Goldrausch im wilden Paraguay

Guairá: Die Überschrift müsste eigentlich lauten „Goldrausch im wilden Westen“ so wie er im 19.Jahrhundert stattfand. Aber auch in Paraguay geht dieses Fieber um.

Die Seltenheit und die besonderen Eigenschaften des Goldes waren und sind immer noch der Grund für seine sagenumwobene Mystik. In der Bibel wird schon von dem legendären Goldland „Ophir“ erzählt. Auch die spanischen Einwanderer in Mittel-und Südamerika suchten nach dem geheimnisvollen Eldorado, das nach einer Legende in Zentralsüdamerika existiert haben soll.

Im Jahre 1859 zeichnete man die ersten Eisenfunde in Paraguay auf, die in Schmelzanlagen verarbeitet wurden. Erst 1925 berichtete man über größere Goldgrabungen. Nach kurzer Zeit aber resignierten die meisten Sucher und es gab nur noch Wenige die ihr Glück versuchten. In den folgenden Jahrzehnten gab es immer wieder Berichte über Goldvorkommen.

Diese blieben ausländischen Firmen nicht verborgen und im Jahre 2007 begann das Unternehmen „Latin American Minerals INC.“ (LAMPA), Firmenhauptsitz in Toronto, Kanada, ihre Tätigkeit in Paraguay. Es hat eine bewährte Vergangenheit und konnte gute Referenzen vorweisen, im Zuge dessen erhielt sie von der Regierung die Erlaubnis nach Edelmetallen zu suchen. Umfangreiche Bodenproben stellten ein hohes Potenzial und eine große Vielfalt an Mineralressourcen fest. Nachdem auch noch die rechtlichen Bedingungen mit der Regierung abgeklärt waren begannen die Arbeiten an den selektiven Orten.

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Ein Gebiet befindet sich in Itapoty, dort wird nach Diamanten geschürft, ein Weiteres liegt in Chiiguelo, wo leichte Metalle der „Seltenen Erden“ vorkommen. Diese chemischen Elemente werden in vielen Schlüsseltechnologien eingesetzt.

Das dritte Projekt ist eine Goldmine in Paso Yobai, sie liegt ungefähr 220 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Asuncion im Südosten des Landes, Abteilung Guairá. Die Erschließungsrechte umfassen insgesamt 15.665 ha die in zwei Bereiche aufgeteilt sind, eines davon umfasst 6.700 ha das Andere 8.965 ha.

Dieses Goldprojekt ist, gegenüber den anderen, am weitesten fortgeschritten und befindet sich im Verarbeitungsprozess. Im Vorfeld wurden u.a.Luftaufnahmen ausgewertet, 20.000 Erdproben genommen, umfangreiche Magnetometeruntersuchungen durchgeführt und 9.618 Diamantbohrungen vorgenommen. Die dabei lokalisierte Goldader erstreckt sich auf eine Länge von acht Kilometer.

Ende 2011 begann man mit Grabungen zur Erschließung der Mine. Parallel dazu erstellte man eine Aufbereitungsanlage und verbesserte die Transportwege. Mitte Dezember waren diese Arbeiten abgeschlossen und am 31.Januar 2012 wurde die Anlage mit dem Namen „Independencia Bergwerk“ eröffnet. Unter der Aufsicht von Inspektoren aus dem Ministerium für Bergbau und Energie konnte dann am 18.Februar die offizielle Genehmigung erteilt werden. Diese erlaubt die Herstellung, Export und Verkauf von Gold auf kommerzieller Basis.

Am 29.August 2012 gab das Unternehmen der Presse gegenüber bekannt, dass der erste Goldbarren produziert wurde. Bei einer Analyse im Labor in Ontario, Kanada, enthielt dieser 166 Unzen Gold und 47 Unzen Silber. Der aktuelle Marktwert zum damaligen Zeitpunkt betrug ungefähr 276.000 US Dollar, 5 % dieser Summe müssen als Lizenzgebühr an den paraguayischen Staat abgeführt werden. In der Zwischenzeit sind zwei weitere Barren nach Kanada gebracht worden, der Gesamtwert beträgt aktuell zwei Millionen US Dollar.

Der Beginn der Arbeiten gab vielen Menschen in der Region neue Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten. Parallel dazu verbesserte das Unternehmen die lokale Gesundheitsversorgung durch Impfkampagnen und Investitionen in das Krankenhausgebäude.

Die Bereiche Kultur, Weiterbildung und Umwelt sind ebenfalls Schwerpunkte der Firmenphilosophie. Jedoch konnten all diese Maßnahmen die Schattenseite des Goldfiebers nicht aufhalten. Viele Einheimische sind davon infiziert worden und führten Grabungen auf ihren Grundstücken durch, entweder von Hand oder sie mieteten große Maschinen. Sie legten Teiche an und mit Hilfe von Zyanid versuchte man das Gold aus dem Gestein zu waschen. Die Auswirkungen für die Umwelt können Sie sich selber ausmalen. Nur Wenige kamen zu Reichtum, die meisten gingen bankrott. Dadurch entwickelte sich eine steigende Antipathie gegen die ausländischen Investoren die letztes Jahr ihren Höhepunkt erreichte.

Die Einwohner protestierten massiv gegen die Schürfungsarbeiten, sperrten Zufahrtswege und schnitten die Versorgungskette ab, als ihnen verboten wurde weiterhin nach Gold zu schürfen. Die Firma „LAMPA“ besitzt das alleinige Monopol auf diese Rechte. Ein Kompromiss bot sich an, indem man den Bewohnern auf einer Fläche von insgesamt 100 ha die Erlaubnis erteilte dort ihr Glück zu versuchen.

Im Moment ist Ruhe in diesem Konflikt eingekehrt, dieser kann aber jederzeit wieder aufflammen. Unter Auflagen, insbesondere im Bereich Umwelt, wurde erst kürzlich der Vertrag mit dem ausländischen Unternehmen bis in das Jahr 2015 verlängert. Ob diese Bestimmungen eingehalten werden lässt sich nicht genau sagen, hoffen wir es. Die Gier nach Gold ist wohl doch kein romantisches Goldschürfer Märchen.

(Wochenblatt / ABC Color / Latin American Minerals INC.)

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4 Kommentare zu “Goldrausch im wilden Paraguay

  1. Zitat: „Die Seltenheit und die besonderen Eigenschaften des Goldes waren und sind immer noch der Grund für seine sagenumwobene Mystik.“

    Tja, das liebe Gold. Selten ist es nur, weil alle Welt dem nach jagt. Der Wert des Goldes ist ein Imagineller, eine jahrtausend alte Doktrin, welche den Grundstein der zivilisierten Welt darstellt. Gold sichert Macht oder besser, der GLAUBE der Menschen an den realen Wert des Goldes sichert den Besitzern ihre Macht. Gold ist ein Blendwerk nicht mehr, zu nichts Praktischem nutze.

    Gold entfacht Kriege und tötet Menschen, Gold fördert Wucher durch Spekulation und Manipulation, der Gewinn des Goldes zerstört die Umwelt… Sicher habe ich noch was vergessen was die „sagenumwobene Mystik“ entmystifiziert!

    LG

    1. ja Tom, du hast was wichtiges vergessen. Wenn man sich vor Augen haelt, dass die grosse Masse an Gold unter schwersten Umweltzerstoerung usw. aus der Erde gebuddelt wird um es an anderer Stelle wieder zu verbuddeln (in einem Tresor), fragt man sich doch, was das alles soll und welchen Wert es tatsaechlich darstellt, ausser dass es zeitweise Arbeitsplaetze schafft.

      1. Stimmt, ich habs vergessen, danke.
        Der Grund für die Beerdigung nach der Gewinnung ist die Aufrechterhaltung des Mythos bzw. der Doktrin. Hier Grafisch dargestellt: http://demonocracy.info/infographics/world/gold/gold.html

        Der 20X20m Goldwürfel ist der Mythos welcher unsere Gesellschaft zusammen hält. 😉

        LG

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