Ineffizienter Staatsbetrieb in Troche

Mauricio Troche, Guairá: Das Ziel eines jeden Unternehmens sollte es ein Gewinn zu erwirtschaften. Ist das nicht der Fall, geht es in absehbarer Zeit bankrott. Bei einem Staatsbetrieb müssen Steuerzahler bluten.

Die Zuckerrohrfabrik in Troche schloss am vergangenen Samstag. Sie gehört Petropar und produziert Alkohol, mit einer geringen Ausbeute. Dieses Jahr nur 58 Liter pro Tonne Zuckerrohr, 67 Liter waren angepeilt. Ebenfalls sollten 400.000 Tonnen Rohmaterial heuer Jahr verarbeitet werden, geschafft wurden nur 300.000 Tonnen.

Seit dem 35-jährigen Bestehens der Fabrik war es das schlechteste Produktionsjahr. Schlechte wirtschaftliche Ergebnisse, geringe Ausbeute, hohe Betriebskosten aber massive parteipolitische Beeinflussung führt zu einem Fortbestand des Unternehmens.

In der Prognose bei der Eröffnung im Juni 2016 proklamierten Verantwortliche des Betriebs, es wäre realisierbar, 70 Liter Alkohol pro Tonne Zuckerrohr zu gewinnen, es waren aber nur 58 Liter.

Was noch viel schlimmer ist: Im Jahr 2015 betrug die Ausbeute 66,2 Liter Alkohol pro Tonne Zuckerrohr und für den Rohstoff wurden 140.000 Guaranies bezahlt. In diesem Jahr waren es mehr als acht Liter Alkoholgewinn weniger aber die Fabrik zahlten den Landwirten 160.000 Guaranies pro Tonne Zuckerrohr.

Der Verantwortliche für die Fabrik, Eddi Jara gab selber zu, “dass der Betrieb in Troche ineffizient und umstritten ist, und zurzeit katastrophal arbeitet“.

Oft gab es in dem Betrieb einen Stillstand wegen Reparaturen, Gelder wurden nicht fristgerecht an die Erzeuger ausbezahlt sowie weitere interne Probleme durch Machtstreitigkeiten. Keine Regierung konnte bis jetzt hier tiefgreifende Veränderungen bewirken. Es läuft einfach so weiter wie gewohnt.

Quelle: ABC Color

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4 Kommentare zu “Ineffizienter Staatsbetrieb in Troche

  1. Das kommt uns doch irgend wie bekannt vor. Genau an diesem System krankte die DDR und ging u.a. daran zugrunde. Unrealistische Vorgaben, falsche oder geschönte Ergebnisse, inkompetente und letztendlich unverantwortliche Mitarbeiter und Betriebsleiter, Vetternwirtschaft und Korruption – das sind die Markenzeichen staatlicher und/oder kommunistischer Planwirtschaft bis zum heutigen Tag. Betriebe und Verwaltungen werden lediglich als Melkkuh angesehen.

  2. Mir erscheint die Wirtschaft Paraguays wie eine merkwürdige Mischung aus STAMOKAP und Manchester-Kapitalismus, überlagert von einer äußerst korrupten Parteien- bzw. Beamtenclique und getragen von einer fragwürdigen Rechtssprechung. Wo, außer in Kirchner’s Argntinien, kam oder kommt es vor, dass Firmen ihre Lizenz verlieren, weil sie angeblich nicht genug investiert haben. Wie beispielsweise eine ausländische Firma, die hier nach Erdöl suchte.

  3. Nicht genug Investiert, heißt nicht genug Leute mit der richtigen Höhe geschmiert zu haben und vor allem nicht die „richtigen“ Leute geschmiert zu haben, Jeder der denkt, er hätte was zu sagen oder ist wichtig, für dieses Land, will ein großes Stück vom Kuchen, keine Krümel.

  4. Das alle Staatsbetriebe Ineffizient sind hier, wissen doch alle. Warum gerade um diese Steuerverschwendungen heulen. Die Bauern haben das Geld verdient. Zuckerrohr ist keine leichte Arbeit. Der Jara sollte mal die Korruption aus dem Betrieb entfernen, dann die Gelder die gestellt werden vom Staat auch investieren und nicht in die eigene Tasche stecken. Aber es ist wie bei allen staatlichen Betrieben, das Geld reicht nie zu einer Sanierung.

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