Ging es wirklich nur um eine Torte?

San Lorenzo: Eine Torte taucht als Geschenk im Büro einer Richterin auf. Ihre Angestellte, die diese entgegennahm, weusste nicht von wem sie stammte und muss nun dafür büßen.

María de la Cruz Rodríguez Ortiz, Richterin der 1. Instanz am Arbeitsgericht der besagten Stadt, hatte gerade eine Audienz zu einem Fall, als ihre juristische Mitarbeiterin Mariela Escobar Stanley zufällig eine Torte eines Feinkostbetriebes mit Delivery Service entgegennahm. Die Richterin vermutet ein Geschenk der beiden betroffen Parteien der Audienz. Sie fragte ihre Angestellte, woher die Torte stammt. Weder sie noch der Bote wussten den Namen des Versenders. Da aber eine Telefonnummer aus ihrer Arbeitsakte mit der auf dem Lieferschein übereinstimmte, musste es sich um eine süße Bestechung handeln.

Die Leidtragende war jedoch Mariela Escobar Stanley, da sie die Torte annahm. Ein zu großer Vertrauensverlust sei von Seiten der Richterin entstanden, sodass sie kein Arbeitsverhältnis mehr mit Mariela Escobar Stanley haben möchte. Eine Versetzung oder Ausgliederung wird folgen.

Tatsächlich hätte jedoch jeder unter Angabe falscher Daten die Torte zu Gericht schicken können, um ein Ende der Arbeitsbeziehung hervorzurufen. Des Weiteren ist in Paraguay eine Torte im Gegensatz zur sonst überall vorherrschenden Korruption keine Erwähnung wert. Andererseits beginnt genau da die Einflussnahme, ohne das Wort Korruption oder Bestechung in den Mund nehmen zu wollen.

Wochenblatt / Hoy

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6 Kommentare zu “Ging es wirklich nur um eine Torte?

  1. Eine Torte als Bestechung ist etwas dürftig!
    So billig schmiert niemand,maximal bei der Hausfrauenmafia in der Kaffeerunde!

  2. Als Bestechung sehe ich das auch nicht. Allerdings hätte die Sekretärin die Torte trotzdem nicht annehmen sollen … gerade für eine Richterin. Die Torte hätte ja auch vergiftet sein können. Schließlich gibt es in jedem verhandelten Fall einen Verlierer.

  3. Mmmm, Torte mit Anthrax-Streusel, lecker. Im Schwitzenland wären die Beatmeten erst einmal aus dem Beatmetenhäuschen gerannt, der Dorfpolizist hätte im Großeinsatz die Stadt abgeriegelt und es wäre 10-vor-10 Gackeralarm ausgelöst worden. Hier nimmt man so etwas gelassener. Die Torte wurde bestimmt nicht weggeworfen. Irgendwer wird sie verspachtelt haben. Ist ja auch eine Schande eine Richterin mit 10 Euro bestechen zu wollen, bei 10.000 wären alle zufrieden gewesen.

  4. und der Schwachsinn wird dann noch groß und breit erklärt, fehlen noch stundenlange Diskussionen beim Terere unterm Mango. aber letztendlich sieht man, dass in Paraguay jeder ersetzbar ist

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