Gegen bestechliche Polizisten

Asunción: Aufgrund einer großen Anzahl von Anzeigen bezüglich Polizisten, die Schmiergeld fordern, realisierte die Stadtpolizei der Hauptstadt (PMT) eine Kampagne um die Fahrer zu informieren, welche Dokument von ihnen gefordert werden dürfen.

Mario Agustín Sapriza, Generaldirektor der städtischen Verkehrspolizei gestand ein, dass eine Menge Anzeigen wegen Korruption gegen seine Angestellten vorliegen. Die brachte ihn auf die Idee diese Kampagne zu starten, um die Fahrzeugführer zu informieren welches Delikt welche Strafe nach sich zieht und welche Dokumente ständig mitgeführt werden müssen.

„Wir erhielten viele Anzeigen weil Polizisten ihre Arbeit schlecht machen und neben Führerschein, Steuerkarte, Feuerlöscher auch noch diverse Sachen suchen um ein Bestechungsgeld einzufordern.

Die einzigen Gründe weswegen Fahrer in Asunción mit einem Bußgeld belegt werden können sind: ungültiger Führerschein, abgelaufene Steuerkarte, fehlender Sicherheitsgurt, die Benutzung eines Mobiltelefons am Steuer und das Fehlen eines oder beider Kennzeichen. Wenn jedoch ein Feuerlöscher abgelaufen hin, wird kein Strafzettel ausgestellt sondern nur freundlich auf die Erneuerung hingewiesen.

Die Kampagne enthält jedoch auch den Teil wo den Polizisten ins Gewissen geredet wird. Ihnen wird nahe gelangt nicht wegen 100.000 Guaranies ihre ganze Karriere aufs Spiel zu setzen. Wir geben ihnen außerdem Hinweise, wie sie auf Personen reagieren können die unbedingt bestechen wollen.

(Wochenblatt / Abc)

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11 Kommentare zu “Gegen bestechliche Polizisten

  1. Das freundliche hinweisen auf einen 3 Wochen abgelaufenen Feuerlöscher hat mir 100.000 Gs. gekostet. Mußte mich noch bedanken, dass der nette Caminieri mir 150.000 erlassen hat.

  2. Immer Camera mithaben, vor dem Polizisten einschalten, egal ob Handy- oder digital- oder Autocam die sowieso immer laufen sollte beim fahren, schreckt ab,ich habe gute Erfahrungen damit gemacht , immer vorausgesetzt man hat nix angestellt,

  3. Die Scheinheiligkeit kennt keine Grenzen!

    Die Fälle in denen etwas verlangt wird, ohne das ein Grund vorliegt sind die absoluten Ausnahmen. Ähnlich der 3% Unfälle durch technisches Gebrechen (siehe ITV).

    Bei der Bestechung ist es ähnlich. 97% zahlen Schmiergeld, nicht weil sie unschuldig sind, sondern weil sie das teure reguläre Bußgeld nicht zahlen wollen.

    Die Lösung des Problems wäre sehr einfach – nämlich das Bußgeld von sagen wir 160.000 für Fahren ohne Licht (=Schätzung) auf einen für das Land realistischen Wert senken. Etwa Gs 25 000 (etwas mehr in den größeren Städten) wären den Einkommen angemessen. Da wäre das Korruptionsproblem schnell gelöst. Es lohnt sich dann nicht mehr zu bestechen.

    Schade, daß in einer Demokratie die Vernunft von der Dummheit der Masse immer überstimmt wird.

  4. 9mm
    ihr vorschlag ist vollkommen richtig.nur weil es fuer
    die vergehen im strassenverkehr „mondpreise“ gibt, ver-
    suchen (fast) alle mit den polizisten zu handeln.wie sie
    schreiben, lieber niedrige saetze, die aber bezahlt
    werden muessen. fuer minderjaehrige die ohne fuhrerschein
    moped fahren, kostet die strafe so 600 000GS oder mehr.
    natuerlich kann dies ein einfacher paraguayer nicht bezahlen.in einen solchen handel schaltet sich dann der
    lokale chef der „zorros“ ein um so viel wie moeglich
    heraus zu holen.die „suenderpartei“ sucht irgendwelche
    „politische rueckendeckung“(stadtrat).in dieser sache
    gibt es auch gelegentlich „andere angebote“ um den
    strafzettel zu beseitigen.

  5. 9 mm
    .. „auf einen für das Land realistischen Wert senken“.

    Dieser Vorschlag waere vernuenftig und müsste als Projekt dem Senat vorgelegt werden.

    Leidtragende waeren allerdings bei einer diesbezueglichen Gesetzesaenderung die Polizisten und deren Vorgesetzte! ..

    Es kaeme aber sicherlich genuegend, vielleicht sogar mehr Geld in die Stadtkassen, das auch für eine gerechtere Entlohnung der Staatsbeamten (Polizisten) ausreichen wuerde!

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