Kreislaufwirtschaft in Campo 9: Wie das Unternehmen Hildebrand die Fischzucht landesweit vorantreibt

Campo 9: Die Fischzucht entwickelt sich zu einem neuen Hoffnungsträger für die Familien auf dem paraguayischen Land. Immer mehr Kleinbauern verlassen sich nicht mehr ausschließlich auf die traditionelle Nutztierhaltung, sondern setzen auf eine Alternative, die gute Einnahmen verspricht.

In J. Eulogio Estigarribia (bekannt als Campo 9) im Departamento Caaguazú treibt ein Unternehmen diese Sparte massiv voran: In einem Labor werden Jungfische aufgezogen und anschließend an Produzenten im ganzen Land verkauft. Dies eröffnet den Bauernfamilien eine neue Möglichkeit, ihre Produktion zu diversifizieren und ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern.

„Tilapia, Pacú und Wels gehören zu den Arten, die wir züchten. Nachdem die Jungfische bei den Bauern gemästet wurden, holt das Unternehmen sie ab. In unserer Verarbeitungsanlage wird ihnen dann durch Veredelung ein Mehrwert verliehen. Wir produzieren Tilapia- und Pacú-Filets, aber auch fertige Schnitzel und Nuggets“, erklärte Susana Barúa, Expertin für Fischzucht beim Unternehmen Hildebrand (Teil der Hilagro S.A.-Gruppe).

Doch damit nicht genug: Die Nebenprodukte wie Fischgräten und Fischhaut landen nicht im Müll. „Sie kommen in die Futtermittelanlage, wo sie in einem Kessel zu Fischöl und Fischmehl verarbeitet werden. Dies dient dann als Proteinquelle für Futter für Fische und andere Haustiere. Damit schließt sich der Kreislauf der Fischproduktion perfekt,“ betonte Barúa.

Die Expertin erklärte weiter, dass das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. „Wir züchten sogar Fische für Aquarien“, so Barúa. Sie erklärte zudem, dass die Aquakultur eine direkte Antwort auf den Rückgang der Fischbestände in den natürlichen Flüssen Paraguays ist und gleichzeitig eine rentable Alternative für die ländliche Bevölkerung darstellt.

„In den Flüssen gibt es praktisch kaum noch Fisch. Die Zucht ist eine sehr profitable Sparte, mit der wir auch der Landflucht in die Städte entgegenwirken können. Zudem ist der Verzehr von Fisch gesundheitlich absolut empfehlenswert“, bekräftigte sie.

Der Markt wächst kontinuierlich

Laut Barúa wächst das Interesse an dieser Aktivität von Jahr zu Jahr, da für die Produktion keine riesigen Landflächen benötigt werden. „Die Fischzucht auf dem Land nimmt stark zu. Sie wird als echte Chance gesehen, weil man auf kleinem Raum produzieren kann. Viele Familien nutzen mittlerweile auch das System ’Pesque y pague‘ (Angeln und Bezahlen): Kunden kommen zum sicheren Angeln an die Teiche und bezahlen direkt vor Ort nur das, was sie auch mitnehmen – ganz ohne Zwischenhändler. Ein Tilapia ist beispielsweise schon nach sechs Monaten verkaufsbereit. Wir bieten den Produzenten zudem umfassende Schulungen an“, schloss sie.

Wochenblatt / Cronica

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