„Ich habe einen Fehler gemacht“, sagt die junge Frau, die fast unbekleidet getanzt hat

Mariano Roque Alonso: Die Freude über den Sieg Paraguays über Nicaragua war so groß, dass eine 27-Jährige zusammen mit ihrer Freundin die Hosen fallen ließen und fast nackt tanzten. Videos davon gelangten bis zur Staatsanwaltschaft, die sie dann anklagten und die erste festnahmen.

„Ja, ich habe einen Fehler gemacht“, sagte Ruth Jazmín Martínez ganz offen nach dem umstrittenen, aufreizenden Tanz, den sie am 5. Juni mitten auf der Straße in Mariano Roque Alonso und sogar in einem Geschäftslokal aufführte – unmittelbar nach dem Sieg Paraguays im Stadion Defensores del Chaco.

Die 27-Jährige wurde am Sonntag festgenommen, nachdem Videos im Internet verbreitet wurden, auf denen sie zusammen mit einer Freundin sinnliche Tänze zeigt und dabei Teile ihres Körpers entblößt. Noch am selben Tag kam sie aber wieder frei.

Die Staatsanwältin Blanca Zaracho, die den Fall untersucht, erklärte, dass die Frau es abgelehnt habe, vor der Staatsanwaltschaft auszusagen. Über ihren Anwalt beantragte sie jedoch eine sogenannte „Entscheidung über das weitere Vorgehen“.

„Das bedeutet, dass ein Gericht über geeignete Maßnahmen zur Wiedergutmachung des verursachten Schadens entscheidet – vorausgesetzt, bestimmte gesetzliche Voraussetzungen sind erfüllt“, erläuterte die Staatsanwältin. Dabei könnten auch alternative Maßnahmen in Frage kommen: etwa eine Entschädigung, eine öffentliche Entschuldigung, eine Spende oder gemeinnützige Arbeit.

Ihre Freundin ist noch nicht aufgetaucht

Wegen des mutmaßlichen Vergehens der öffentlichen Zurschaustellung ist die junge Tänzerin weiterhin angeklagt – genau wie ihre Freundin Liz Paola Flor Salinas. Diese hatte ebenfalls beim Tanzen ihre Hose heruntergezogen und dabei ihren Unterwäschegürtel gezeigt. Die Freundin ist noch auf der Flucht, soll sich aber nach eigenen Angaben gegenüber der Polizei noch diese Woche stellen.

Ruth Jazmín Martínez sagte, sie habe sich in der Aufregung des Augenblicks nicht unter Kontrolle gehabt. „Ich habe einen Fehler gemacht, aber ich möchte nicht mehr darüber sprechen. Ich will keine Presse“, schrieb sie.

Die Videos verbreiteten sich rasch im Internet; in den sozialen Medien wurde heftig über sie diskutiert. Einige kritisierten das Verhalten scharf, andere wiederum fanden den Tanz gut und meinten: „Lasst sie doch tanzen – sie feiern nur den Sieg der Nationalmannschaft.“

Bei den beiden Frauen war noch eine weitere Person dabei, die als eine Art „Managerin“ fungierte: Sie gab Anweisungen, wie sie tanzen sollten, und zog ihnen sogar die Hosen noch weiter herunter.

Fest steht: Durch einen kurzen Moment der Aufmerksamkeit oder der Unbeherrschtheit – verkleidet als „freudige Aufregung“ – haben sich die jungen Frauen in große Schwierigkeiten gebracht. Über das Internet wurden sie identifiziert, nun müssen sie sich vor Gericht verantworten. Die Strafe für öffentliche Zurschaustellung kann bis zu einem Jahr Haft oder eine Geldstrafe betragen.

Wochenblatt / Extra

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