Keiner muss in Paraguay in Armut leben

Asunción: Der Finanzminister und möglicher Präsidentschaftskandidat für 2018, Santiago Peña, nahm wohlklingende Worte in den Mund. Paraguay kann sich keine Armut leisten. Die Realität schaut anders aus.

Auf der 51. Generalversammlung für die interamerikanische Steuerverwaltung (CIAT) hielt er eine Rede und war voller Begeisterung über die Zukunftsaussichten von Paraguay.

„Das Land hat alle Möglichkeiten, sodass keine Familien in Armut leben müssen. Paraguay kann mit seinen landwirtschaftlichen Produkten 70 Millionen Menschen ernähren. Es kann doch nicht sein, dass 20% der Bevölkerung in Armut lebt, 10% sogar in extremer Armut“, sagte Peña.

So ist die Realität, aber der Finanzminister lobte den Nationalen Entwicklungsplan der Regierung, der gerecht und integrativ sei. „Wir müssen eine öffentliche Politik entwickeln, die es ermöglicht, Familien in schwierigen Situationen zu erreichen. Das haben wir in der Regierungszeit fast erzielt. Aber es muss nicht nur ein nachhaltiges sondern auch ein integratives Wirtschaftswachstum erreicht werden“, erklärte der Minister.

Er betonte, dass sie Wirtschaft in Paraguay in den letzten fünf Jahren am schnellsten in Lateinamerika gewachsen sei. Er äußerte aber auch, dass die Steuerpolitik gestärkt werden müsse, damit Investitionen in den Bereichen Gesundheit und Bildung besser erfolgen können.

„Sicherlich sind Steuererhöhungen unpopulär, aber sie ermöglichen einen Prozess der positiven Bewegung im ganzen Land“, sagte Peña.

22,2% der Bevölkerung Paraguays leben in Armut, 9,9 % in extremer Armut, nach offiziellen Angaben der Regierung aus dem Jahr 2015.

Quelle: Hoy

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7 Kommentare zu “Keiner muss in Paraguay in Armut leben

  1. Immer das gleich in fast jeden Land,vor den Wahlen wird alles versprochen, nach den Wahlen alles vergessen.
    Ein Bekannter deutscher Politiker brachte es auf den Punkt:“ Was interessiert mich das Geschwätz von Gestern.“

  2. Die Steuern werden steigen, das glaube ich auch, denn Paraguay wird sich dem weitaus höheren Steuerbelastung der Nachbarländer anpassen müssen, will es nicht nur für ausländische Investoren bezüglich niedriger Steuerbelastung attraktiv bleiben, sondern auch Rechtssicherheit und verbesserungsbedürftige Infrastruktur bieten. Und da sind auch noch ein paar Milliarden Staatsanleihen samt Zinsen zurückzuzahlen. Da werden auch noch ein paar Krümel für die 20% ! (=ein Fünftel bzw. jeder fünfte) in Armut lebende abfallen.
    Eine Präsidentschaftskandidatur ist höchstwahrscheinlich, ich gebe ihm sehr gute Chancen von seiner Partei aufgestellt zu werden (soweit ich das überhaupt beurteilen kann).

    1. Für die ganz Spitzfindigen, die den einzigen Rechtschreibfehler meinerseits in diesem Jahrzehnt entdeckt haben: „dem weitaus höheren Steuerbelastung“ muss natürlich heißen: „dem weitaus höheren Steuerniveau“. Aber ich werde diese Masterarbeit eh nochmals durchlesen, hoffe von euch ein Gut zum Druck zu erhalten, und ihn in ca. drei Monaten nochmals posten.

    2. Auf die Rechtschreibung kommt es nicht an sondern auf Inhalte und da liegen Sie voll daneben. Es ist nicht verwunderlich, da Ihr Ansatz nur die tägliche Propaganda von Medien und Politik widerspiegelt, was von eigenständigem Denken oder gar einer eigenen Meinung weit entfernt ist.

      Es wird hier oft über Bildung geschrieben, aber genau die, welche sich am aggressivsten über diesen Mangel mokieren, sind jene, welche Null Fortschritt in ihrer Denke aufweisen. Man könnte meinen, daß Texte, welche die Länge eines Artikels überschreiten, auch eine Überschreitung der momentanen Aufnahmefähigkeit darstellen. In Realität liegt die Ursache auch noch wo anders und ist gravierend, aber gewollt und geplant, nur nicht von den Betroffenen selbst…

      Worauf ich hinaus möchte ist, daß ich bei Temen „Steuern-Schulden-Politik“, in den letzten 7 Jahren, schon mindestens ein Dutzend mal einen PDF-Link zur Auflösung dieses Lügen- und Propagandagebildes hier eingestellt habe, ohne Reaktion. Das Schriftstück stellt keine Verschwörungstheorie auf sondern legt an Hand von eindeutig belegten Fakten die derzeitige Situation da und regt zum selbständigen Denken an.

      Hier klicken zum herunterladen (ca.1Mb in pdf)
      Ein paar Zitate aus dem Text:

      Wozu [aber] muss sich ein Staat denn überhaupt Geld leihen, obwohl er doch selbst die Hoheit über seine Währung haben könnte?…

      Wer hat denn das Geld, das dem Staat geliehen wurde, überhaupt hergestellt und kassiert dafür all die Zinsen? Wessen Interessen vertreten die Politiker, während sie das Geldsystem niemals hinterfragen? Wem ordnen sie sich unter, wenn sie für die immer schneller wachsende Zinslast immer mehr Steuern eintreiben?….

      Seine Kinder dem Systemdrill namens Schule zu entziehen und ihnen statt dessen selbst etwas Nützliches und Wahres zu lehren, ist selbstverständlich verboten, zumindest für die Sklaven. Deren Kinder müssen schließlich zu gefügigen Turbo-Sklaven gedrillt werden, denn wer soll sonst die wachsende Schuldenlast sowie die Renten und Pensionen auch morgen noch erwirtschaften?

      Zitate Ende

      „Mehr Licht!“ Goethe

  3. Aber es kommt dazu das auch viele von denen garichts tun wollen es gäbe so viel zu tun aber es tut keiner was bevor er wenig verdient macht er gar nichts es gibt Strassereinigung die gemacht gehört viel das könnten viele tun

    1. Stimmt Ernst, bin froh, dass du es geschrieben hast, aber meine Erfahrung ist auch, der Paraguayer sitzt lieber mit Tererekübel an der Strasse und schaut dem Leben zu. Jedoch könnte eine bessere Ausbildung den jungen Leuten auch etwas Antrieb und Möglichkeiten verschaffen….

      1. Was ist eine „bessere Ausbildung“?

        Mehr Lernen? Gibt es überhaupt Jobs, welche eine höhere Qualifikation erfordern?
        Sind diese auch so gut bezahlt, daß es sich lohnt in Bildung zu investieren?
        Werden die guten Jobs (die wenigen, die es gibt) wirklich nach „Ausbildung“ und „Qualifikation“ vergeben, oder nach anderen Kriterien, wie Familie, Partei, Schönheit etc?

        Solange die Antworten auf diese Fragen sich nicht nachhaltig ändern, wird Bildung in diesem Land nur einen Zweck haben können: Einen Job im Ausland zu bekommen.
        Im Land bleibt alles wie es ist. Vielleicht ist das auch gut so. Ein zuviel ein Staat, Gesetzen und Bevormundung gibt es ja bereits in großen Teilen der Welt, viele sind genau deshalb hier, weil es hier (noch) nicht so ist.

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