Honor Colorado unterstützt Paraguays Engagement für Transparenz

Asunción: Die von Ex-Präsident Horacio Cartes geführte Fraktion Honor Colorado legte einen Erklärungsentwurf vor. Darin wird Paraguays Engagement für Transparenz hervorgehoben, wie von der Financial Action Task Force (Gafilat) empfohlen wird.

In dem vorgelegten Entwurf wird argumentiert, dass Paraguay aktiv an Gafilat teilnimmt, und hervorgehoben, dass die Leistungen dieses Landes in den gegenseitigen Bewertungsprozessen nationale Prioritäten sind.

“Die Republik Paraguay hat sich öffentlich und privat auf höchster Ebene verpflichtet, das organisierte Verbrechen in all seinen Formen zu bekämpfen, einschließlich der Geldwäsche, der Finanzierung des Terrorismus und der Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, sowohl im Inland als auch international.

Probleme, die die Fraktion im Angesicht der Transparenz nicht wahrhaben will, sind die Unterstützung von verurteilten Ex-Senatoren, die vom Staat bezahlte Kongressangestellte als Sekretärinnen nach Hause bekommen. Anstatt da den Besen herauszuholen, wird in Wahlkampfzeiten einfach nicht darüber geredet, groß ist die Furcht, dass noch ein Dutzend mehr solcher Fälle ans Licht kommt.

In dem Zusammenhang weist das oben beschriebene Dokument darauf hin, dass 2013 mit dem Dekret Nr. 11.200 der Exekutive der Strategieplan des paraguayischen Staates und ein Aktionsplan genehmigt wurden, der aktualisiert wurde, um die Rollen und Zuständigkeiten der verschiedenen am Kampf gegen diese Geißeln beteiligten Akteure festzulegen. Außerdem wird festgestellt, dass die gute Koordinierung zwischen den Behörden, Einrichtungen und Stellen des Staates und der Zivilgesellschaft kontinuierliche Fortschritte bei den geplanten Maßnahmen ermöglicht hat.

“Um die Risiken richtig zu identifizieren und zu verstehen, wird die nationale Risikobewertung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung, die durch die Exekutivdekrete Nr. 4.779/2016 und Nr. 9.302/2018 genehmigt und aktualisiert wurde, sowie die nationale Risikobewertung der Terrorismusfinanzierung, die durch das Exekutivdekret Nr. 4.312/2020″ genehmigt wurde, herangezogen. Was jedoch seit geraumer Zeit von der Honor Colorado Fraktion blockiert wird, ist die Untersuchung von Fußballklubs und Tabakunternehmen in Bezug auf Geldwäsche durch die Seprelad. So groß kann das Engagement also nicht sein.

Wochenblatt / La Nación

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6 Kommentare zu “Honor Colorado unterstützt Paraguays Engagement für Transparenz

  1. Ja, die von der Colorado-Partei eingesetzte Generalstaatsanwältin Sandra Quinonez hält ja schon Antikorruptionsvorträge an der Sorbonne ab. Kim Jong-un soll ja auch vorhaben eine Anti-AKW-Bewegung ins leben zu rufen. Das von der hiesig Colorado-Partei vorgeschlagene Engagement für Transparenz ist jedoch so zu verstehen, dass man das Tranparent-werden von Plata sowie die transparente Arbeitsleistung tausender Amigos in Planstellen weiterhin unterstützt. Nicht nur Luft ist durchsichtig, auch heiße.

  2. Huldreich Ritter von Geilfus

    Der ANR duerfte es in Baelde genauso ergehen wie der CDU in Deutschland. Nur die Frommen und die alten Kracher waehlen die. Dasselbe dann nochmals bei den Republikanern, Conservatives, etc in Nordamerika.
    Konservative Werte werden fast nur von der wegsterbenden und aussterbenden Christenheit hochgehalten und vertreten. Und die Gruppierung wird eben immer kleiner.
    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/der-sinkende-cdu-stern-hat-viel-mit-dem-wegsterben-ihrer-generationen-zu-tun/ar-AANWFl3?ocid=msedgntp
    “„Der sinkende CDU-Stern hat viel mit dem Wegsterben ‚ihrer‘ Generationen zu tun“
    Als Karsten Möring beschloss, erneut für den Bundestag zu kandidieren, behielt er das zunächst für sich. Besuchte ein paar Ärzte. Und ließ sich von ihnen auf den Kopf stellen. Erst danach machte er seine Bewerbung bekannt. „Ich kann mich ja nicht für ein vierjähriges Mandat bewerben, um nach zwei Jahren gesundheitsbedingt zurückzutreten“, sagt der Kölner CDU-Mann.
    Mit 72 Jahren ist er der älteste Bundestagskandidat überhaupt aus NRW. „In dem Alter muss man prüfen, ob der Körper noch für vier weitere Jahre Arbeit taugt“, sagt Möring gegenüber WELT.

    Mit diesem kritischen Blick aufs eigene Alter passt er gut zu seiner CDU. Die ist älter als jede andere im Parlament vertretene Partei. Sie hat die ältesten Wähler, Mitglieder und Kandidaten. Und bei den Letzteren hat sie auch die Dienstältesten im Angebot – was insbesondere für die CDU in NRW, in der Tendenz aber auch für die Union in ganz Deutschland gilt.

    Bundesweit besitzt sie allerdings einen noch älteren Kandidaten: Wolfgang Schäuble. Der ist 78. Fragt sich nur: Ist das Hypothek oder Chance?

    Unstrittig ist, dass Laschets CDU ohne Senioren kaum einen Blumentopf gewinnen könnte. Das zeigte sich vergangenes Jahr bei den NRW-weiten Kommunalwahlen. Da wählten 36 Prozent der Über-60-Jährigen und 47 Prozent der Über-69-Jährigen CDU.

    Rund ein Drittel ihrer Wähler und Wählerinnen war im fortgeschrittenen Alter (bei den Grünen sieben, bei der FDP 18 Prozent). Dabei schnitt die CDU für ihre Verhältnisse 2020 sogar schlecht ab. 2014 gewann sie noch knapp 50 Prozent der Altersgruppe.

    Komplizierte Beziehung zu den Alten
    Diese Zustimmungswerte darf die CDU als ihr Pfund bezeichnen. Denn die Über-60-Jährigen stellen mit 36 Prozent die größte Wählergruppe. Ihr faktischer Einfluss ist sogar noch größer, weil Über-60-Jährige weit öfter von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen als Jüngere.

    Bei vergangenen Bundestagswahlen gaben zwei Drittel der Unter-40-Jährigen ihre Stimme ab, aber gut drei Viertel der Über-60-Jährigen. Diese entscheidende Gruppe muss die CDU also hegen und pflegen.

    Aktuell gelingt ihr das schlechter denn je. Was erheblich zu ihrer derzeit schlechten Position in Umfragen beiträgt. Laut der bundesweiten INSA-Umfrage vom Wochenende ist es der SPD erstmals seit Langem gelungen, die CDU in der Altersgruppe der Über-60-Jährigen zu überholen – wodurch sie ihren Platz eins sogleich deutlich festigte.

    Wie also soll die Union die Älteren ansprechen? Das ist schwieriger, als es zunächst scheint, weil Senioren heutzutage eine in ihren Wertvorstellungen sehr uneinheitliche Gruppe darstellen.

    Senior Möring hofft darauf, dass „es traditionelle Schnittmengen zwischen älteren Wählern und uns gibt. Zum Beispiel beim Thema innere Sicherheit oder bei der konfessionellen Bindung. Diese Schnittmengen muss man pflegen.“

    In der Tat sind Menschen über 70 Jahren öfter konfessionell geprägt. Auch Achim Goerres, Wahlforscher der Uni Duisburg-Essen, bestätigt im Gespräch mit WELT, dass „religiöse Menschen öfter CDU wählen. Religiosität ist eher in den älteren Kohorten verbreitet.“ Aber: Das seien nur „kleine Effekte“.

    Ähnlich trügerisch könnte die Hoffnung sein, mit dem Thema Sicherheit Ältere zu binden. Zwar sind Senioren vorsichtiger (nicht ängstlicher) gegenüber Kriminalitätsgefahren, wie etwa die Hochschule der Polizei nachwies. Ob sie deshalb aber für die Union besonders ansprechbar sind, weil die sich gerne als die Partei der inneren Sicherheit empfiehlt, ist unklar. „Dafür gibt es keine Belege“, sagt Goerres.

    Klar ist dagegen, dass die Abhängigkeit von Senioren eine Kehrseite hat: Statistisch haben sie die kürzeste Lebenserwartung, sie gehen der Union auf absehbare Zeit verloren. Und ob große Sympathisantengruppen nachwachsen, ist zweifelhaft.

    Wer als Jungwähler eine grundsätzliche politische Ausrichtung vorgenommen hat, bleibt dieser im Alter meist treu, beobachtet Goerres. Davon profitierte lange die Union, die unter Konrad Adenauer und Ludwig Erhard viele Erstwähler an sich band.

    Doch wer um 1960 erstmals wählte, ist inzwischen über 80 Jahre alt. Und heutige Jungwähler ticken überwiegend grün. „Der sinkende Stern der CDU“, konstatiert Goerres daher, „hat viel mit dem Wegsterben ‚ihrer‘ Generationen zu tun“.

    Nun setzen CDUler wie Möring darauf, dass „viele Wähler, die in ihrer Jugend der Union fernstehen, im fortgeschritteneren Alter zur Union wechseln“. Doch diese in der Union verbreitete Hoffnung macht der Wahlforscher zunichte.

    Die Annahme sei weitgehend widerlegt, sagt Goerres. „Veränderungen im Lebenslauf“ gingen „nicht Richtung konservativ“. Ja, es gebe nach zwei bis drei Wahlen eine Bewegung der Wähler hin zu etablierten Parteien. Doch diese Bewegung sei klein, auch profitierten davon alle etablierten Parteien.

    Um mehrheitsfähig zu bleiben, braucht die Union also Zuwächse bei den Jungen. Dieser Befund beschäftigt Armin Laschet seit Jahren. Weshalb er sich in NRW stets für eine verjüngte Union einsetzte. Doch das ist eine Herkulesaufgabe. Die Mitglieder der Union sind älter als die der anderen Parteien. Ihr Altersdurchschnitt liegt bundesweit bei 61 Jahren (in NRW 61,7), in der FDP bei 51, bei den Grünen bei 48.

    Junge Wähler gewinnen – Alte verlieren?
    Zudem droht die Gefahr, durch das Umwerben der Jungen die Alten zu verprellen. Das zeigte sich vor der Landtagswahl 2017, als Armin Laschet Verjüngung mit der Brechstange betrieb.

    Da platzierte er viele junge Kandidaten vorne auf der NRW-Landesliste – und den ersten Senior auf Platz 36. Dem damaligen Landesvorsitzenden der Senioren-Union (SU) platzte darüber der Kragen. „Diese Liste ist Altendiskriminierung“, klagte Leonhard Kuckart öffentlich.

    Alle großen CDU-Vereinigungen hätten ihren Spitzenkandidaten auf den ersten 30 Plätzen unterbringen können. Nur die Senioren habe man „für zu unwichtig gehalten“. Damit habe Laschet „40 Prozent der Wähler bodenlos brüskiert“.

    Aus dem Eklat hat Laschet gelernt. Vor der Bundestagswahl hofiert er nun wieder ältere Semester. In vielen aussichtsreichen Wahlkreisen treten sie an. Auf den Plätzen 21 und 23 der Landesliste sind zwei Kandidaten der Senioren-Union zu finden, auf den ersten 42 vier. Und das, obwohl die Liste primär Spitzenfunktionäre, Regionalproporz und Frauenquorum absichern soll.

    Die Senioren fühlen sich denn auch „gut aufgehoben“, beteuert Helge Benda, heutiger NRW-Chef der Senioren-Union, gegenüber WELT. Wenig überraschend wird daher in der Union das Loblied auf den Erfahrungsschatz ihrer Kandidaten gesungen.

    Erfahrung besitzt die CDU gleich doppelt: Zu ihren Kandidatinnen und Kandidaten gehören nicht nur die mit den meisten Lebensjahren, sondern auch die mit den meisten Dienstjahren. Unter allen Bewerbern aus NRW gibt es nur drei, die bereits seit 1994 im Bundestag sitzen. Alle sind CDUler: Norbert Röttgen, Thomas Rachel, Hermann Gröhe.

    Letzterer erklärt das gegenüber WELT mit dem erfolgreichen 1994er-Jahrgang: Damals sei es „der Jungen Union gerade in NRW gelungen, sich mit jüngeren Kandidatinnen und Kandidaten durchzusetzen“.

    Der erst 60-jährige Gröhe, einst Gesundheitsminister und CDU-Generalsekretär, rühmt die positiven Folgen seiner extrem langen Betriebszugehörigkeit. „Mit meiner parlamentarischen Erfahrung“, erzählt er, habe auch er dazu beigetragen, dass der Bund nun den Strukturwandel im Rheinischen Revier mit 14,8 Milliarden Euro unterstützt.

    Einen ganz anderen Gewinn der Erfahrung rühmt CDU-Senior Möring. Er zog erst 2013 in den Bundestag ein. Da hatte er schon über 20 Jahre als Gymnasialdirektor gearbeitet. „Durch das Berufsleben vor der Politik wird man unabhängiger, man lässt sich durch den Parlamentsbetrieb nicht mehr so leicht verformen“, sagt er.

    Der langjährige Parlamentsbetrieb droht also zu verformen – in dieser Feststellung steckt ungewollt eine saftige Kritik an Gröhe, Rachel und Röttgen. Denn diese drei zogen ein bis maximal zwei Jahre nach Abschluss ihres Studiums 1994 in besagten Parlamentsbetrieb ein, in dem sie seither ihr ganzes Berufsleben verbrachten.”
    Mit zunehmendem Einkommen und Geld auf der hohen Kante werden die Menschen immer Liberaler.

  3. Huldreich Ritter von Geilfus

    Der ANR duerfte es in Baelde genauso ergehen wie der CDU in Deutschland. Nur die Frommen und die alten Kracher waehlen die. Dasselbe dann nochmals bei den Republikanern, Conservatives, etc in Nordamerika.
    Konservative Werte werden fast nur von der wegsterbenden und aussterbenden Christenheit hochgehalten und vertreten. Und die Gruppierung wird eben immer kleiner.
    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/der-sinkende-cdu-stern-hat-viel-mit-dem-wegsterben-ihrer-generationen-zu-tun/ar-AANWFl3?ocid=msedgntp
    “„Der sinkende CDU-Stern hat viel mit dem Wegsterben ‚ihrer‘ Generationen zu tun“
    Als Karsten Möring beschloss, erneut für den Bundestag zu kandidieren, behielt er das zunächst für sich. Besuchte ein paar Ärzte. Und ließ sich von ihnen auf den Kopf stellen. Erst danach machte er seine Bewerbung bekannt. „Ich kann mich ja nicht für ein vierjähriges Mandat bewerben, um nach zwei Jahren gesundheitsbedingt zurückzutreten“, sagt der Kölner CDU-Mann.
    Mit 72 Jahren ist er der älteste Bundestagskandidat überhaupt aus NRW. „In dem Alter muss man prüfen, ob der Körper noch für vier weitere Jahre Arbeit taugt“, sagt Möring gegenüber WELT.

    Mit diesem kritischen Blick aufs eigene Alter passt er gut zu seiner CDU. Die ist älter als jede andere im Parlament vertretene Partei. Sie hat die ältesten Wähler, Mitglieder und Kandidaten. Und bei den Letzteren hat sie auch die Dienstältesten im Angebot – was insbesondere für die CDU in NRW, in der Tendenz aber auch für die Union in ganz Deutschland gilt.

    Bundesweit besitzt sie allerdings einen noch älteren Kandidaten: Wolfgang Schäuble. Der ist 78. Fragt sich nur: Ist das Hypothek oder Chance?

    Unstrittig ist, dass Laschets CDU ohne Senioren kaum einen Blumentopf gewinnen könnte. Das zeigte sich vergangenes Jahr bei den NRW-weiten Kommunalwahlen. Da wählten 36 Prozent der Über-60-Jährigen und 47 Prozent der Über-69-Jährigen CDU.

    Rund ein Drittel ihrer Wähler und Wählerinnen war im fortgeschrittenen Alter (bei den Grünen sieben, bei der FDP 18 Prozent). Dabei schnitt die CDU für ihre Verhältnisse 2020 sogar schlecht ab. 2014 gewann sie noch knapp 50 Prozent der Altersgruppe.

    Komplizierte Beziehung zu den Alten
    Diese Zustimmungswerte darf die CDU als ihr Pfund bezeichnen. Denn die Über-60-Jährigen stellen mit 36 Prozent die größte Wählergruppe. Ihr faktischer Einfluss ist sogar noch größer, weil Über-60-Jährige weit öfter von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen als Jüngere.

    Bei vergangenen Bundestagswahlen gaben zwei Drittel der Unter-40-Jährigen ihre Stimme ab, aber gut drei Viertel der Über-60-Jährigen. Diese entscheidende Gruppe muss die CDU also hegen und pflegen.

    Aktuell gelingt ihr das schlechter denn je. Was erheblich zu ihrer derzeit schlechten Position in Umfragen beiträgt. Laut der bundesweiten INSA-Umfrage vom Wochenende ist es der SPD erstmals seit Langem gelungen, die CDU in der Altersgruppe der Über-60-Jährigen zu überholen – wodurch sie ihren Platz eins sogleich deutlich festigte.

    Wie also soll die Union die Älteren ansprechen? Das ist schwieriger, als es zunächst scheint, weil Senioren heutzutage eine in ihren Wertvorstellungen sehr uneinheitliche Gruppe darstellen.

    Senior Möring hofft darauf, dass „es traditionelle Schnittmengen zwischen älteren Wählern und uns gibt. Zum Beispiel beim Thema innere Sicherheit oder bei der konfessionellen Bindung. Diese Schnittmengen muss man pflegen.“

    In der Tat sind Menschen über 70 Jahren öfter konfessionell geprägt. Auch Achim Goerres, Wahlforscher der Uni Duisburg-Essen, bestätigt im Gespräch mit WELT, dass „religiöse Menschen öfter CDU wählen. Religiosität ist eher in den älteren Kohorten verbreitet.“ Aber: Das seien nur „kleine Effekte“.

    Ähnlich trügerisch könnte die Hoffnung sein, mit dem Thema Sicherheit Ältere zu binden. Zwar sind Senioren vorsichtiger (nicht ängstlicher) gegenüber Kriminalitätsgefahren, wie etwa die Hochschule der Polizei nachwies. Ob sie deshalb aber für die Union besonders ansprechbar sind, weil die sich gerne als die Partei der inneren Sicherheit empfiehlt, ist unklar. „Dafür gibt es keine Belege“, sagt Goerres.

    Klar ist dagegen, dass die Abhängigkeit von Senioren eine Kehrseite hat: Statistisch haben sie die kürzeste Lebenserwartung, sie gehen der Union auf absehbare Zeit verloren. Und ob große Sympathisantengruppen nachwachsen, ist zweifelhaft.

    Wer als Jungwähler eine grundsätzliche politische Ausrichtung vorgenommen hat, bleibt dieser im Alter meist treu, beobachtet Goerres. Davon profitierte lange die Union, die unter Konrad Adenauer und Ludwig Erhard viele Erstwähler an sich band.

    Doch wer um 1960 erstmals wählte, ist inzwischen über 80 Jahre alt. Und heutige Jungwähler ticken überwiegend grün. „Der sinkende Stern der CDU“, konstatiert Goerres daher, „hat viel mit dem Wegsterben ‚ihrer‘ Generationen zu tun“.

    Nun setzen CDUler wie Möring darauf, dass „viele Wähler, die in ihrer Jugend der Union fernstehen, im fortgeschritteneren Alter zur Union wechseln“. Doch diese in der Union verbreitete Hoffnung macht der Wahlforscher zunichte.

    Die Annahme sei weitgehend widerlegt, sagt Goerres. „Veränderungen im Lebenslauf“ gingen „nicht Richtung konservativ“. Ja, es gebe nach zwei bis drei Wahlen eine Bewegung der Wähler hin zu etablierten Parteien. Doch diese Bewegung sei klein, auch profitierten davon alle etablierten Parteien.

    Um mehrheitsfähig zu bleiben, braucht die Union also Zuwächse bei den Jungen. Dieser Befund beschäftigt Armin Laschet seit Jahren. Weshalb er sich in NRW stets für eine verjüngte Union einsetzte. Doch das ist eine Herkulesaufgabe. Die Mitglieder der Union sind älter als die der anderen Parteien. Ihr Altersdurchschnitt liegt bundesweit bei 61 Jahren (in NRW 61,7), in der FDP bei 51, bei den Grünen bei 48.

    Junge Wähler gewinnen – Alte verlieren?
    Zudem droht die Gefahr, durch das Umwerben der Jungen die Alten zu verprellen. Das zeigte sich vor der Landtagswahl 2017, als Armin Laschet Verjüngung mit der Brechstange betrieb.

    Da platzierte er viele junge Kandidaten vorne auf der NRW-Landesliste – und den ersten Senior auf Platz 36. Dem damaligen Landesvorsitzenden der Senioren-Union (SU) platzte darüber der Kragen. „Diese Liste ist Altendiskriminierung“, klagte Leonhard Kuckart öffentlich.

    Alle großen CDU-Vereinigungen hätten ihren Spitzenkandidaten auf den ersten 30 Plätzen unterbringen können. Nur die Senioren habe man „für zu unwichtig gehalten“. Damit habe Laschet „40 Prozent der Wähler bodenlos brüskiert“.

    Aus dem Eklat hat Laschet gelernt. Vor der Bundestagswahl hofiert er nun wieder ältere Semester. In vielen aussichtsreichen Wahlkreisen treten sie an. Auf den Plätzen 21 und 23 der Landesliste sind zwei Kandidaten der Senioren-Union zu finden, auf den ersten 42 vier. Und das, obwohl die Liste primär Spitzenfunktionäre, Regionalproporz und Frauenquorum absichern soll.

    Die Senioren fühlen sich denn auch „gut aufgehoben“, beteuert Helge Benda, heutiger NRW-Chef der Senioren-Union, gegenüber WELT. Wenig überraschend wird daher in der Union das Loblied auf den Erfahrungsschatz ihrer Kandidaten gesungen.

    Erfahrung besitzt die CDU gleich doppelt: Zu ihren Kandidatinnen und Kandidaten gehören nicht nur die mit den meisten Lebensjahren, sondern auch die mit den meisten Dienstjahren. Unter allen Bewerbern aus NRW gibt es nur drei, die bereits seit 1994 im Bundestag sitzen. Alle sind CDUler: Norbert Röttgen, Thomas Rachel, Hermann Gröhe.

    Letzterer erklärt das gegenüber WELT mit dem erfolgreichen 1994er-Jahrgang: Damals sei es „der Jungen Union gerade in NRW gelungen, sich mit jüngeren Kandidatinnen und Kandidaten durchzusetzen“.

    Der erst 60-jährige Gröhe, einst Gesundheitsminister und CDU-Generalsekretär, rühmt die positiven Folgen seiner extrem langen Betriebszugehörigkeit. „Mit meiner parlamentarischen Erfahrung“, erzählt er, habe auch er dazu beigetragen, dass der Bund nun den Strukturwandel im Rheinischen Revier mit 14,8 Milliarden Euro unterstützt.

    Einen ganz anderen Gewinn der Erfahrung rühmt CDU-Senior Möring. Er zog erst 2013 in den Bundestag ein. Da hatte er schon über 20 Jahre als Gymnasialdirektor gearbeitet. „Durch das Berufsleben vor der Politik wird man unabhängiger, man lässt sich durch den Parlamentsbetrieb nicht mehr so leicht verformen“, sagt er.

    Der langjährige Parlamentsbetrieb droht also zu verformen – in dieser Feststellung steckt ungewollt eine saftige Kritik an Gröhe, Rachel und Röttgen. Denn diese drei zogen ein bis maximal zwei Jahre nach Abschluss ihres Studiums 1994 in besagten Parlamentsbetrieb ein, in dem sie seither ihr ganzes Berufsleben verbrachten.”
    Mit zunehmendem Einkommen und Geld auf der hohen Kante werden die Menschen immer Liberaler. Das kann man sehr schoen an den Mennoniten sehen die in Baelde auf das Niveau des “Nick” gesunken sein werden (wo die Deutschen heute sind).

    1. Der Schnäuble hat doch schon vor Jahren großmaulig seinen Rücktritt bekanntgegeben. Was er dann auch tat. Dann hat er es sich wieder anders überlegt. Und rollt seit da wieder ins Beatmetenhäuschen. Ich habe meinem Arbeitgeber auch schon meinen Rücktritt bekannt gegeben. Doch seit da an bin ich nie wieder dahin gerollt. Soviel zur Kohärenz der Beatmeten vom Beatmetenhäuschen.

    2. Wahlen haben mit Freiheit zu tun. Schließlich ist es jedem deutschen Bürger:”in-lbgti-v16 gestattet das Klopapier zu wählen welches ihm/ihr/es am besten zusagt. Die einen mögens billig und kratzig, für andere darf es etwas mehr kosten, flauschig und vierlagig. Unter dem Strich bleibt es Klopapier.

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