“Ich heiße Methusalem und bin 242 Jahre alt“

Asunción: Es ist vielleicht unglaublich und doch nachweisbar. Die paraguayischen Behörden mussten eingestehen, dass Methusalem 242 Jahre alt ist. Damit ist er der älteste lebende Mensch der Erde.

Victoriano Enciso, ein Straßenhändler aus Salto del Guairá wurde im Jahr 2004 im Identifikationsystem der Nationalpolizei mit dem Geburtsjahr 1777 eingeschrieben.

“Ich bin an einem 29. Februar eines Schaltjahres geboren. Ich bin 63 Jahre alt, doch wenn man meine wahren Geburtstage hernimmt bin ich erst 15 Jahre alt und werde im kommenden Jahr 16. Seit 15 Jahren habe ich das Problem mit meinem Geburtsjahr im System der Nationalpolizei. Bis heute weiß ich nicht genau welches Alter ich nun feiern soll“, sagte Victoriano lachend und erklärt weiter, dass ihm das auch Probleme bereitet, denn mit dem Geburtsjahr 1777 kann ich leider keine neue Cedula beantragen. Dass System ist dafür nicht ausgelegt.

Meine Freunde, die mich Methusalem oder Highlander nennen, verkennen die Problematik. In Canindeyú kann mir keiner helfen. Sie sagen, dass es am Standesamt in Coronel Oviedo liegt, die mir eine neue Geburtsurkunde ausstellen müssten. Doch diese bekomme ich da nicht. Bis 2004 hab ich mich mit meiner alten – handgeschriebenen – Cedula über Wasser gehalten, aber nach einem Überfall, hab ich kein Ausweisdokument mehr. Ich kann weder wählen gehen noch bekomme ich medizinische Versorgung ohne eine Stunde lang meine Geschichte zu erklären.

Wochenblatt / Crónica

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7 Kommentare zu ““Ich heiße Methusalem und bin 242 Jahre alt“

  1. Na dann kann er ja mehrere Excombatiente Pensionen beantragen und ist das letzte lebende Exemplar der Kolonialzeit, der letzte lebende Criollo (Spanier, nicht mit Indianerblut vermischt, aber geboren „en las Indias“ ausserhalb von Spanien).
    Dafuer muesste es Orden, Honorationen und Pensionen nur so schuetten.
    Er waere dazu der letzte lebende Unabhaengigkeitskaempfer Paraguays von 1811 (Pension faellig), Veteran des Dreibundkrieges (Pension faellig) und Veteran des Chacokrieges (Pension faellig).
    Das ganze verwundert allerdings nicht bedenkt man dass in Ciudad del Este „die Rechenmaschine“ im Justizsystem als paraguayische Erfindung patentiert ist – Royalties sind also faellig fuer jede Rechenmaschine die ins Land importiert wird.
    Die drastische Reduzierung der Parlamentarier und Beamtenschaft im Allgemeinen duerfte etwas mehr freie Luft ins System bringen so gibt es weniger Beamte die ihren Posten durch Huerden rechtfertigen muessen.

  2. Wo gearbeitet wird ist Fehler-machen menschlich. Eine solche Lächerlichkeit würde ich mir als Informatik-Beauftragter nicht entgegen lassen, dier vorzukommen. Ja, ich weiss, warum ich nicht Informatik-Beauftragter hiesig Beatmetenhäuschen bin! Ich meine, vor der Speicherung eine klitze-kleine Pausibilitätsprüfung und es kommt nich zu solch Lächerlichkeiten. So ne Art Alarm mit Swudi Iglesias auf 120 dB mit Direct-Müllabfackel-Einblasung ins Beatmetenhäuschen der Identificaciones und ne riesen grosse Meldung ins offene Fenster: „Du wirklich sicher?“. Na gut, im Paragauy haben sie sich wie immer was dabei gedacht und sich gefragt: „Was ist aber wenn jetzt einer geboren 1777 kommt, dann können wir den ja gar nicht im System erfassen“. Also wie @Franz schreiben würde: „Bleibt locker und schlürft euer Gras zum Trinken, alles tranqui“. Ok, ein wenig peinlich wäre es einem Ausländer ja schon, aber als Informatik-Beauftragter ist man ein Orgulloso auf sein Können, da reicht es nur zum Belustigend.
    Im Grunde genommen sind eh die Amis daran schuld, die die Bio-Scanner-Systeme gespendet haben und nicht einmal richtig Software schreiben können. Ok, der Yankee hat die Bio-Scanner-Systeme auch nicht doniert, um sich Amigos zu schaffen, sondern um alle Amigos im Utah-Datencenter zu erfassen. Ja, auch ich habe im Utah-Datencenter mein Datensätzchen. Gleich zwischen Abraham Lincoln und Osama bin Laden. Egal, werde diese paranoide Gesellschaft eh nie mehr bereisen, obwohl ich das Land schon ok finde. Irgendwie hat USA und Paraguay doch etwas Gemeinsames (schönes Land, bescheuerte Menschen). Ja, ich weiss, ein Computer und ne Insel. Da hät ich meine Ruh.

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