Hausangestellte: “Wir sind müde von Menschen, die uns versklaven“

Asunción: Aus dem Sektor der Hausangestellten besteht man darauf, dass die 100%ige Bezahlung des Mindestlohns gerecht sei, aufgrund der vielfachen Tätigkeiten, die sie ausführen.

Kelly Agüero, Mitglied des Verbandes der Hausangestellten von Paraguay, ist zufrieden mit der Zustimmung des Senats über die 100%ige Bezahlung des Mindestlohns in ihrem Sektor. Sie sagte, es sei eine gute Nachricht, denn der Kampf dafür habe fünf Jahre gedauert.

Wenn man bedenkt, dass die Hausangestellten bereits von der IPS-Krankenversicherung, Urlaub und einer Regelung der Arbeitszeit in Höhe von 8 Stunden profitiert hatten, war das einzige, was fehlte, den Artikel 10 des Gesetzes Nr. 5407/15 über die Hausarbeit zu ändern.

Durch die im Senat beschlossene Änderung kann der gesetzliche Mindestlohn für Hausangestellte von 60% auf 100% erhöht werden. Daher erhalten alle, die von dem vorher genannten Gesetz betroffen sind, ein monatliches Gehalt in Höhe von 2.112.562 Guaranies.

„Wir sind so müde von Menschen, die uns versklaven. Das ganze Leben wurden wir schwarz bezahlt und die ganze Zeit, als wir informell arbeiten, sagten uns einmal die Hausbesitzer ‘du gehst jetzt kochen‘. Aber in einem anderen Moment gab es folgende Forderung: ‘Bring meinen Sohn in die Schule‘, dann werden wir zum Autowaschen benutzt“, sagte Agüero, um die Ausbeutung ihrer Arbeitsleistung, der sie manchmal ausgesetzt waren, in Frage zu stellen.

Auf dem Ansatz hin, dass von dem Gehalt der Hausangestellten Esen und Wohnen abgezogen wurde betonte Agüero, dass es Alternativen und Vorschläge gebe, diese Probleme zu lösen.

„Derjenige, der uns nicht das Gehalt zahlen kann, das uns pro Monat zusteht, kann uns stundenweise, wöchentlich, vierzehntägig oder aber auch monatlich, wie in allen Ländern der Welt üblich, anstellen“, sagte Agüero, als über die Möglichkeit gesprochen wurde, dass einige Arbeitgeber ihnen nicht 100% des derzeitigen Mindestlohns zahlen wollen oder können.

Die Vertreterin des Verbands der Hausangestellten von Paraguay bestätigte, dass bereits viele Arbeitsverträge bestehen und der Sektor daher formalisiert worden sei. Ebenso gab sie zu, dass es Arbeitgeber gebe, die die geltenden Normen einhalten, und andere, die zusätzlich dazu, dass sie nicht genug bezahlen, Missbrauch oder eine Ausbeutung der Hausangestellten ausüben würden.

Wochenblatt / Hoy

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3 Kommentare zu “Hausangestellte: “Wir sind müde von Menschen, die uns versklaven“

  1. Ich habe vor einigen Jahren gelesen, dass nur 20% der Arbeitenden den Mindestlohn erhalten. 10% verdienen mehr, 70% weniger. Nach meinen zahlenmässig geringen Erfahrungen ist das heute nur ein bisschen besser.
    Fast sicher ist, dass die überwiegende Mehrheit der Arbeitgeber dies nicht wird stemmen können.

  2. „Derjenige, der uns nicht das Gehalt zahlen kann, das uns pro Monat zusteht, kann uns stundenweise, wöchentlich, vierzehntägig oder aber auch monatlich, wie in allen Ländern der Welt üblich, anstellen“, sagte Agüero, als über die Möglichkeit gesprochen wurde, dass einige Arbeitgeber ihnen nicht 100% des derzeitigen Mindestlohns zahlen wollen oder können.

    Tolle Argumentation.
    Statt knapp 1,3 Millionen monatlich + Kost und Logis frei kommen sie dann eben nur noch einmal wöchentlich für ca. 80 000.- pro Tag und haben dann 320 000.- im Monat und dürfen Miete, Essen und Bus davon bezahlen.
    Jetzt weiß ich, warum in den Schulen keinerlei Wert darauf gelegt wird, daß die Schüler rechnen lernen.
    Was ist an Kochen, Kind zur Schule bringen und Autowaschen Sklavenarbeit?
    Wenn jemand auf dem Bau arbeitet, sagt der Chef auch einmal, daß er den Zement anmischen soll, ein anderes Mal muß er die Ziegel bringen und ein weiteres Mal bekommt er angewiesen die Erde fest zu stampfen.

  3. Ja, freut Euch nur, Kelly Agüero usw.usw., und ich gratuliere Euch, etwas erreicht zu haben, das ohne nicht durchführbar ist und das es auch in der Praxis niemals geben wird. Wenigstens habt Ihr ausnahmsweise mal von Euch reden gemacht, wenn Ihr schon sonst nichts zu tun habt. Da erhebt Ihr von vielen namenlosen Hausangestellten einen Monatsbeitrag für Eure angebliche „Hausgehilfinnen-Gewerkschaft“, deren Administration aus lediglich einer Person besteht und die sich dann ein Monatseinkommen begründet, das keine der Euch vertretenen und „verteiddigten“ nicht einmal im ganzen Jahr verdient. Ihr unterrichtet Euch ja nicht einmal über die wesentlichen Punkte der Aufgaben einer Hausgehilfin. Sie muss zwar früh aufstehen, und bereitet dann das Frühstück für die Familie, an welchem sie natürlich auch selbst teilnimmt, und auch abends hat sie bis um ca. 20 Uhr noch etwas zu tun, das heisst aber noch lange nicht, daß sie jetzt von 7 Uhr morgens bis zum 20 Uhr abends ununterbrochen beschäftigt ist, da sind auch große Lücken vorhanden, in denen sie nichts zu tun hat und u.a. auch in ihrem Zimmer ihre „Siesta“ hält. Sie hat ihr Zimmer gratis und sitzt auch gratis stets mit der Familie bei Tisch, wenn es was zu essen gibt, und die von ihr zu verrichteten Arbeiten sind dann eben auf den ganzen Tag (mit zeitlichen Lücken) verteilt sind. Hat die Hausangestellte in diesem Sinne Familienanschluß, dann wird das auch von der Familie anerkannt, indem sie selbst bei Ausflügen, Ausgehabenden usw.usw.usw. wie ein Familienmitglied daran teilnimmt, da sie in den meisten Fällen (in paraguayischen Häusern allerdings nicht üblich) als eine weitere Tochter der Familie betrachtet wird. Nun, wenn natürlich Leute, wie z.B., diese Kelly Agüero, nun ihren Schützlingen die Köpfe heiß reden wollen, sie müssten protestieren, da sie ja nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, dann setzen die unverantwortlilchen Leute die Hausangestellten der Gefahr aus, vielleicht sogar den gesetzlichen Mindestlohn zu erreichen, aber dafür alle anderen recht angenehmen Dinge zu verlieren. Und dafür muß die arme Hausangestellte ihre „Verteidiger“ sogar noch fürstlich bezahlen. Ich erinnere mich bestens an eine betriebsinterne Gewerkschaft einer Bäckerei, die sich zu „Gewerkschaftsversammlungen“ regelmäßig in einer Zahnarztpraxis traf. Dieser Zahnarzt hatte eben nicht genug Patienten, um davon leben zu können, und stellte sich dann in seiner Freizeit noch als „Einpeitscher“ für eine Bäcker-Gewerkschaft zur Verfügung, um diesen ebenfalls „armen und unterdrückten“ Arbeitern zu zeigen, wie sie ihrem Arbeitgeber Schaden zufügen können. Und der „Zahnarzt“ forderte natürlich von jedem seiner „Schützlinge“ dafür einen ansehnlichen Monatsbetrag.

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