Kolonie Bergthal: Viel Bewegung im Hintergrund

Nachdem Generalstaatsanwalt Javier Díaz Verón den Antrag auf Wechsel des Staatsanwaltes im Fall Bergthal nicht stattgegeben hat, wurde nun der Wechsel aller möglicher Staatanwälte gefordert, um eine Anklage hinauszuzögern.

Eine Anklage fürchtend, nutzen sie die üblichen Rechtsmittel ein, um einer Anklage zu entgehen. Der Fall der Zivilgesellschaft Bergthal Komitee nahe J. Eulogio Estigarribia und der vermissten 5 Millionen US-Dollar lassen die Anwälte Agustín Acosta und Blas Rojas zum letzten Mittel greifen, um ihre Mandanten auf freiem Fuß zu behalten. Nun liegt es wieder an Generalstaatsanwalt Díaz Verón dem Antrag stattzugeben oder ihn auszubremsen.

Die Beschuldigten möchten vor der kommenden Anklage noch einen neuen 30 Millionen US-Dollar Kredit aufnehmen und das Geld so nutzen wie sie es für richtig halten. Da in den vergangenen Jahren schon 5 Millionen US-Dollar abhanden kamen, kann man sich vorstellen, was mit einem Teil der 30 Millionen US-Dollar passieren könnte. Diese Möglichkeit besteht, da am vergangenen 4. November den Direktoren der Gesellschaft die Autorisierung gegeben wurde, so der Anwalt der Kläger, Derlis Rodríguez.

Alles begann nachdem eine Gruppe von sechs Mitgliedern des Bergthal Konitees entschied das Schweigen zu brechen, um die mafiaartigen Tätigkeiten der Direktoren öffentlich zu machen, die für das Verschwinden von 5 Millionen US-Dollar verantwortlich sein sollen. Davon sollten Ländereien gekauft werden. Dazu kam es jedoch nicht und das Geld verschwand.

Vor zwei Jahren, als bei einer Mitgliederversammlung vom Fehlen von 27 Milliarden Guaranies berichtet wurde, schlug das Direktorium vor, diese Fehlsumme auf alle Mitglieder aufzuteilen. Ungerecht behandelt fühlten sich fast alle. Nur wenige hatten den Mut sich aufzubäumen. Sie begannen mit einer Zivilklage und baten darum die Konten der Direktoren überprüfen zu lassen.

Die Staatsanwaltschaft forderte daraufhin die Rechnungen für die getätigten Ausgaben. Viel dieser Rechnungen warfen Zweifel auf mit Inhalten, die eher unglaubwürdig waren. Im Laufe der Untersuchung wurden die fragwürdigen Rechnungen katalogisiert, um danach jede zu prüfen. Dabei kam ans Licht, dass mehrere Scheinfirmen Rechnungen ausstellten, deren vermeintliche Eigentümer, Unbeteiligte, nichts davon wussten. So fand die Staatsanwaltschaft 10 Firmen, die 10 Milliarden Guaranies in Rechnungen ans Bergthal Komitee ausstellten.

Zwei von ihnen, Hernán García und Joel Suárez, zeigten das Bergthal Komitee an weil anscheinend ein Buchhalter Rechnungsblöcke mit ihren Namen beim Steuersekretariat beantragten, um den Bergthal Komitee Direktoren Rechnungen zu bringen, die einen Teil des Verlustes ausgleichen sollten.

García beantragte 2010 eine Steuernummer, entschied sich jedoch diese wieder zu deaktivieren. In seinem Namen wurde sie wieder reaktiviert und genutzt. Auch Suarez, als ehemaliger Verkäufer von Telefonverträgen hatte eine Zeit lang eine aktive RUC Nummer. In seinem Namen wurden später Rechnungen in Höhe von 4 Milliarden Guaranies ausgestellt.

Laut Klägeranwalt Derlis Rodríguez offerieren die Bergthal Direktoren hohe Summen, damit die Personen, deren Name benutzt wurde, ihre Anzeige zurückziehen. Bei einer der Mitklägerinnen hatte diese Art und Weise wohl schon Erfolg. Liz Ramona Fernández Roa, die erst Mitklägerin war, erinnerte sich seltsamerweise wieder Rechnungen an das Bergthal Konitee ausgestellt zu haben, unterstrich Rodríguez.

Wochenblatt / La Nación

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2 Kommentare zu “Kolonie Bergthal: Viel Bewegung im Hintergrund

  1. Wieso schauen die Mennoniten der Kolonie Bergthal diesem Sumpf krimineller Energie so lange tatenlos zu? Werden sie eingeschüchtert oder hat man ihnen wie in einer Sekte jegliches Selbstbewußtsein und Aufbegehren ab erzogen? Die gesamten juristischen „Spielchen“ sind kostenintensiv und werden wohl kaum von den Beschuldigten persönlich getragen. Die hoffentlich vorhandenen Selbstreinigungskräfte einer solchen Kolonie sollten sich endlich entfalten und wieder für Recht, Ordnung und Anstand sorgen.

    1. Manni, diese selbstreinigenden Kräfte gibt es nicht. Mennoniten sind hierachisch straff und streng organisiert. Wer in einer solchen Kolonie aufbegehrt, weil mit den mafiösen Strukturen nicht einverstanden ist, der hat verloren.
      Und zwar so ziemlich alles.
      Auch wenn sie oft gute Produkte auf den Markt bringen und einiges für die Entwicklung dieses Landes beigetragen haben, geht es letzten Endes nur um zwei Dinge: GELD und MACHT. Ergo: Mafiabanden.
      Bei den Mennoniten ist es so wie in aller Welt: Der Kleine darf zahlen, jede Menge, mitreden aber nicht.

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