Hoffentlich kein zweites Curuguaty

Guahory: Nachdem landlose Bauern, sogenannte Campesinos, wieder Flächen besetzt halten, spitzt sich der Ton der Behörden zu. Das Institut für ländliche Entwicklung und Land (Indert) beschuldigt Politiker für das Vorgehen.

Angeblich sollen Oppositionsparteien, wie die Liberale Fraktion, die Demokratische Progressive Partei und die Frente Guasu landlose Bauern angestiftet haben. „Die Invasion dient als eine Entschuldigung für Verbrechen. Sie verstößt gegen Gesetze der Republik, Privateigentum zu besetzen. Dadurch wird eine soziale und politische Instabilität geschaffen“, lautet die Erklärung von dem Indert.

Darüber hinaus hat der Gesetzgeber “die Verantwortung zu tragen, wenn es zu gewalttätigen Aktionen kommt“, lautete die Aussage des Präsidenten von dem Institut, Justo Cardenas.

Laut dem Indert seien die Ländereien zwar brasilianischen Siedlern übertragen worden, die Rechte wären aber 2002 aufgehoben worden. Öffentliche Länder könnten nun von jedem Bürger erworben werden, egal ob Paraguayer oder Ausländer.

Die Campesinos argumentieren, sie würden schon 30 Jahre in dem Gebiet leben und die Ländereien seien Staatseigentum. Deshalb wären die brasilianischen Eindringlinge nicht befug,t sie zu bewirtschaften und zu erwerben.

Das Indert will 1.300 Hektar Land als Ausgleichsfläche kaufen und eine “Musterkolonie für Kleinbauern errichten, mit Wasser, Strom, Straßen, Schulen, Gesundheitszentren und weiteren Einrichtungen“. Dies lehnen die Campesinos aber ab.

Der Präsident des paraguayischen Kongresses, Robert Acevedo, prangert fünf Senatoren der Opposition für “eine unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt“ und anderer Verbrechen im Fall Guahory an und bat den Generalstaatsanwalt Javier Diaz Verón, eine Untersuchung in dem Fall einzuleiten.

Auch die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) ist benachrichtigt worden. Paraguay ist das Land mit der am meisten ungleichen Verteilung von Grundstücken in der Welt. 90% des Landes gehören 5% der Bevölkerung, die restlichen 10% der Flächen 95% der Einwohner.

Die Räumung eines Grundstücks in Curuguaty führte 2012 zu einem Massaker, bei dem 17 Menschen starben, darunter sechs Polizisten.

Quelle: Hoy

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1 Kommentar zu “Hoffentlich kein zweites Curuguaty

  1. Wir haben fast zwei Jahrzehnte in der Gegend von Guahory gelebt und gearbeitet. Die Fläche von sogenanntem Indert-Land ist bei weitem grösser als in den Medien verbreitet. Es handelt sich ja nicht nur um Guahory sondern um den ganzen Distrikt, also bis rauf nach Toledo etc. Wir kennen selber einige Leute, die solches Land wissentlich illegal und daher billiger erworben haben, mit Hilfe von Geld und Bestechung des Indert. Die Paraguayaner haben seinerzeit diese Landstücke „verscherbelt“ und die Indert (damals noch IBR) hat wohl eben auch falsche Titel ausgestellt. Das sind Tatsachen und nicht wie in Kommentaren erwähnt, es sich nur um alles Verbrecher handelt.
    Also noch einen schönen guten Tag.

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