Kontaktaufnahme mit mutmaßlichem Doppelmörder in Tacumbú

Asunción: Im Auftrag von Österreichs größter Tageszeitung, der „Kronen Zeitung“, nahm ich, Jan Päßler, Kontakt mit dem mutmaßlichen Mörder des deutschen Paares aus Ypacaraí, S. H. auf, der sich nach wie vor in Untersuchungshaft befindet.

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, fuhr ich am vergangenen Donnerstag zur größten und dreckigsten Justizvollzugsanstalt des Landes, in die Hauptstadt Asunción.

Das Gefühl bestätigte sich, als ich von Insassen, vorbei an anderen Schwerverbrechnern gelotst wurde, um S. Hafner (42), den da fast jeder kennt, zu gelangen.

In einem kurzen Gespräch erklärte mir der Österreicher, dass seine Reise nach Paraguay keine Flucht aus einem steirischen Gefängnis gewesen sei, ihm hätte man seinem Pass ausgehändigt sowie 50 Stunden Ausgang gewährt. Ebenfalls besprachen wir Fragen, die er bald beantworten wird.

Zu einer Strafe von 30 Monaten unbedingter Haft wurde der ehemalige Bordellbetreiber 2008 verurteilt, wegen eines aufgeflogenen Plans, der ein Konkurrent aus Gefecht setzen sollte.

Wie schon in einigen vorangegangenen Artikeln berichtet, ist Tacumbú hoffnungslos überfüllt und das Personal schon auf die Hilfe von gutführenden Insassen angewiesen, um Besucher davor zu bewahren, gelyncht zu werden.

Die mehr als 3.000 Häftlinge bekommen fast immer einen Eintopf zu essen, gekocht mit Holz. Dafür müssen zwei Mal wöchentlich die Häftlinge Lastkraftwagen mit Holzscheiten entladen.

Ab Juli 2011 sollen alle Insassen in das schon bestehende Gefängnis in Emboscada verlegt werden. Dieses zurzeit noch zu renovierende Gefängnis soll für Menschenrechtler weniger Angriffspunkte bieten und mehr Ordnung und Sicherheit verschaffen.

(Wochenblatt / Text und Foto: Jan Päßler)

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