Asunción: Die Staatsanwältin Mercedes Vera hat den Abgeordneten Mauricio Espínola wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Antrag auf Strafverfolgung ist die Folge des Todes eines Motorradfahrers namens Emilio Benítez Chaparro (30). Dieser war das Todesopfer eines Unfalls, in den beide am vergangenen 16. Mai in Asunción verwickelt waren.
Die Staatsanwältin Vera forderte das zuständige Strafgericht zunächst dazu auf, der Abgeordnetenkammer den Antrag auf Aufhebung der Immunität des Parlamentariers Mauricio Espínola zu übermitteln, damit dieser vollumfänglich im Strafverfahren belangt werden kann.
Darüber hinaus beantragte sie die Verhängung von Alternativmaßnahmen zur Untersuchungshaft. Dazu gehören ein Ausreiseverbot sowie die Hinterlegung einer ausreichenden Sachkaution, um die uneingeschränkte Teilnahme des Abgeordneten an dem mit der Anklage formell eingeleiteten Strafprozess zu gewährleisten.
Der tödliche Unfall
Die am 6. Juni vorgelegte Anklage der Staatsanwaltschaft erfolgt 40 Tage nach dem Autounfall zwischen Mauricio Espínola und Emilio Benítez, der sich am 16. Mai um 18:35 Uhr an der Kreuzung der Alleen Kubitschek und Cerro Corá in Asunción ereignete.
Das Unfallopfer, Emilio Benítez, wurde in das Hospital de Trauma (Unfallkrankenhaus) eingeliefert und verblieb dort für insgesamt 11 Tage stationär. Sein Tod trat laut Bericht des 7. Polizeireviers der Hauptstadt am vergangenen 27. Mai um 18:00 Uhr ein.
Nach dem Vorfall wurde der Abgeordnete Mauri Espínola zum Hauptquartier der Straßenpolizei in der Stadt San Lorenzo gebracht. Ein dort durchgeführter Alkoholtest verlief mit einem Ergebnis von 0,00 mg/L negativ.
Als Todesursache wurde ein mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert. Staatsanwältin Mercedes Vera wurde mit dem Verfahren betraut, das anfangs unter der Bezeichnung „Sachschaden und Körperverletzung bei einem Verkehrsunfall“ geführt wurde. Nach dem Tod von Benítez wurde der Tatvorwurf jedoch auf fahrlässige Tötung geändert.
Nach den polizeilichen Erkenntnissen war Mauri Espínola am 16. Mai um 18:35 Uhr mit Toyota Fortuner auf der Straße Cerro Corá in östlicher Richtung unterwegs. Als er die Allee Kubitschek erreichte, prallte der in südliche Richtung fahrende Motorradfahrer gegen den SUV, wurde weggeschleudert und stürzte auf den Asphalt.
Minuten nach dem Unfall wurde dem Opfer von freiwilligen Feuerwehrleuten sowie einer Ambulanz des Rettungsdienstes SEME erste Hilfe geleistet, bevor der Motorradfahrer in das Hospital de Trauma transportiert wurde.
Abgeordneter Mauri Espínola übernahm die Kosten
Nach dem Verkehrsunfall übernahm der Abgeordnete die medizinischen Kosten im Hospital de Trauma sowie den Krankenhausaufenthalt von Emilio Benítez, wie aus Justizkreisen verlautete.
Nach dem Ableben des Motorradfahrers kam Espínola zudem für die Kosten der Totenwache, der Beerdigung und des anschließenden neuntägigen Trauergebets auf. Den gleichen Justizquellen zufolge hat der Parlamentarier die Familie des Opfers außerdem finanziell entschädigt, worüber bereits drei Vereinbarungen unterzeichnet wurden.
Wochenblatt / Última Hora















