Judo-Doppelmeister wegen Motorraddiebstahls gefasst, doch Staatsanwältin ordnet sofortige Freilassung an

Asunción: Ein Athlet, der zweifacher Panamerika-Meister im Judo war, wurde nach dem Diebstahl eines Motorrads verfolgt, gestellt, „korrigiert“ und der Polizei übergeben – doch unglaublicherweise ordnete die Staatsanwaltschaft seine sofortige Freilassung an.

Der Motorraddiebstahl ereignete sich am Sonntagvormittag im Bereich des Paseo Carmelitas in Asunción, genauer gesagt an den Straßen Senador Long und Teniente Vera. Das Opfer, ein Sicherheitsmitarbeiter eines der dortigen Lokale, erstattete Anzeige bei der 6. Polizeistation von Asunción. Ein Kollege hatte ihn gewarnt, dass ein Mann sein Motorrad wegschob, ohne es jedoch starten zu können.

Diebstahl, Handgemenge und Festnahme

Angesichts dieser Situation rannte der Besitzer des Zweirads los und holte den Delinquenten ein. Er streckte ihn mit einem Schlag nieder, doch da dieser Widerstand leistete, kam es zu einem Nahkampf. Mit Hilfe anderer Passanten gelang es dem Besitzer, den Kriminellen zu überwältigen, der dabei sichtlich gezeichnet wurde. Anschließend übergaben sie ihn den Streifenbeamten der zuständigen Wache.

Auf der Polizeistation wurde der mutmaßliche Motorraddieb als der 21-jährige Bernie Ezequiel Bareiro Sánchez aus Lambaré identifiziert. Den Polizisten fiel der athletische Körperbau des Festgenommenen auf, woraufhin dieser erzählte, dass er ein Wettkampfsportler im Judo sei – einer olympischen Kampfsportart. Tatsächlich war Bareiro bis vor Kurzem einer der am stärksten geförderten Athleten des paraguayischen Olympischen Komitees (COP) und brachte es zum zweifachen Panamerika-Meister.

Trotz der Tat auf frischer Tat und der Tatsache, dass das Opfer sein Motorrad selbst zurückholen musste, war der Aufenthalt des mutmaßlichen Kriminellen auf der 6. Wache nur von kurzer Dauer: Kaum angekommen, ordnete die Staatsanwaltschaft bereits seine sofortige Freilassung an.

Diese prozessuale Vergünstigung wurde ihm von der Staatsanwältin Teresa Sosa Laconich gewährt. Obwohl das Opfer, Zeugen und sogar die Polizisten gegen diese Maßnahme protestierten, beharrte die Staatsanwältin auf ihrer Entscheidung und unterzeichnete den Freilassungsbefehl für den Judoka.

Am Ende doch in Haft wegen eines anderen Falls

Empört über die Entscheidung von Teresa Sosa mussten die Beamten der 6. Wache den Judoka ziehen lassen – doch genau in diesem Moment tauchte ein weiterer Haftbefehl gegen den Sportler auf, ebenfalls wegen Motorraddiebstahls.

Dieser Fall ereignete sich am 21. Februar auf der Avenida Cantaluppi, fast gegenüber dem Campus der Katholischen Universität von Asunción (UCA). Das Opfer war eine junge Arbeiterin, die auf ihrem Motorrad unterwegs war, als sie von einem anderen Zweirad abgefangen wurde. Der Sozius stieg ab und bedrohte sie vermutlich mit einer Schusswaffe. Überwachungskameras hielten den Überfall und die Flucht fest. Laut Polizeiquellen waren diese Bilder entscheidend, um Bernie Ezequiel Bareiro Sánchez zu identifizieren.

Dieses Verfahren wird im Büro des Staatsanwalts Marcial Machado geführt. Im Gegensatz zu seiner Kollegin Sosa erhob Staatsanwalt Machado am heutigen Montag Anklage gegen den mutmaßlichen Täter und beantragte Untersuchungshaft.

Wochenblatt / Abc Color

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