Gewalt statt Toleranz: Autofahrer zückt im Stau eine Schusswaffe

Asunción: Am Montag dieser Woche ging in den sozialen Netzwerken ein Video viral, das den Moment zeigt, in dem ein Autofahrer mitten im Stadtteil Villa Morra der Hauptstadt Asunción eine Schusswaffe zog und einen Lkw-Fahrer bedrohte. Der LKW-Fahrer erstattete Anzeige und berichtete, er habe den Autofahrer lediglich darum gebeten, ihm etwas Platz zum Vorbeifahren zu machen, woraufhin dieser extrem aggressiv reagierte.

Der schwerwiegende Vorfall ereignete sich am Montagmorgen in der Nähe einer Schule sowie einer Baustelle, wo der Verkehr von Lastkraftwagen mit Baumaterialien an der Tagesordnung ist. Das Video wurde von einer Augenzeugin geteilt, die die mangelnde Toleranz auf den Straßen der Hauptstadt anprangerte.

Zudem wurden mehrere Kinder Zeugen davon, wie der Mann – mutmaßlich der Vater eines Schülers – die Waffe zog und auf den Lkw-Fahrer richtete. Der Sohn der Augenzeugin fragte seine Mutter: „Hat er eine Waffe gezogen?“, was die Mutter ihm bestätigte.

Der Lkw-Fahrer schilderte, dass sich wegen des Schulbetriebs Autos in zweiter Reihe gestaut hatten und ihm bereits mehrere Fahrzeuge Platz gemacht hatten. Zuletzt sei nur noch ein grauer Geländewagen der Marke Toyota übrig gewesen. Er habe den Fahrer höflich gebeten, ihm die Durchfahrt zu ermöglichen, woraufhin die Situation eskalierte.

„Ich habe ihn gefragt, ob er etwas zurücksetzen könne, damit ich vorbeikomme. Der Mann streckte den Arm aus dem Fenster und beschimpfte mich aufs Übelste. Als wir auf gleicher Höhe waren, fragte ich ihn, was so schwer daran sei, mich vorbeizulassen. Daraufhin schrie er: ‚Wer glaubst du eigentlich, wer du bist, du Hureonsohn?‘, zog einen Revolver, zielte auf mich und drohte: ‚Ich schieße dir ins Gesicht!‘“, berichtete der LKW-Fahrer gegenüber dem Fernsehsender C9N.

Er betonte, dass er nach dieser Reaktion unter Schock gestanden habe, und forderte Gerechtigkeit, da solche Personen nicht frei auf den Straßen unterwegs sein dürften. „Ich habe bereits Anzeige erstattet und alles liegt in den Händen meines Anwalts. Ich finde, solche Leute gehören ins Gefängnis. Mir gingen in diesem Moment tausend Dinge durch den Kopf“, schloss er.

Wochenblatt / La Nación

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