Gemeinderat gerät wegen angeblicher Müllverbrennung unter Druck

Ciudad del Este: Die Müllverbrennung ist ein leidliches Thema in Paraguay. Nun gerät ein Gemeinderat unter Druck, der selbst solche Verordnungen gegen Umweltverbrechen erließ.

Miguel Prieto ist Vorsitzender von dem Gemeinderat in Ciudad del Este. Er reinigte am vergangenen Sonntag eine Terrasse von dem Rathaus und zündete den Abfall an. Prieto leugnete jedoch, das Verbrennen selbst vorgenommen zu haben, es sei eine andere Gruppe gewesen, die trockenes Gras eingesammelt und es in Brand gesetzt habe.

Vorgestern intervenierte die Direktion für Umwelt und nahm sich den Vorfall von dem städtischen Gesetzgeber zur Brust. In einer Erklärung hieß es, dass “es zu einem Verstoß gegen ökologische Normen und der sozialen Koexistenz auf einem öffentlichen Grundstück durch Prieto gekommen ist“.
Außerdem heißt es weiter, dass “die Bürger in diesem Zusammenhang darin erinnert werden, dass es ausdrücklich verboten ist, im Hof von Häusern oder Gebäuden jeglicher Art in der Hauptstadt von Alto Paraná Müll zu verbrennen“.

Der Stadtrat wehrt sich vehement gegen die Anschuldigungen. Prieto behauptet, städtische Angestellte hätten sich trotz wiederholter Anfragen oppositioneller Gemeinderäte geweigert, die gewohnte Müllabfuhr vorzunehmen. So sei keine korrkte Instandhaltung eines Grundstücks, weder privat noch öffentlich, möglich.

„Die Beamten von dem Rathaus und Bürgermeisterin Sandra McLeod versuchen mit viel Enthusiasmus, das was wir tun, zu vermasseln. Zu keiner Zeit gab ich den Auftrag, Müll am Rathaus zu verbrennen“, sagte Prieto und wurde noch deutlicher: „Ich bin total gegen jegliche Art von Müllverbrennung und ich werde mich nicht gegen diese Art von Angriff gegen die Umwelt einmischen. Hoffentlich wird die Umweltdirektion ernsthaft solche Leute sanktionieren, die jeden Tag in verschiedenen Stadtvierteln Müll verbrennen“.

Der Oppositionsausschuss, der die Mehrheit im Gemeinderat inne hat, unterhält ständig Meinungsverschiedenheiten mit McLeod, weil sie deren Vorgehen als Bürgermeisterin kritisieren.

Wochenblatt / ADN Paraguayo

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2 Kommentare zu “Gemeinderat gerät wegen angeblicher Müllverbrennung unter Druck

  1. Ja, ist ja auch logisch, wenn die Müllabfuhr an sechs von zehn Häusern leer vorbei fährt, dass diese keinen Müll produzieren. Das leuchtete jedem Beatmeten im Beatmetenhäuschen der Munispalidades ein. Außerdem verbrennt niemand Müll in Paraguay.
    Das sind bloß Hojas, die man anzündet. Kann man ja nichts dafür, dass diese bei Verbrennung nach verbranntem Plastik stinken.
    Doch klug wie Paraguayer ist zündet er es vielfach auch nicht in seinem eigenen Vorgarten an, sondern kippt sein Laub auf das unbewohnte Grundstück nebenan. So nett er ist zündet er diesen ab und zu an, meist bei Dämmerung, damit die Polizei das Feuer nicht so gut sieht. Sonst käme allerlei Ungeziefer wie Mücken und Mäuse.
    Und wer wird ihn schon anzeigen, dh. wer will Probleme mit seinem Tio aus San Pedro, der extra für einen Tag hierhin reisen müsste.
    Auch sollten wir Europäer keinen dieser wenigen zurechtweisen, die in den Quartieren, fernab von Vernunft und Zivilisation, ihren Müll anzünden. Das wäre wie wenn man in Europa jemanden Zusammenstaucht, der seinen Müllsack in den Container wirft. Keiner wird es verstehen können. Selbst einem Vorsitzenden vom Gemeinderat konnte das Thema Umwelt während täglich drei Stunden Grundschule (pardon, plus Tererepause = vier Stunden), die er vielleicht auch erfolgreich beendet hat, näher bringen.
    Da hilft nur bei Gasalarm den Zement stehen zu lassen, die paraguayschen Hamster-Steaks vom Grill zu nehmen, noch schnell die Wäsche einsammeln und dann Fenster und Türen verschließen. Es sei denn man möchte mit SchuMa auf mauern oder grillen.

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