Gleiche Probleme, gleiche Lösungsansätze

Asunción: Nicht nur bei weniger funktionierenden Geldautomaten hat Paraguay etwas mit Deutschland gemeinsam, auch bei der Aufnahme von Schulden wegen der Pandemie gibt es Übereinstimmungen, wenn gleich auf anderem Niveau.

Erst gestern meldete das paraguayische Finanzministerium, dass wieder neue Schulden aufgenommen werden müssen, um weiterhin den Staat und sein Funktionieren zu sichern. Dies wird sicherlich bald im Bereich von 500 Millionen US-Dollar aufwärts vonstatten gehen und sich kurz vor Jahresende wiederholen.

Auch in Deutschland, aber genau genommen ganz Europa, sieht es nicht viel anders aus. Der Bundestag hat am gestrigen Donnerstag einen Nachtragshaushalt für 2021 auf den Weg gebracht, um neue Schulden im Bundeshaushalt für dieses Jahr auf den Rekordwert von 240 Milliarden Euro anzuheben. Mit diesem Schritt, so der Bundesfinanzminister Olaf Scholz, sollen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abgefedert werden.

Während die Gesamtverschuldung in Paraguay noch bei 12,3 Milliarden US-Dollar liegt, steige diese mit den neuen Schulden bald auf 13 Milliarden US-Dollar, was 35% des Bruttoinlandsprodukts sind.

Die Gesamtverschuldung Deutschlands steigt mit der neuen Aufnahme auf 2.200 Milliarden Euro, ebenfalls ein Allzeithoch. Die Schuldenquote, also die Höhe der Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, liegt 2021 bei rund 80%, was jedoch wegen der angesiedelten Energie und den realen Steuereinnahmen anders betrachtet werden muss und nicht eins zu eins verglichen werden kann.

Für Otto Normalverbraucher ändert sich da dennoch nicht viel, abgesehen von weniger Geldautomaten, die auf nationaler Ebene im Betrieb sind. Diese machen nur dann in großer Anzahl Sinn, wenn immer viel Geld abgehoben wird. In Paraguay wie auch in Deutschland sind in den letzten Monaten jedoch die Anzahl funktionierender und bestückter Bankomaten reduziert worden.

Wochenblatt

CC
CC
Europakongress

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

3 Kommentare zu “Gleiche Probleme, gleiche Lösungsansätze

  1. Zitat”In Paraguay wie auch in Deutschland sind in den letzten Monaten jedoch die Anzahl funktionierender und bestückter Bankomaten reduziert wurden.”
    Der Grund ist die geplante, weltweite Bargeldabschaffung. Die Vorbereitungen für die CBDC sind schon voll im Gange.
    Die Neuverschuldung der sog. BRD ist ein Witz gegenüber den USA. Deren Sculdenaifnahme beläuft sich allein im Monat April auf 327 Milliarden US Dollar. Bei 10 Bonds müssen die USA z.Zt. 1,66% Zinsen zahlen. Die neuen 327 Milliarden dienen alleine dazu die Zinsen aus den vorangegangenen Bonds zu bezahlen.
    Das wird alles letzten Endes durch die Zentralbanken finanziert. Die Geld aus dem Nichts schaffen.
    Interessant ist auch zu wissen, dass die Verschuldung der gesamten Welt bei 331% vom GGDP liegt. Bezahlen kann das keiner mehr.

  2. Moyses Comte de Saint-Gilles

    Da ist dennoch ein gewaltiger Unterschied denn die 80% Staatsverschuldung der BRD ist genauso relativ zum BIP wie die 35% Paraguays. Deutschland ist in der Tat real doppelt so hoch verschuldet wie Paraguay. Die jeweilige Wirtschaftsleistung ist da schon miteingerechnet.
    Den Unterschied macht allerdings die Preishoheit der Produkte die jedes Land zu bieten hat. Deutschland verdoppelt dann nur die Preise der BMW’s und Paraguay muesste auch die Preise fuer Fleisch und Soja verdoppeln. Jenachdem ein Land die Preise vorschreiben kann, kann es auch die Staatsverschuldung senken.
    Eine Rolle spielt dabei auch wie sehr jedes Land vom Export abhaengt. Das heisst wie sehr die Steuereinnahmen des Landes von den Exportguetern abhaengen. Paraguay hat offiziell wenig verlust im BIP erlitten was zeigt dass seine Steuereinnahmen fast ausschliesslich von den Exporten von Fleisch und Soja abhaengen. Der Binnenmarkt spielt in Paraguay wie auch in Deutschland fast keine Rolle. Daher kann man aus staatlicher Sicht endlos den Lockdown in die Laenge ziehen denn die Finanzeinnahmen des Staates leiden darunter kaum. Eben weil die Auslaender die nationale Produktion aufkaufen – wenn denen das Geld fehlt, erst dann leidet der deutsche und paraguayische Staat.
    Wenn es gelingt fuer die selben Produkte mehr Preise den Auslaendern aufzubrummen, dann laesst man so den Staat von den Auslaendern sanieren. Man halst die eigenen Staatsschulden den Auslaendern auf.
    Der Auslaender bezaehlt durch die ueberteuerten Autopreise des deutschen Gehaelter. Der Deutsche koennte ja gut fuer 1 Euro die Stunde arbeiten anstatt fuer 10 Euro und damit waere der Mercedes dann 10.000 Euro teuer anstatt dass er 100.000 Euro preist. Das Fleisch kostet nur etwa rund 0.3 Euro pro Kg vom Bauern bis zum Schlachthof und Export, kostet aber in Deutschland dem Endkonsumenten bei Aldi rund 10 Euro pro Kg. Wobei das meiste vom Preis eine einzige Person zugute kommt und zwar dem Viehzuechter (er braucht so quasi keine Angestellten) und den Rest der Mordsfleischpreise teilen sich die CEO’s beim Schlachthof ein. Die Gewinne landen in Paraguay nur maximal bei 1% der Bevoelkerung.
    Im Falle von Deutschland und Paraguay bezahlt der geprellte Auslandskunde jeweils die lokalen Staatsschulden durch weit zu hohe Preise.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.