal.
    Aber egal wie das „Kind“ heisst, werden solche Machenschaften aufgezeigt, gibt es keinerlei Konsequenzen, weder für die, die schmieren, noch für die, die sich schmieren lassen.
    Ab und zu gibt es ein Bauernopfer, das öffentlich „hingerichtet“ wird. Derjenige verschwindet – natürlich bestens versorgt – von der öffentlichen Bühne und das Volk lehnt sich beruhigt zurück und denkt: Es herrscht noch Recht und Gesetz. Die Bösen werden ja bestraft.

  2. Es ist gaengige Praxis auch in Deutschland fuer „Service“ ueberteuert zu kassieren um so Geld zu waschen.
    Das Gelaender der Bruecke hat man wohl aus Gusseisen oder Gussstahl gemacht wozu zuerst eine Gussform gemacht wird und dann dahinein schlicht Eisen oder Stahl gegossen wird. Das ist viel billiger. Deswegen werden die Ruger Revolver aus Gussstahl gefertigt und sind mindestens 400 USD billiger als die mit der Fraese hergestellten Revolver von Smith&Wesson.
    Leider ist so ein Eisengelaender aufwendig zu unterhalten da es genauso wie der Eiffelturm staendig gefaerbt werden muss – garantierte Dienstleistungsarbeit wieder fuer die ueberbezahlten Amigos.
    Wird diese Bruecke nicht zur Touristenattraktion so ist sie auf die Dauer unrentabel und verschlingt nur Geld. Den Eiffelturm haette man schon lange abgerissen waere er nicht zur Touristenattraktion geworden und koennte so unterhalten werden.

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