Insekt löst Tragödie aus

Paso Yobai: Ein Insekt löste eine Tragödie aus, die für Fassungslosigkeit in großen Teilen von Guairá sorgt. Denn im Folgenden kam es zu eklatanten Fehlern im Gesundheitswesen, die dafür verantwortlich waren, dass ein junger Mann sterben musste.

José Vera (36) starb am Montagabend im Krankenwagen auf dem Weg nach Villarrica, als er anscheinend nach einem Wespen- oder Bienenstich einen anaphylaktischen Schock erlitt und erstickte.

Der Vorfall ereignete sich in der Kolonie Nansen, Departement Guairá, als die Wespe Vera stach. Im örtlichen Gesundheitszentrum von Paso Yobai, wo man Vera kurz nach dem Stich einlieferte, stand der diensthabende Arzt nicht zur Verfügung, weil er im Urlaub war. Gesundheits- und Krankenpflegerinnen wussten sich in dem Fall nicht zu helfen.

Bei einem verzweifelten Versuch, Vera zu retten, beschlossen seine Angehörigen, ihn in das Regionalkrankenhaus von Villarrica zu verlegen. Er starb jedoch auf dem Weg dorthin, nachdem der aus dem Gesundheitszentrum zur Verfügung gestellte Sauerstoff aufgebraucht war.

„Wir kamen im Gesundheitszentrum an und es gab keinen Arzt. Sie hatten keine Medikamente. Die Krankenschwestern hatten nur ein Serum zur Verfügung, anstatt zumindest ein Antiallergikum zu verabreichen. Unser junger Bruder ist ohne Grund gestorben, weil er ein gesunder Mensch war und ihn nur ein Insekt in die Nase gestochen hatte. Wieso konnte man so ein kleines Problem nicht lösen?“, klagte Nilda Vera.

Der Direktor des Gesundheitszentrums ist Dr. Benjamín Sosa, der im Urlaub ist. Neben ihm gibt es drei Ärzte, die nur von Montag bis Freitag von 20:00 Uhr bis 15:00 Uhr zur Verfügung stehen.

Die diensthabende Krankenschwester, Elvira Fariña, sagte, dass sie alles getan hätten, um das Leben des Patienten zu retten. Sie gab zu, dass kein Antiallergikum zur Verfügung gestanden habe.

Wochenblatt / ABC Color / Telefuturo / Extra Paraguay

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9 Kommentare zu “Insekt löst Tragödie aus

  1. Dass auch ein Arzt das Recht auf Ferien hat, dass leuchtet sogar jedem Ewignörgeler ein. Sogar einer Leuchte wie mir. Egoismus ist nicht strafbar hierzulande und nicht fähig sein eine Stellvertretung zu organisieren führt auch nicht zum Verlust der Habilitation als Arzt tätig zu sein. Normalerweise passiert ja schon nichts, würde auch ich mir in den Ferien sagen und noch eisgekühlten Bommerluder zu mir nehmen.
    Da sollte man aufhören Schuldzuweisungen zu machen; früher oder später wäre er sowieso gestorben.
    Um trotzdem noch eine Schuldzuweisung nach hiesiger Logik zu machen, manche können es eben nicht lassen:
    „kein Antiallergikum zur Verfügung gestanden“ ist schuld. Kein Borkenkäfer, kein BSE, kein Ozonloch, kein Waldsterben, nein, „kein Antiallergikum zur Verfügung gestanden“ ist schuld. Diesem Tatbestand kann man auch kein Arztpatent entziehen noch entlassen. Dafür wurden aus den Steuergeldern neue Strassenlampen auf der Freundschaftsbrücke installiert, das ist auch wichtig. D.h. man könnte schon vor Gericht stellen, das dürfte „kein Antiallergikum zur Verfügung gestanden“ aber ziemlich egal sein.
    Tja, und so kommt es halt, dass niemand eine Schuld haben kann am etwas frühzeitigen Tod dieses Mannes. Wegen einem Wespenstich!
    Und alle Involvierten werden ihrem Beruf nachgehen, vom Ministerium für Gesundheit, über zuständigen Ferienarzt und Krankenschwester bis Jefe-Medikamentenlageristen, weil man einem pensionierten Arzt aus Deutschland keine Bewilligung erteilen wird hierzulande zu praktizieren: Der musste ja jahrelang studieren bis er es begriffen hat und musste nebenbei sogar noch die Fächer „gesamtheitliches Denken“ besuchen. Sowas lernst hier in vierzehn Tagen dem Papi über die Schulter schauen.

  2. Ein Insekt löste eine Tragödie aus, ist eine Schande das er so sterben musste!
    Was haben den die lieben Krankenschwestern gelernt wie man sich bei Insektenstichen behilft.
    Das ist doch wie Kindergarten,Urschleim der Erstenhilfe, ach was ist doch nochmal?
    1.)Wespenstich bei Bienenstich-Stachel raus
    2.)50-60-70Grad maximal Heiße Tasse,wärme Kissen,heißer Löffel auf Stichstelle legen/notfalls Feuerzeug, Fön,Zigaretten/Zigarrenglut nehmen.Aufpassen,keine Brandblasen machen, nicht Grillen das ist kein Asado!
    Den elektronischen Stichheiler, um das Insektengift unschädlich zu machen wird nicht jeder zur Hand haben.
    3.Kühlen aber Richtig.

    1. wenn die person eine allergie gegen sowas hat (wie z.B. meine eigene Mutter) dann weiß man das 1 + 2 + 3 leider NICHT funktionieren wird. wenn du nicht innerhalb von weniger als 1 stunde (je nach stichanzahl) keine tablette/antiallergikum einwirfst dann krepierst gewaltig weil du keine luft mehr bekommst. also lieber nicht blöd reden das die schwestern zu blöd sind (auch wenn sie hier wenig lernen). schlimm an der geschichte ist das der sauerstoff nicht ausgereicht hat bis villarrica, aber wer weiß schon ob die ihm dort geholfen hätten können. die haben ja auch fast keine medis mehr.

  3. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Im Chaco ist/war es Brauch bei den Mennoniten bei Schlangenbiss einen elektrischen Viehtreiber (elektro Picke, Elektroshocker) mitzunehmen um das Schlangengift zu neutralisieren (solchen Elektroshocker fuer Selbstverteidigung). Soll anscheinend funktionieren.
    Na ja 1 einziger Bienenstich. Geradezu lachhaft. Aber bedenkt man die Heidenangst die ein paraguayer vor einem einzigen Bienenstich hat, da kann es durchaus sein dass er aus Angst gestorben ist.
    Ein Mennonit geht ja eher von diesem aus: was mich nicht umbringt dass macht mich staerker (d.i. dem wird man Immun gegenueber).
    Der lateiner hat eine ganz andere Mentalitaet. Besonders wenns eine „la Reina“ Honigbiene ist – da rennt der paraguayer wie der Teufel.
    Ansonsten ist es normal dass die Staatsapotheke des nationalen Hospitals keine Medikamente hat (alle gestohlen) und nicht unueblich ist es dass der Arzt besoffen im Krankenhaus erscheint (viele der neumodische Mediziner sind praktisch nur Schuerzenjaeger die die Schwestern an den Rock wollen). Die Medicusse was was taugen betreiben nebenbei eine eigene Apotheke wohin natuerlich alle Patienten geschickt werden. Das ist sogar schon Brauch bei den mennonitischen privaten Aerzten (das Geld liegt bei den Pharmazeutika). In der groesseren Paraguayersiedlung neben dem Dorf wo ich wohne da findet man Faekalien im nationalen Hospital (wird einfach nie geputzt), die medizinischen Geraete und Mobiliar ist verhoekert worden von den Aerzten und die Klimaanlagen wurde in der Nacht von der nationalen Polizei ausgebaut und privat verkauft. Sowas denunziert man dann am naechsten Tag bei der selbigen Polizei.

    1. Herrlicher Kommentar Herr van Nassau-Siegen, glaub ich sofort. Wenn es nicht so traurig wäre würde ich lachen.
      Vermutlich machen die vom Gesundheitsministerium sich nicht einmal die Mühe, dass alle Medikamente und das Inventar inventarisiert wird und fein säuberlich aufgeschrieben werden muss, wenn die Medikamente abgegeben werden, mit Unterschrift des Empfängers. Kontrolle gibt so viel Arbeit und auch wenn die PYs in der PIZZA-Studie nicht gerade glänzend abgeschnitten haben, aber wie man Kontrollen umgehen kann, da sind sie wohl Weltmeister.

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